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Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized

Vorschlaege bitte

mit 7 Kommentaren

Ich plane eine kleine Artikelserie zum Thema Essen und Trinken in Japan zu schreiben. Da das aber ein weites Feld ist, waere es toll, wenn ihr mir ein paar Ideen liefern koenntet, ueber welche Speisen / Getraenke ihr gerne etwas lesen wuerdet. Weiterhin denke ich auch ueber einen oder zwei Artikel ueber verschiedene Arten von Restaurants und Tischetikette nach – auch hier sind Vorschlaege willkommen.

Geschrieben von hanayagi

Mai 6, 2012 um 4:55 vormittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Repost: Japanologie Leitfaden – oder: Das unbekannte Land

mit 20 Kommentaren

Ich bin bis zum 29.4. auf Geschaeftsreise und nutze die Gelegenheit um ein paar Artikel, die ich besonders gut/interessant finde noch einmal zu posten. Ich denke, dass viele alte Leser sich nicht mehr an alle diese Posts erinnern und viele neue Leser natuerlich auch nicht das ganze Archiv durchlesen. Ich wuerde heute vielleicht einiges anders schreiben, aber ich habe die Posts bis auf ein paar kosmetische Aenderungen unveraendert gelassen. Ich kann dank meines neuen I-Phones problemlos Kommentare lesen / beantworten, keine Sorge. :)

 

V.2

 

Japanologie – ein Leitfaden

Jedes Semester beginnen in Deutschland mehrere hundert, vielleicht tausend junge Menschen ein Japanologiestudium. Wohl die Wenigsten wissen, worauf sie sich da einlassen. Das Informationsmaterial der Universitäten ist meist beklagenswert allgemein gehalten und häufig einfach viel zu knapp. Ziel dieses kleinen Leitfadens soll es sein, Studienanfängern ein realistisches Bild des Japanologiestudiums zu vermitteln, BEVOR sie mit dem Studium beginnen. Ein paar Erläuterungen zum Leitfaden:

- Der Leitfaden baut vor allem auf meinen eigenen Erfahrungen als ehemaliger Japanologie-Student und nunmehr in Japan arbeitender Japanologe auf. Ich greife aber auch auf Berichte und Tipps von noch Studierenden und anderen Absolventen zurück.

- Der Leitfaden soll neutral sein, wobei ich ein ganz klein wenig die negativen Seiten betone. Ich tue dies nicht, weil ich denke Japanologie sei ein schlechtes Studienfach – ganz im Gegenteil Japanologie ist faszinierend und hat sehr, sehr viele unterschiedliche und spannende Unterthemen und Perspektiven – aber ich möchte eben auch ein realistisches Bild von den Problemen und Schattenseiten des Studiums vermitteln. Es gibt einfach zu viele Menschen, die ein Japanologiestudium beginnen und es dann nach ein – zwei Jahren frustriert abrechen.

- Ich gehe im Leitfaden von einem Bachelorstudium aus.

 

1. Japanologie – was ist das überhaupt? 

Wenn man im ersten Semester einmal seine Kommilitonen betrachtet, wird man recht verschiedenartige Menschen sehen. Dabei werden die Manga- und Animefans wohl am leichtesten zu erkennen sind. Was aber jedem, der Japanologie studieren möchte, klar sein sollte, ist, dass Japanologie sich vielerorts absolut nicht (z.B. HU Berlin) oder – wenn überhaupt – nur am Rande (z.B. Trier) mit Anime und Manga beschäftigt.
Japanologie umfasst ein breites Spektrum von Betrachtungen über Japan, dazu gehören japanische Geschichte, Theater, Literatur, Malerei, Wirtschaft …
Die Definition, was denn nun eigentlich „Japanologie“ ist, ist dabei ziemlich umstritten. Ich denke, in der deutschen Realität kann man sie wohl am besten als Regionalwissenschaft beschreiben: Alle Dinge, die sich in Japan beobachten lassen, gehören auch zur Japanologie.
Wenn ihr also Japanologie studiert, werden eure Vorlesungen zum Beispiel Titel haben wie „Populärkultur in der Edo-Zeit“, „Geschichte des modernen Japan“, „Japans Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg“, “Gender in Japan” oder „Architektur der Meiji-Zeit“.
Ihr seht, es gibt hier wirklich ein breites Spektrum, was die Wahl der Uni sehr wichtig macht. Aber dazu später mehr.
Zum Thema: „Was ist Japanologie?“ und „Wo studiere ich am besten mein Interessengebiet?“ empfehle ich den „Grundriß der Japanologie“ und den Studienführer auf Embjapan.de.

 

2. Japanologie – was muss ich können? 

Ein Japanologe sollte sich bereits vor dem Studium gute bis sehr gute Englischkenntnisse aneignen – eine vier im Englisch-Grundkurs ist da einfach zu wenig. Warum? Weil fast die komplette Fachliteratur, die ihr im Laufe eures Studiums lesen werdet, in Englisch abgefasst ist. Außerdem: Wenn ihr einen Auslandsaufenthalt absolviert (und das werdet ihr), werden eure Kurse sehr wahrscheinlich vor allem in Englisch stattfinden.
Ansonsten ist nicht wirklich viel Vorwissen von Nöten (naja die deutsche Sprache solltet ihr schon beherrschen und ein klein wenig Allgemeinbildung kann auch nicht schaden). Nützliche Vorkenntnisse sind:

- Eine grobe Vorstellung davon, was „wissenschaftliches Arbeiten“ bedeutet.
- Eine ungefähre Idee von japanischer, koreanischer und chinesischer Geschichte.
- Japanisch-Vorkenntnisse (z.B. Beherrschung der „Kana“-Silbenschriften)

Dies sind alles Dinge, die euch auch während des Studiums vermittelt werden, aber es kann nicht schaden, auch vorher schon etwas zu wissen, in jedem Fall habt ihr dann weniger Stress im Studium.

