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Alternativlosigkeiten!

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Ja, in Japan ist bald wieder Wahl! Dank Herrn Abe, der “ueber seine Wirtschaftspolitik abstimmen lassen” will, aber letztendlich doch nur seine ultra-nationalistische Agenda fortsetzen moechte. Aberich wollte ja eigentlich ueber etwas anderes schreiben … hier seht ihr ein Wahlplakat mit Abes Grinsefresse darauf.

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Und was steht auf dem Plakat?

“Um die Konjunktur wieder anzukurbeln ist mein Weg alternativlos.”

Der “Weg” heisst “Abenomics” … und wenn man bedenkt, dass Japans Wirtschaft dieses Quartal um 1.6% geschrumpft ist, muss man sagen … ein VOLLER ERFOLG …

Aber mal im Ernst: Frau Merkel fand doch auch so einiges alternativlos. War da auch die Atomenergie darunter? Wenn ja, dann gibt es vielleicht doch noch Hoffnung fuer Japan.

Written by hanayagi

Dezember 9, 2014 at 8:05 vormittags

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Wie hiess er noch …. aehm .. ich hab’s gleich … ach ja, Hashimoto!

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Jap, zum Glueck ist er ein bisschen in Vergessenheit geraten, der gute Toru Hashimoto, seines Zeichens Buergermeister von Osaka und einer meiner Lieblingsfeinde in der japanischen Politik. War wohl seiner Popularitaet doch etwas abtraeglich, dass er jahrelang seine Frau (4 Kinder) betrogen hat.

Letzte Woche habe ich wieder einen schoenen Artikel ueber den Herrn Buergermeister gelesen:

Er hatte dafuer gesorgt, dass die Stadt der boesen, boesen Lehrergewerkschaft verboten hat, Schulen als Versammlungsorte fuer ihre Fortbildungen zu benutzen. Das ging 40 Jahre lang problemlos. Aber 2012/13 hat Herr Hashimoto es verboten. Also ging es vor Gericht.

Das Ergebnis: Der Beschluss der Stadtverwaltung ist illegal. Dazu aus dem Gerichtsurteil

“It’s clear that the mayor recognized the right to assembly on the part of the teachers was being violated, and we’re forced to say that was his intent,” the ruling said.

Schallender kann eine Ohrfeige wohl nicht sein.

Der langsame Niedergang der Gewerkschaften wird sich wohl leider nicht aufhalten lassen. Aber schoen, wenn die Kapital-Radikalen wie Hashimoto ab und zu mal ihre Grenzen gezeigt bekommen.

Written by hanayagi

Dezember 4, 2014 at 7:08 vormittags

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Und nochmal Gender …

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… fuer’s erste der letzte Artikel zum Thema :)

In der Japan Times habe ich letzte Woche einen interessanten Artikel entdeckt: Ein junger Mann hat die Fukuoka Women’s University verklagt, weil er keinen Studienplatz bekommen hatte. Er wurde ausdruecklich aufgrund seines Geschlechts abgelehnt. Der junge Mann argumentiert nun vor Gericht, dass er in seiner direkten Umgebung sein Fach nur an ebendieser Uni studieren kann.

Und sein Anwalt dazu:

A lawyer representing him is arguing that women-only colleges are no longer relevant and discriminate against men.“In the past, women’s universities had the role of giving preferential treatment to women who had fewer opportunities for education, but that role is no longer necessary,” he said.

Interessant. Ich war mir nicht bewusst, dass Frauenunis mal dazu da waren, Frauen eine bessere Chance auf Bildung zu geben. Vielleicht war das wirklich mal so, damals Meiji/Taisho/Showa. Weiss da jemand etwas drueber?

Worueber ich allerdings schmunzeln musste, ist, dass Frauenunis “Maenner diskriminieren” wuerden. Als Hintergrund dazu: Frauenunis sind fuer gewoehnlich nur dem Namen nach Unis und bringen Frauen bei “gute Hausfrauen und Muetter” zu werden. Und dann gibt es noch die “Frauenberufe” wie z.B. irgendwas mit Erziehung oder Ernaehrung. Was fehlt? So ziemlich alles, womit man mal Karriere machen und Geld verdienen kann.

Aus diesem Grund lehne ich Frauenuniversitaeten ab: Sie sind eben keine Universitaeten (im Humboldtschen Sinne), sondern maximal mittlere Bildungsanstalten mit sehr eingeschraenktem Bildungshorizont, die helfen den Gender-Status Quo in Japan zu zementieren.

Und deshalb sind sie ein Instrument zur Unterdrueckung der Frauen in Japan, und eben NICHT der Maenner. Insofern ist die Argumentation des Anwalts schon sehr verqueer.