 

3. Japanologie – warum eigentlich? 

Fragt euch vor dem Studium einmal in Ruhe selbst: Warum möchte ich Japanologie studieren? Wenn eure Antwort nicht lautet: „Weil ich später einmal in Japan oder zumindest in einem Job mit Japanbezug arbeiten möchte.“, solltet ihr euch fragen, ob ihr nicht einen Fehler begeht. Japanologie ist kein Fach wie Wirtschafts-, oder Sozialwissenschaften mit dem man mehr oder weniger überall anfangen und seine im Studium erworbenen Fähigkeiten anwenden kann.
Japanologie ist sehr spezifisch, da das Thema Japan in Deutschland nun einmal ein Randthema ist. Es gibt deshalb auch nur wenige Jobs bei denen ihr eure Fähigkeiten wirklich einsetzen könnt. (Man kann natürlich auch nur zum Spass studieren, aber ich gehe mal davon aus, dass die Meisten ihr erworbenes Wissen auch gerne anwenden würden.)

Aber mehr noch. Wenn ihr die obige Antwort gegeben habt, solltet ihr euch auf Folgendes einstellen: Wer mit Japanologie Geld verdienen möchte, muss GUT sein, RICHTIG GUT. Es gibt nun einmal nur wenige Karrieremöglichkeiten für Japanologen und wenn ihr wollt, dass man gerade euch einstellt, solltet ihr auch etwas zu bieten haben. Daraus folgt dann fleissiges und ausdauerndes Lernen, sowohl der japanologischen Inhalte, als auch der japanischen Sprache, die Bereitschaft zu einem mindestens halbjährigen, besser ganzjährigen Auslandsaufenthalt und überhaupt die Bereitschaft sich ganz auf die Japanologie einzulassen.
Fragt euch also: Will ich das wirklich? Will ich wirklich ein Japanexperte werden?

 

4. Japanologie – vor dem Studium 

Die Bedeutung der Studienplatzwahl kann ich nicht genug betonen. Jedes japanologische Institut hat ein spezifisches Profil, das euch liegen kann, oder eben nicht. Überlegt euch genau, welches Fachgebiet und welches Institut euch liegt. Wer sich zum Beispiel für Japans Wirtschaft interessiert, wird an der Humboldt Universität wohl nicht glücklich werden, da deren Schwerpunkt auf Geschichte und Literatur liegt.
Euer Fachgebiet ist wirklich sehr wichtig. Nicht nur für eure Vorlesungen sondern auch für die Betreuung eurer Haus- und Bachelorarbeiten. Wenn ihr an eurer Fakultät nur Experten für Manieren der Edo-Zeit habt, aber gerne zum Thema „Japans Armee, die keine Armee ist“ forschen wollt, habt ihr ein Problem.
Deshalb wählt eure Uni mit Bedacht aus. Alle Universitäten haben zu ihrem Profil Vorstellungen, die ihr euch unbedingt ansehen solltet. Schaut euch ausserdem auch unbedingt das Personal dort an: Welche Forschungsschwerpunkte haben die Dozenten und Professoren (steht meist in deren Kurzvorstellung) und gibt es auf absehbare Zeit auch genug von Ihnen? Japanologien haben meist eine sehr dünne Personaldecke und hängen oft an nur einer Professur. Wenn euer Professor dann während eures Studiums emeritiert oder anderweitig abwesend ist, kann es schon vorkommen, dass ihr ein oder mehrere Semester keinen Unterricht besuchen könnt oder im schlimmsten Fall sogar die Uni wechseln müsst.
Neben den Webauftritten der Unis möchte ich euch hier noch einmal den „Grundriß der Japanologie“ sowie das Embjapan.de Forum ans Herz legen.

 

5. Japanologie – Studium 

Das Japanologiestudium ist ziemlich zeitaufwändig und wenn ihr sie ernsthaft betreiben wollt (siehe Punkt 3), solltet ihr euch darauf einstellen pro Woche mindestens 40 Stunden für sie zu verwenden.

Der Zeitaufwand gestaltet sich dabei wie folgt:
(etwa die ersten vier Semester)
Lehrveranstaltungen: 15 – 25 Stunden pro Woche
Selbststudium (Sprache): 15 – 25 Stunden die Woche
Selbststudium (Japanologie): 10 – 15 Stunden die Woche

(etwa ab dem vierten Semester)
Lehrveranstaltungen: 15 – 25 Stunden pro Woche (vermutlich eher abnehmend)
Selbststudium (Sprache): 10 – 15 Stunden die Woche
Selbststudium (Japanologie): 15 – 20 Stunden die Woche

Das ist natürlich nur eine Annäherung, die je nach Charakter, Vorbildung, persönlichem Ergeiz, Lebensumständen etc.pp. stark schwanken kann. Euch sollte aber klar sein, dass ihr vor allem am Anfang sehr viel Japanisch lernen müsst. Speziell die Kanji (= Schriftzeichen), von denen ihr idealerweise innerhalb von drei Jahren knapp 2000 Stück aktiv beherrschen solltet, benötigen sehr viel Zeit und Energie.

Des Weiteren wird von euch erwartet, dass ihr einen längeren Auslandsaufenthalt in Japan absolviert. Ich möchte euch das auch sehr empfehlen. Als Japanologe kann man es sich in Zeiten der Globalisierung einfach nicht leisten, Japanologie nur von Deutschland aus zu betreiben. Die meisten Universitäten bieten dazu auch ausreichend Austauschplätze in Japan an und dank einer Reihe von Stipendien (vor allem Jasso) ist es auch finanziell durchaus machbar. Bei der Studienplatzwahl solltet ihr darauf achten auf eine „gute“ Uni in Japan zu kommen, im Undergraduate-Bereich wird man euch zwar selten direkt an die Tôdai, Kyôdai, Waseda oder Keio schicken, aber auch das soll vorkommen. Andere gute Unis sind zum Beispiel die Ritsumeikan, Hôsei, Chûô, Sophia und noch etliche mehr. Ranglisten finden sich im Internet. Das ist insofern wichtig, dass in Japan bei der Auswahl von Bewerbern auf einen Job auch darauf geachtet wird, an welcher japanischen Uni man sein Auslandsjahr gemacht hat.
Während des Auslandsjahres solltet ihr versuchen, so viel Japanisch wie nur irgend möglich zu sprechen. Wenn ihr gut genug seid, besucht unbedingt auch Vorlesungen in japanischer Sprache. Generell werdet ihr in Japan weniger Stress haben als in Deutschland. Deshalb nutzt die Zeit um eventuelle Lücken in eurer japanologischen Ausbildung zu füllen. Insbesondere Schriftzeichen-lernen bietet sich hier an.

Was sind eure Ziele bei der ganzen Lernerei?
- Sprachlich auf jeden Fall mindestens JLPT2 (1000 Kanji 5000 Vokabeln, gute Beherrschung der Alltagssprache), besser JLPT1 (2000 Kanji, 10000 Vokabeln, sehr gute Beherrschung von Alltags-, und Schriftsprache).
- Japanologisch. Das lässt sich nicht ganz so einfach klassifizieren, aber ihr solltet während eures Studium mindestens 40 – 60 japanologische Werke gelesen (und verstanden) haben, sowie über ein umfangreiches Allgemeinwissen zum Thema Japan verfügen (Geschichte, Kultur, Wirtschaft, Politik, Literatur usw.). Zu den obengenannten Themen sollten euch z.B. auf jeden Fall „Sekigahara“, „Chikamatsu Monzaemon“, „Zaibatsu“, „Habatsu“ und „Matsuo Bashô“ ein Begriff sein. Ausserdem solltet ihr in ein oder zwei Themen (zum Beispiel die Themen eurer Haus-, und Bachelorarbeiten) wirklich fit sein.

 

5.1. Japanologie – Studium: Allgemeine Tipps 

- Versucht so schnell wie möglich möglichst viele Japaner kennenzulernen. Das geht zum Beispiel über ein Sprachtandem oder über die Betreuung von Auslandsstudenten.
- Lernt regelmäßig. Speziell die Schriftzeichen verlangen sehr viel Ausdauer. Am besten ist, ihr lernt jeden Tag.
- Sucht euch leichte japanische Texte (Jugendliteratur) um flüssig lesen zu lernen.
- Versucht ab und zu einmal einen Artikel in einer japanischen Zeitung bzw. eine Nachrichtensendung im japanischen Fernsehen zu verstehen.

 

6. Japanologie – Karriere 

Für eine Karriere später werden euch eure japanologischen Schwerpunkte vermutlich oft nicht so sehr helfen, aber es kann nicht schaden, auch bei den Forschungsschwerpunkten darauf zu schauen, ob man später etwas damit anfangen kann. Wenn man zum Beispiel als Bachelorarbeit zum Thema “Organisationsstrukturen von Toyota in Deutschland und Japan im Vergleich” forscht, ist das sicher eine gute Zusatzqualifikation bei Toyota und anderen international operierenden japanischen Firmen.
Übrigens: Die festen Stellen als Japanologen in der Forschung in Deutschland sind derart rar, dass ich euch nahelegen möchte, diese Idee für’s erste zu vergessen. Wenn überhaupt, dann werdet ihr eher in Japan oder Amerika eine anständige Position finden
Typische, “klassische” Japanologenberufe in Deutschland sind: Museumsführer / Kurator, Touristenführer, Übersetzer / Dolmetscher, Auslandskorrespondent in einer internationalen Firma.
Typische Berufe in Japan sind: Sprachlehrer (Englisch, manchmal Deutsch), Touristenführer, Übersetzer / Dolmetscher, Auslandskorrespondent (Zuständiger für internationale Angelegenheiten).

Darüber hinaus gibt es noch eine Unzahl Jobs mit weniger starkem Japanbezug, die man als Japanologe annehmen kann. Zum Beispiel kann man in großen Firmen als “Exot” aufgenommen werden, der dann als Korrektiv zu den “Mainstream”-Mitarbeitern wirkt.
Je nach Job kann euch auch ein klug gewähltes Neben-, bzw. Zweitfach sehr nützlich sein. Zum Beispiel Pädagogik / Germanistik / Anglistik-Amerikanistik für Lehrer, Journalismus für Auslandskorrespondenten, Archäologie für Kuratoren.
Die Wahl des Nebenfaches ist auch für eine eventuelle akademische Karriere sehr von Vorteil, da ihr so euer Profil schärfen könnt. Euer Neben- oder Methodenfach könnten zum Beispiel die Politikwissenschaften sein, die euch das nötige Handwerkszeug geben um zum Beispiel als Diplomat in Japan zu arbeiten, oder ihr werdet eben Japanologe mit Schwerpunkt internationale Politik. …. oder … oder …. oder …
Bei den meisten Jobs in Japan wird man von euch verlangen, dass ihr neben Japanisch auch Englisch beherrscht. Mit Deutsch kann man in Japan nur wenig anfangen.
Wichtige Qualifikationen für einen Job als Japanologe in Japan sind:

- Abgeschlossenes Studium
- JLPT1
- TOEFL (geht auch ohne, kann aber auch sehr helfen)
- Evtl. Arbeitserfahrung und sonstige Referenzen
- Evtl. ein passendes Zweitstudium (“Methodenfach”)

 

7. Japanologie – Schlussbemerkung 

Denkt dran: Japanologie ist kein Fach wie jedes andere. Ihr müsst Japanologie zu einem gewissen Grad leben und nicht einfach nur lernen, wenn ihr damit Karriere machen wollt. Sehr viele Japanologie-Studenten brechen das Studium ab, weil es ihnen zu anspruchsvoll ist (wir reden hier von 50 – 90% aller Studienanfänger, je nach Institut). Und auch ein sehr grosser Teil der Japanologie-Absolventen hat nach dem Studium nichts mehr mit Japanologie zu tun. Nur die Allerwenigsten schließen das Studium ab und arbeiten danach im japanologischen Bereich bzw. in Japan.
Ausserdem solltet ihr euch klar sein, dass Arbeiten in Japan kein Spaß ist. Das Wort „Arbeiterrechte“ gibt es hier nicht. Überstunden, geringe Urlaubszeiten, moderate Bezahlung, harsche hierarchische Strukturen, Vorurteile und Diskriminierung von Ausländern … machen das Arbeiten und Leben in Japan zum Teil sehr anstrengend.

 

Wort des Tages: 日本学 – nihongaku – Japanologie (woertlich das “Japan-lernen”), Japaner hoeren hier sehr oft “Nihongogaku” (“Japanisch-lernen), vemutlich, weil sie es wohl schwer vorstellbar finden, dass ein Auslaender sich ernsthaft mit ihrem Land befasst und nicht schon mit ihrer Sprache voellig ueberfordert ist.

 

———————————————————————————————

Edit. In V.2 habe ich folgende Korrekturen vorgenommen:

- Präzisierung zur Notwendigkeit und Wichtigkeit von Englischkenntnissen
- Weniger “heruntermachen” von Animefans und mehr Betonung von japanologischen Inhalten
- Staerkere Betonung der Wichtigkeit des Auslandsaufenthalts
- Wichtigkeit des Methodenfachs staerker betont
- Karrieremoeglichkeiten mit schwachem bzw. ohne direkten Japanbezug eingefügt
- “Fakultät” mit “Institut” ersetzt
- Lernaufwand nach oben korrigiert
- Präsisierung der Intention des Leitfadens
- ein paar Rechtschreibfehler entfernt

Geschrieben von hanayagi

April 22, 2012 um 1:53 vormittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Kitteh!

mit 4 Kommentaren

Nein, ich bin nicht tot. Aber ich war sehr beschäftigt in den letzten Tagen und heute bin ich endlich fertig geworden mit einer sehr langen und schwierigen Übersetzung (Englisch -> Japanisch, was ich BESONDERS gern habe). Naja, nun bin ich immerhin fertig und bald gibt es nette neue Zahlen auf meinem Konto. Aber weil meine Augen noch immer ganz  schwummrig sind, gibt es heute nur ein kleines Youtube Video, das ich für solche Anlässe bereit gehalten habe, hehe.

 

 

Kuchi, Kuchi, Kuchi, Kuchi, KU!

 

Wort des Tages: 歯科道具修理製品小売販売会社担当 – heute mal keine Übersetzung –  ihr dürft raten, was ich mit diesem Kanjimonster ausgedrückt habe :D

Geschrieben von hanayagi

April 19, 2012 um 7:46 vormittags

Veröffentlicht in Japan - Privat, Uncategorized

Die Top-5% Einkommensentwicklung in Japan, Deutschland und den USA 1945 – 2010 (1998)

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Vor einer Weile bin ich auf “The World Top Incomes Database” der Paris School of Economics gestoßen. Man kann auf der Seite etwa 25 Länder auswählen, sowie verschiedene Zeitrahmen und Einkommensgruppen (Top 10% bis 0.01%). Ich habe einfach mal Japan, Deutschland und die USA seit 1945 ausgewählt. Die Top 5% habe ich gewählt, da es keine Daten für die Top 10% in Japan gab. Leider sind in allen Gruppen die neuesten Daten für Einkommen ohne Kapitalgewinne in Deutschland von 1998.

Trotzdem interessant. Speziell der Anstieg der Einkommen der Top5% in Amerika seit etwa 1985 oder auch der zweiten Amtszeit von Ronald Reagon als US-Präsident.

Und in langfristiger geschichtlicher Perspektive, seit 1886 bzw. 191x:

Man könnte hier argumentieren, dass sich die Reichen einfach nur ihren “rechtmäßigen” Anteil wieder zurückholen. Oder aber man argumentiert, dass wir auf dem Weg zurück in die schlechte alte (Vorkriegs-)zeit sind.

Wort des Tages: 統計 – toukei – Statistik

Geschrieben von hanayagi

März 26, 2012 um 6:26 vormittags

Veröffentlicht in Links, Uncategorized

Getaggt mit

Ueber Loris

mit 4 Kommentaren

Wer sich schon immer mal gefragt hat, warum mein alter Nickname Lori lautet …

 

 

Am Wochenende gibt es mehr ueber Japan, versprochen ;)

Geschrieben von hanayagi

März 15, 2012 um 1:19 nachmittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Umzug #2

mit einem Kommentar

So, damit sind alle Artikel wieder vernuenftig verlinkt und sollten genuegend Sinn ergeben. Beim Restaurieren habe ich mir das eine oder andere Mal gedacht “oh je, ganz schoen naiv”, aber loeschen waere auch langweilig. Ich habe ausserdem auch ein paar Artikel gefunden, die ich persoenlich besonders interessant oder wichtig finde und ich glaube ich werde diese Woche ein paar Reposts vornehmen.