Andererseits: Aus Sicht des jungen Mannes ist es wohl schon ein Problem, wenn er nicht in der Naehe studieren kann. Aber er ist damit ja auch nicht gerade alleine auf der Welt ….

Anmerkung am Rande: Laut JP Wikipedia gibt es noch 74 Frauenunis in Japan. Tendenz abnehmend.

Written by hanayagi

Dezember 3, 2014 at 5:42 vormittags

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Japan und Gender (mal wieder …)

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Anlaesslich der nun beschlossenen Frauenquote in Deutschland hier mal ein paar schoene Statistiken:

Frauenanteil im Deutschen Bundestag (seit 2013): 36,5%  (230/631)

Frauenanteil im Japanischen Unterhaus (seit 2012): 8,1% (39/480)

Japan nimmt damit Platz 134 / 156 auf der IPO “Women in Parliament“-Liste ein. In guter Nachbarschaft von Benin, Bhutan und dem Congo…. (Deutschland: Platz 21 … yay)

Als altlinker Frauenversteher interessiere ich mich natuerlich auch fuer den Frauenanteil pro Partei.

Deutschland:

CDU 24.8%

FDP 25.8% (bis 2013)

SPD 42.2%

Gruene 55.6%

Linke 56.3%

Man sieht ein deutliches rechts-links Gefaelle. Ist irgendjemand ueberrascht?

Aber keine Angst, im Vergleich zu Japan ist sogar die CDU fortschrittlich:

LDP 8.5%

DPJ  5.6%  (2009: 14.9%)

Sonstige 10.3%

Was soll man da sagen? Die “linke” DPJ hatte im Parlament von 2009 immerhin einen … “fortschrittlichen” Wert von fast 15%.

Ein Trauerspiel.

Written by hanayagi

November 27, 2014 at 5:33 vormittags

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Ja, ich lebe noch!

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Ein paar Betrachtungen ueber das Web und die Welt …

Das Web: Genauer gesagt -> Japanblogs. Ich habe mir im Laufe der Jahre eine ganze Reihe Japanblogs angesehen. Die meisten verschwinden nach ein, zwei Jahren. (Mein eigener Blog war auch nur zwei Jahre oder so wirklich aktiv.) Also fragte ich mich, wie kommt das? Ich denke mal, da gibt es einfache Erklaerungen:

1) Viele Auslaender bleiben nur fuer 1 – 3 Jahre in Japan (Auslandsstudenten, JET) und hoeren bei ihrer Rueckkehr auf zu schreiben.

2) Wenn man laenger in Japan bleibt und sich ein Leben aufbaut (Vollzeitjob und Kinder) hat man weniger Zeit / Lust. (Ist zumindest bei mir so.)

3) Wenn man laenger in Japan bleibt, wird fast alles “normal” und man hat die meisten Standardthemen wie Kyoto und Kirschbluete schon durch. -> Schreiben ist einfach weniger interessant.

In diesem Sinne: Kudos an den guten Tabibito, der es auch nach vielen Jahren immer noch schafft ziemlich regelmaessig Artikel zu schreiben.

Japanische Firmen:

Ich habe in meinen knapp acht Jahren in Japan in drei japanischen Firmen gearbeitet. Alle drei Firmen hatten einen Bezug zu Europa / Deutschland. Und alle drei hatten / haben keine Strategie, wie sie auf dem europaeischen Markt erfolgreich sein sollen bzw. wie sie mit europaeischen Partnern geschaeftlich verkehren sollen.

1) Eine grosse Software-Firma, die Handy-Apps herstellt: Der Plan war, das eigene Business-Model in eine “europaeische” App zu giessen und damit Erfolg zu haben. Was hat die Firma gemacht? Eine Fussball-App. Mit Lizenzen fuer alle europaeischen Laender ausser …. Deutschland :/ Naja, war halt zu teuer, vermute ich. Die App wurde dann von einem japanischen Programmiererteam programmiert und ein Uebersetzungsteam fuer die wichtigeren europaeischen Sprachen aus dem Boden gestampft. … dann gings los: Release der App! … 3 Monate spaeter wurde die App abgeschaltet, das Uebersetzungsteam aufgeloest und die Uebersetzer (inklusive mir) entlassen. Und das war das Ende der Geschichte. Und was mich am meisten dabei aergert: Es gab keine Strategie. Kein Marketing. Keine Marktforschung. Keine Kollaboration mit Games-webseiten oder Apple oder was auch immer. NIX. Vorschlaege IRGENDETWAS zu machen wurden abgeblockt und fuer meinen zaghaften Versuch einer Marktuebersicht in Deutschland bekam ich von Chef Mecker …

Ich habe daraus die Lehre gezogen nie wieder im japanischen IT Business zu arbeiten.