Nun muss ich nur noch ein wenig die Werbetrommel ruehren ;)

 

Wort des Tages: 回復 – kaihuku – die Wiederherstellung

Geschrieben von hanayagi

Februar 4, 2012 um 1:04 nachmittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Umzug

mit einem Kommentar

Hiermit ziehe ich von Kulando.de zu WordPress um, da sich auf Kulando doch so einiges angesammelt hat, was mich genervt hat. Das bedeutet auch, dass die Kommentare meiner Leser leider nicht mehr zur Verfuegung stehen und dass alle meine Artikel am 3. Februar datiert sind (wuerde das gerne aendern – weiss jemand wie?). Ansonsten gibt es noch viele broken links speziell bei den Fotos zu reparieren…

Geschrieben von hanayagi

Februar 3, 2012 um 2:18 nachmittags

Veröffentlicht in Japan - Privat, Uncategorized

Die geheimnisvolle Googlewelt

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Ich habe vor einer Weile entdeckt, dass ich in meiner Zugriffsstatistik auch ablesen kann, was die Leute so bei Google eingegeben haben. Das ist zum Teil wirklich witzig. Hier mal ein paar Beispiele der letzten drei Tage:

 

sex + mit + japaner

japanische + schulmaedchen + beim + sex

zu + alt + um + leistungssport + zu + machen

halbjapanerin + auslaender + japanisch

Japan + traditionelle + unterwaesche

was + gibt + es + nicht + in + japan

Bei einigen Suchbegriffen kann ich wirklich nicht nachvollziehen, was die Leute eigentlich suchen …

 

Wort des Tages: クリック数 - kurikkusuu – Zugriffszahlen

Geschrieben von hanayagi

Februar 3, 2012 um 1:45 nachmittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Japanologie Leitfaden – oder: Das unbekannte Land

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V.2

Japanologie – ein Leitfaden

Jedes Semester beginnen in Deutschland mehrere hundert, vielleicht tausend junge Menschen ein Japanologiestudium. Wohl die Wenigsten wissen, worauf sie sich da einlassen. Das Informationsmaterial der Universitäten ist meist beklagenswert allgemein gehalten und häufig einfach viel zu knapp. Ziel dieses kleinen Leitfadens soll es sein, Studienanfängern ein realistisches Bild des Japanologiestudiums zu vermitteln, BEVOR sie mit dem Studium beginnen. Ein paar Erläuterungen zum Leitfaden:

- Der Leitfaden baut vor allem auf meinen eigenen Erfahrungen als ehemaliger Japanologie-Student und nunmehr in Japan arbeitender Japanologe auf. Ich greife aber auch auf Berichte und Tipps von noch Studierenden und anderen Absolventen zurück.

- Der Leitfaden soll neutral sein, wobei ich ein ganz klein wenig die negativen Seiten betone. Ich tue dies nicht, weil ich denke Japanologie sei ein schlechtes Studienfach – ganz im Gegenteil Japanologie ist faszinierend und hat sehr, sehr viele unterschiedliche und spannende Unterthemen und Perspektiven – aber ich möchte eben auch ein realistisches Bild von den Problemen und Schattenseiten des Studiums vermitteln. Es gibt einfach zu viele Menschen, die ein Japanologiestudium beginnen und es dann nach ein – zwei Jahren frustriert abrechen.

- Ich gehe im Leitfaden von einem Bachelorstudium aus.

1. Japanologie – was ist das überhaupt? 

Wenn man im ersten Semester einmal seine Kommilitonen betrachtet, wird man recht verschiedenartige Menschen sehen. Dabei werden die Manga- und Animefans wohl am leichtesten zu erkennen sind. Was aber jedem, der Japanologie studieren möchte, klar sein sollte, ist, dass Japanologie sich vielerorts absolut nicht (z.B. HU Berlin) oder – wenn überhaupt – nur am Rande (z.B. Trier) mit Anime und Manga beschäftigt.
Japanologie umfasst ein breites Spektrum von Betrachtungen über Japan, dazu gehören japanische Geschichte, Theater, Literatur, Malerei, Wirtschaft …
Die Definition, was denn nun eigentlich „Japanologie“ ist, ist dabei ziemlich umstritten. Ich denke, in der deutschen Realität kann man sie wohl am besten als Regionalwissenschaft beschreiben: Alle Dinge, die sich in Japan beobachten lassen, gehören auch zur Japanologie.
Wenn ihr also Japanologie studiert, werden eure Vorlesungen zum Beispiel Titel haben wie „Populärkultur in der Edo-Zeit“, „Geschichte des modernen Japan“, „Japans Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg“, “Gender in Japan” oder „Architektur der Meiji-Zeit“.
Ihr seht, es gibt hier wirklich ein breites Spektrum, was die Wahl der Uni sehr wichtig macht. Aber dazu später mehr.
Zum Thema: „Was ist Japanologie?“ und „Wo studiere ich am besten mein Interessengebiet?“ empfehle ich den „Grundriß der Japanologie“ und den Studienführer auf Embjapan.de.