2) Meine Ex-Firma bis Sommer diesen Jahres verkauft deutsche Produkte auf dem japanischen Markt. Die Firma hat gravierende Probleme, was auch zu meiner Kuendigung fuehrte, aber die sind hier nicht relevant. Was ich immer wieder schockierend fand, war, dass auch nach fast zehn Jahren in Abhaengigkeit von der deutschen Mutterfirma niemand in der Firma irgendeine Ahnung von Business in Deutschland hatte.

Ein kleines Beispiel: Bei einem Meeting mit dem Chef der Mutterfirma hatte ich mein Anzugoberteil vergessen. Der japanische Chef merkte das natuerlich gleich und herrschte mich an, mir ein solches zu besorgen, egal woher. Also ging ich zu den Angestellten der deutschen Mutterfirma (auch einige Manager) und fragte, ob sie mir ihres fuer das Meeting leihen koennten. (Ging halt nicht anders.) Die Sache war nur, dass sie alle kein Anzugsoberteil dabei hatten! Warum nicht? Weil die Business-Etikette in J. und D. nun einmal verschieden sind. Needless to say …. dem deutschen Chef war mein fehlendes Anzugsoberteil herzlich egal ….

3) Meine jetzige Firma: Ich bin hier ziemlich zufrieden und denke ich habe eine sehr gute Entscheidung getroffen, als ich meiner alten Firma kuendigte. Diese Firma ist ziemlich gross (3000 Angestellte weltweit) und seit fast 20 Jahren in Europa (v.a. Deutschland) aktiv. Aber auch hier gibt es keine Business-Strategie!

Ich kann hier vieles nicht schreiben, aber hier ein paar Beispiele: Es gibt fuer unsere Produkte ungefahr ein halbes Dutzend Kataloge fuer die verschiedenen Produktkategorien. Uebersetzt ist nur der Hauptkatalog. Es gibt keine offizielle Firmenvorstellung. Die englische Homepage ist zum vergessen (zum Glueck hat unsere US Niederlassung eine vernuenftige HP und wir bekommen haeufig Anfragen von europaeischen Kunden ueber die US-Webseite …).  … naja, viel Arbeit fuer mich :)

Zusammenfassend ist mein Eindruck von japanischen Firmen, dass sie keinerlei Strategie fuer europaeische Maerkte haben.

Die Politik:

Was soll ich dazu noch sagen. Fuer Ministerpraesident Abe ist es ein aussenpolitischer Erfolg, dass nach 2 Jahren (!) zum ersten Mal ein Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen (Herr Xi) zustande kam. Das ist kein Erfolg sondern ein ARMUTSZEUGNIS. Aber immer schoen weiter machen mit dem nationalistischen Getoese. Dauerstreit mit allen wichtigen Nachbarn ist bestimmt gut fuer Japan ….

Und dann war da noch die Sache mit den Neuwahlen. Abe laesst im Dezember neu waehlen, damit er im naechsten Jahr schoen mit seiner rechtsextremen Politik weitermachen kann. Er weiss, dass die Opposition schwach ist und er die Wahl gewinnen wird.

Die ganze Sache erinnert mich frappierend an Wahlen in den kommunistischen Paradiesen dieser Welt in denen alle paar Jahre der jeweilige grosse Fuehrer “demokratisch” wieder-gewaehlt wird.

Nun ist Japan schon demokratischer als z.B. Nordkorea aber dieser fehlende Respekt vor der Bedeutung von Wahlen und vor dem Waehler finde ich einfach zum kotzen. WAHLEN  EXISTIEREN NICHT FUER DEN POLITISCHEN VORTEIL DER REGIERUNGSPARTEI. … sondern zur demokratischen Meinungsbildung. Aber Herr Abe wuerde ja auch am liebsten die boese, boese “unjapanische” Verfassung abschaffen.

Seufz. Und ich sehe nicht, dass Japan irgendwann einmal auf eine zukunftsorientierte Politik umschwenkt. Und wenn doch, dann wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

So, genug Arbeit geschwaenzt :)

Written by hanayagi

November 21, 2014 at 5:49 vormittags

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Perspektive

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Etwas, das mir immer wieder auffaellt, ist der Unterschied in der Perspektive zwischen Menschen, die nur in einem Land gelebt haben und Menschen, die das Leben in mehreren Laendern kennen. 