2. Japanologie – was muss ich können? 

Ein Japanologe sollte sich bereits vor dem Studium gute bis sehr gute Englischkenntnisse aneignen – eine vier im Englisch-Grundkurs ist da einfach zu wenig. Warum? Weil fast die komplette Fachliteratur, die ihr im Laufe eures Studiums lesen werdet, in Englisch abgefasst ist. Außerdem: Wenn ihr einen Auslandsaufenthalt absolviert (und das werdet ihr), werden eure Kurse sehr wahrscheinlich vor allem in Englisch stattfinden.
Ansonsten ist nicht wirklich viel Vorwissen von Nöten (naja die deutsche Sprache solltet ihr schon beherrschen und ein klein wenig Allgemeinbildung kann auch nicht schaden). Nützliche Vorkenntnisse sind:

- Eine grobe Vorstellung davon, was „wissenschaftliches Arbeiten“ bedeutet.
- Eine ungefähre Idee von japanischer, koreanischer und chinesischer Geschichte.
- Japanisch-Vorkenntnisse (z.B. Beherrschung der „Kana“-Silbenschriften)

Dies sind alles Dinge, die euch auch während des Studiums vermittelt werden, aber es kann nicht schaden, auch vorher schon etwas zu wissen, in jedem Fall habt ihr dann weniger Stress im Studium.

3. Japanologie – warum eigentlich? 

Fragt euch vor dem Studium einmal in Ruhe selbst: Warum möchte ich Japanologie studieren? Wenn eure Antwort nicht lautet: „Weil ich später einmal in Japan oder zumindest in einem Job mit Japanbezug arbeiten möchte.“, solltet ihr euch fragen, ob ihr nicht einen Fehler begeht. Japanologie ist kein Fach wie Wirtschafts-, oder Sozialwissenschaften mit dem man mehr oder weniger überall anfangen und seine im Studium erworbenen Fähigkeiten anwenden kann.
Japanologie ist sehr spezifisch, da das Thema Japan in Deutschland nun einmal ein Randthema ist. Es gibt deshalb auch nur wenige Jobs bei denen ihr eure Fähigkeiten wirklich einsetzen könnt. (Man kann natürlich auch nur zum Spass studieren, aber ich gehe mal davon aus, dass die Meisten ihr erworbenes Wissen auch gerne anwenden würden.)

Aber mehr noch. Wenn ihr die obige Antwort gegeben habt, solltet ihr euch auf Folgendes einstellen: Wer mit Japanologie Geld verdienen möchte, muss GUT sein, RICHTIG GUT. Es gibt nun einmal nur wenige Karrieremöglichkeiten für Japanologen und wenn ihr wollt, dass man gerade euch einstellt, solltet ihr auch etwas zu bieten haben. Daraus folgt dann fleissiges und ausdauerndes Lernen, sowohl der japanologischen Inhalte, als auch der japanischen Sprache, die Bereitschaft zu einem mindestens halbjährigen, besser ganzjährigen Auslandsaufenthalt und überhaupt die Bereitschaft sich ganz auf die Japanologie einzulassen.
Fragt euch also: Will ich das wirklich? Will ich wirklich ein Japanexperte werden?

4. Japanologie – vor dem Studium 

Die Bedeutung der Studienplatzwahl kann ich nicht genug betonen. Jedes japanologische Institut hat ein spezifisches Profil, das euch liegen kann, oder eben nicht. Überlegt euch genau, welches Fachgebiet und welches Institut euch liegt. Wer sich zum Beispiel für Japans Wirtschaft interessiert, wird an der Humboldt Universität wohl nicht glücklich werden, da deren Schwerpunkt auf Geschichte und Literatur liegt.
Euer Fachgebiet ist wirklich sehr wichtig. Nicht nur für eure Vorlesungen sondern auch für die Betreuung eurer Haus- und Bachelorarbeiten. Wenn ihr an eurer Fakultät nur Experten für Manieren der Edo-Zeit habt, aber gerne zum Thema „Japans Armee, die keine Armee ist“ forschen wollt, habt ihr ein Problem.
Deshalb wählt eure Uni mit Bedacht aus. Alle Universitäten haben zu ihrem Profil Vorstellungen, die ihr euch unbedingt ansehen solltet. Schaut euch ausserdem auch unbedingt das Personal dort an: Welche Forschungsschwerpunkte haben die Dozenten und Professoren (steht meist in deren Kurzvorstellung) und gibt es auf absehbare Zeit auch genug von Ihnen? Japanologien haben meist eine sehr dünne Personaldecke und hängen oft an nur einer Professur. Wenn euer Professor dann während eures Studiums emeritiert oder anderweitig abwesend ist, kann es schon vorkommen, dass ihr ein oder mehrere Semester keinen Unterricht besuchen könnt oder im schlimmsten Fall sogar die Uni wechseln müsst.
Neben den Webauftritten der Unis möchte ich euch hier noch einmal den „Grundriß der Japanologie“ sowie das Embjapan.de Forum ans Herz legen.

5. Japanologie – Studium 

Das Japanologiestudium ist ziemlich zeitaufwändig und wenn ihr sie ernsthaft betreiben wollt (siehe Punkt 3), solltet ihr euch darauf einstellen pro Woche mindestens 40 Stunden für sie zu verwenden.

Der Zeitaufwand gestaltet sich dabei wie folgt:
(etwa die ersten vier Semester)
Lehrveranstaltungen: 15 – 25 Stunden pro Woche
Selbststudium (Sprache): 15 – 25 Stunden die Woche
Selbststudium (Japanologie): 10 – 15 Stunden die Woche

(etwa ab dem vierten Semester)
Lehrveranstaltungen: 15 – 25 Stunden pro Woche (vermutlich eher abnehmend)
Selbststudium (Sprache): 10 – 15 Stunden die Woche
Selbststudium (Japanologie): 15 – 20 Stunden die Woche

Das ist natürlich nur eine Annäherung, die je nach Charakter, Vorbildung, persönlichem Ergeiz, Lebensumständen etc.pp. stark schwanken kann. Euch sollte aber klar sein, dass ihr vor allem am Anfang sehr viel Japanisch lernen müsst. Speziell die Kanji (= Schriftzeichen), von denen ihr idealerweise innerhalb von drei Jahren knapp 2000 Stück aktiv beherrschen solltet, benötigen sehr viel Zeit und Energie.

Des Weiteren wird von euch erwartet, dass ihr einen längeren Auslandsaufenthalt in Japan absolviert. Ich möchte euch das auch sehr empfehlen. Als Japanologe kann man es sich in Zeiten der Globalisierung einfach nicht leisten, Japanologie nur von Deutschland aus zu betreiben. Die meisten Universitäten bieten dazu auch ausreichend Austauschplätze in Japan an und dank einer Reihe von Stipendien (vor allem Jasso) ist es auch finanziell durchaus machbar. Bei der Studienplatzwahl solltet ihr darauf achten auf eine „gute“ Uni in Japan zu kommen, im Undergraduate-Bereich wird man euch zwar selten direkt an die Tôdai, Kyôdai, Waseda oder Keio schicken, aber auch das soll vorkommen. Andere gute Unis sind zum Beispiel die Ritsumeikan, Hôsei, Chûô, Sophia und noch etliche mehr. Ranglisten finden sich im Internet. Das ist insofern wichtig, dass in Japan bei der Auswahl von Bewerbern auf einen Job auch darauf geachtet wird, an welcher japanischen Uni man sein Auslandsjahr gemacht hat.
Während des Auslandsjahres solltet ihr versuchen, so viel Japanisch wie nur irgend möglich zu sprechen. Wenn ihr gut genug seid, besucht unbedingt auch Vorlesungen in japanischer Sprache. Generell werdet ihr in Japan weniger Stress haben als in Deutschland. Deshalb nutzt die Zeit um eventuelle Lücken in eurer japanologischen Ausbildung zu füllen. Insbesondere Schriftzeichen-lernen bietet sich hier an.

Was sind eure Ziele bei der ganzen Lernerei?
- Sprachlich auf jeden Fall mindestens JLPT2 (1000 Kanji 5000 Vokabeln, gute Beherrschung der Alltagssprache), besser JLPT1 (2000 Kanji, 10000 Vokabeln, sehr gute Beherrschung von Alltags-, und Schriftsprache).
- Japanologisch. Das lässt sich nicht ganz so einfach klassifizieren, aber ihr solltet während eures Studium mindestens 40 – 60 japanologische Werke gelesen (und verstanden) haben, sowie über ein umfangreiches Allgemeinwissen zum Thema Japan verfügen (Geschichte, Kultur, Wirtschaft, Politik, Literatur usw.). Zu den obengenannten Themen sollten euch z.B. auf jeden Fall „Sekigahara“, „Chikamatsu Monzaemon“, „Zaibatsu“, „Habatsu“ und „Matsuo Bashô“ ein Begriff sein. Ausserdem solltet ihr in ein oder zwei Themen (zum Beispiel die Themen eurer Haus-, und Bachelorarbeiten) wirklich fit sein.

5.1. Japanologie – Studium: Allgemeine Tipps 

- Versucht so schnell wie möglich möglichst viele Japaner kennenzulernen. Das geht zum Beispiel über ein Sprachtandem oder über die Betreuung von Auslandsstudenten.
- Lernt regelmäßig. Speziell die Schriftzeichen verlangen sehr viel Ausdauer. Am besten ist, ihr lernt jeden Tag.
- Sucht euch leichte japanische Texte (Jugendliteratur) um flüssig lesen zu lernen.
- Versucht ab und zu einmal einen Artikel in einer japanischen Zeitung bzw. eine Nachrichtensendung im japanischen Fernsehen zu verstehen.

6. Japanologie – Karriere 

Für eine Karriere später werden euch eure japanologischen Schwerpunkte vermutlich oft nicht so sehr helfen, aber es kann nicht schaden, auch bei den Forschungsschwerpunkten darauf zu schauen, ob man später etwas damit anfangen kann. Wenn man zum Beispiel als Bachelorarbeit zum Thema “Organisationsstrukturen von Toyota in Deutschland und Japan im Vergleich” forscht, ist das sicher eine gute Zusatzqualifikation bei Toyota und anderen international operierenden japanischen Firmen.
Übrigens: Die festen Stellen als Japanologen in der Forschung in Deutschland sind derart rar, dass ich euch nahelegen möchte, diese Idee für’s erste zu vergessen. Wenn überhaupt, dann werdet ihr eher in Japan oder Amerika eine anständige Position finden
Typische, “klassische” Japanologenberufe in Deutschland sind: Museumsführer / Kurator, Touristenführer, Übersetzer / Dolmetscher, Auslandskorrespondent in einer internationalen Firma.
Typische Berufe in Japan sind: Sprachlehrer (Englisch, manchmal Deutsch), Touristenführer, Übersetzer / Dolmetscher, Auslandskorrespondent (Zuständiger für internationale Angelegenheiten).