Speziell auf Arbeit faellt mir das immer wieder auf. Die deutsche Seite z.B. schert sich nicht um das Aussehen, die “Abgerundedheit” unserer Produkte.

Ein einfaches Beispiel: Hier in Japan (und auch in vielen anderen Laendern in Asien) ist die Luftfeuchtigkeit im Durchschnitt wesentlich hoeher als in Deutschland. Das fuehrt dann dazu, dass einige unserer Produkte, die in Pulverform verkauft werden, verklumpen. Das ist fuer uns ein grosses Problem, das sich mit sehr geringen Kosten (fuer ein Trockenmittel) beheben liesse und hier in Japan auch einfach Standard ist. Deutschland scherts aber schlicht nicht und verschenkt eine Unmenge an Potenzial …

Andersherum sind Japaner so .. naiv (?), wenn es um Deutschland geht. Scherze nach dem Motto “lasst das alte Buendnis mit Deutschland wieder aufleben” oder die Sorge, dass man mit Deutschen nicht ueber Nazis reden kann. Das nennt man dann von sich auf andere schliessen ….

Sieht man in schlechten Uebersetzungen auch oft … im Japanischen sagt man in der Werbung gern …mashou, z.B. tabemashou = lasst uns essen. Das wird dann 1 zu 1 ins Englische uebersetzt (und das Verb mal eben vergessen) und dann kommen dabei Sachen wie “let’s delicious wine” heraus. Gestern gerade erst gesehen …. (Was eigentlich gesagt werden sollte: Especially delicious with wine.)

Aber ich schweife ab. Perspektive … in Japan ist sie leider allzuoft viel zu eingeschraenkt. Aber mir faellt in Deutschland wie in Japan immer wieder das Bauchnabelgeschaue auf. Ich glaube, dieses nicht-ueber-den-Tellerrand-schauen bemerkt man nur wirklich, wenn man ausserhalb des Tellers lebt.

Written by hanayagi

November 16, 2013 at 4:10 vormittags

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Neuer Job

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Ich habe gerade mal meine Artikelserie ueber Sex in Japan gelesen. Mensch, hatte ich damals viel Zeit und Lust zum Schreiben!

Und jetzt saugt mir das Salaryman-Dasein und der kleine Schreihals jeden Funken Kreativitaet aus dem Leib. Naja, was soll man machen …

Aber eigentlich wollte ich ja ueber meinen neuen Job schreiben …

Ich bin im Moment ziemlich zufrieden. Ich arbeite bei der japanischen Niederlassung einer deutschen Firma, die Nahrungsergaenzungsmittel vertreibt. Die japanische Niederlassung ist noch ziemlich klein (9 Mitarbeiter) wodurch ich auch viele Arbeiten erledigen muss, die normalerweise ein Japaner machen wuerde.

Meine Aufgabengebiete sind:

- Koordination mit Deutschland

- Administration der Webseite

- Uebersetzungen

- Importformalitaeten

- Kontakt zu Geschaeftspartnern

- Telefondienst (Bestellungen, Stornierungen, Fragen von Kunden etc.)

 

Gegenwaertig betreue ich zum Beispiel folgende Projekte:

- Eine Geschaeftsreise mit insgesamt 21 Personen nach Deutschland

- Ueberarbeitung der Webseite und des Onlineshops

- Ueberarbeitung eines Katalogs (knapp 80 Seiten) mit knapp 40 Seiten Neuuebersetzung

- Diverse Events in Japan

- Zollformalitaeten eines neuen Produkts

- Importformalitaeten von vier weiteren neuen Produkten

usw.

 

Sehr abwechslungsreich und auch ziemlich fordernd. Im Moment macht das ziemlich viel Spass.

 

Aber natuerlich hat alles seine Schattenseiten …

Ich schreibe diesen Artikel weil ich auf eine “Telefonkonferenz” aus Deutschland warten muss. Dabei werden viele der 35 Niederlassungen in verschiedenen Laendern per Telefon zusammengeschaltet und die Zentrale in Deutschland informiert ueber die wichtigsten Neuigkeiten. Klingt alles ganz toll und aufregend, aber im Endeffekt muessen mein Chef und ich nach dem Feierabend am Freitag vier Stunden ausharren, weil die Zentrale ihren &’%$(%$ nicht hochkriegt und zu einer Zeit anruft, die fuer die asiatischen Niederlassungen etwas ertraeglicher ist. (Was durchaus moeglich waere …)

… und wir haben es immerhin noch besser als die Niederlassung in Australien …

Noch Fragen?

Written by hanayagi

August 9, 2013 at 12:11 nachmittags

Veröffentlicht in Japan - Privat

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