Darüber hinaus gibt es noch eine Unzahl Jobs mit weniger starkem Japanbezug, die man als Japanologe annehmen kann. Zum Beispiel kann man in großen Firmen als “Exot” aufgenommen werden, der dann als Korrektiv zu den “Mainstream”-Mitarbeitern wirkt.
Je nach Job kann euch auch ein klug gewähltes Neben-, bzw. Zweitfach sehr nützlich sein. Zum Beispiel Pädagogik / Germanistik / Anglistik-Amerikanistik für Lehrer, Journalismus für Auslandskorrespondenten, Archäologie für Kuratoren.
Die Wahl des Nebenfaches ist auch für eine eventuelle akademische Karriere sehr von Vorteil, da ihr so euer Profil schärfen könnt. Euer Neben- oder Methodenfach könnten zum Beispiel die Politikwissenschaften sein, die euch das nötige Handwerkszeug geben um zum Beispiel als Diplomat in Japan zu arbeiten, oder ihr werdet eben Japanologe mit Schwerpunkt internationale Politik. …. oder … oder …. oder …
Bei den meisten Jobs in Japan wird man von euch verlangen, dass ihr neben Japanisch auch Englisch beherrscht. Mit Deutsch kann man in Japan nur wenig anfangen.
Wichtige Qualifikationen für einen Job als Japanologe in Japan sind:

- Abgeschlossenes Studium
- JLPT1
- TOEFL (geht auch ohne, kann aber auch sehr helfen)
- Evtl. Arbeitserfahrung und sonstige Referenzen
- Evtl. ein passendes Zweitstudium (“Methodenfach”)

7. Japanologie – Schlussbemerkung 

Denkt dran: Japanologie ist kein Fach wie jedes andere. Ihr müsst Japanologie zu einem gewissen Grad leben und nicht einfach nur lernen, wenn ihr damit Karriere machen wollt. Sehr viele Japanologie-Studenten brechen das Studium ab, weil es ihnen zu anspruchsvoll ist (wir reden hier von 50 – 90% aller Studienanfänger, je nach Institut). Und auch ein sehr grosser Teil der Japanologie-Absolventen hat nach dem Studium nichts mehr mit Japanologie zu tun. Nur die Allerwenigsten schließen das Studium ab und arbeiten danach im japanologischen Bereich bzw. in Japan.
Ausserdem solltet ihr euch klar sein, dass Arbeiten in Japan kein Spaß ist. Das Wort „Arbeiterrechte“ gibt es hier nicht. Überstunden, geringe Urlaubszeiten, moderate Bezahlung, harsche hierarchische Strukturen, Vorurteile und Diskriminierung von Ausländern … machen das Arbeiten und Leben in Japan zum Teil sehr anstrengend.

Wort des Tages: 日本学 – nihongaku – Japanologie (woertlich das “Japan-lernen”), Japaner hoeren hier sehr oft “Nihongogaku” (“Japanisch-lernen), vemutlich, weil sie es wohl schwer vorstellbar finden, dass ein Auslaender sich ernsthaft mit ihrem Land befasst und nicht schon mit ihrer Sprache voellig ueberfordert ist.

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Edit. In V.2 habe ich folgende Korrekturen vorgenommen:

- Präzisierung zur Notwendigkeit und Wichtigkeit von Englischkenntnissen
- Weniger “heruntermachen” von Animefans und mehr Betonung von japanologischen Inhalten
- Staerkere Betonung der Wichtigkeit des Auslandsaufenthalts
- Wichtigkeit des Methodenfachs staerker betont
- Karrieremoeglichkeiten mit schwachem bzw. ohne direkten Japanbezug eingefügt
- “Fakultät” mit “Institut” ersetzt
- Lernaufwand nach oben korrigiert
- Präsisierung der Intention des Leitfadens
- ein paar Rechtschreibfehler entfernt

Geschrieben von hanayagi

Februar 3, 2012 um 10:48 vormittags

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Mhmmm Wohlgerueche

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Heute mal etwas anderes (Kopiert aus dem “Zuender-Blog”)

Stadt-Land-Gefälle: Riechende Tanz- und Datingrituale

Wie bereiten sich Städter üblicherweise auf das Ausgehen vor? Sie duschen, desodorieren sich, besprühen sich mit Parfüm. In anderen Worten: Sie tun alles, damit man nicht ihren Naturgeruch riecht. Und in der Disko? Ein Großteil sprüht auf den Toiletten sicherlich regelmäßig Deo nach.

Hier das folkloristische Gegenprogramm: Früher wussten junge Landsmänner ihre Tänzerinnen auf ganz andere Weise zu beeindrucken als durch übermäßige Hygiene. Sie steckten sich ein Tüchlein, das sie tagsüber bei der Arbeit auf dem Feld am Körper getragen hatten, ins Brusttäschchen. Mit dem betörenden Eigengeruch konnten ihnen nur die Mädchen widerstehen, die sie nicht riechen konnten.

Die Revanche der bäuerlichen Tänzerinnen ließ nicht auf sich warten. Auch sie gaben etwas von sich preis. So erhielt der Lieblingstänzer des Abends eine Apfelscheibe von ihr. Diese Apfelscheibe war besonders saftig, sie wurde nämlich schon den ganzen Ballabend lang von der Tänzerin unter der unrasierten Achsel getragen.

 

Fuer mich als Fan von Geruechen sehr interessant.

Um dem Eintrag noch eine kleine japanspezifische Note zu geben: Japaner finden, dass Auslaender oft stinken oder zumindest riechen. Ich bin hier auf Arbeit auch schon wegen meines Rasierwassers (Nivea Balsam, das ist wirklich sehr mild) angemacht worden. Ich glaube aber, dass Japaner tatsaechlich weniger Koerpergeruch haben als Europaer, vielleicht weil sie weniger behaart sind? Stinken tun in Japan nur Obdachlose, Betrunkene und ab und zu ein Salary-man nach einem langen Arbeitstag.

Wort des Tages: 臭う - niou – (nach etwas) riechen, einen Duft von sich geben (sehr haeufig negativ gebraucht)

Geschrieben von hanayagi

Februar 3, 2012 um 10:44 vormittags

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