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Ein paar Schnappschuesse (Kultur inside)

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So gestern mal wieder mein Handy aufgeraeumt und herausgekommen ist (unter anderem) das:

Das obige Foto habe ich bei einer „Awaodori“-Vorfuehrung (阿波踊り)in Tokushima gemacht, als ich meine zukuenftigen Schwiegereltern besuchte.

Awaodori besteht aus den beiden Worten „awa“ und „odori“. „awa“ ist eine alte Bezeichnung fuer die Praefektur Tokushima und „odori“ bedeutet schlicht Tanz. Das „Awaodori-Fest“ findet jedes Jahr Mitte August zum O-Bon fest statt (siehe auch Wikipedia). Zu der Zeit reisen massenweise Touristen aus dem ganzen Land an, um das Spektakel zu betrachten. Waehrend des Festes eifern etliche – hobbymaessige – Tanztruppen um die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Der Awaodori entstand laut dem Moderator der  Vorfuehrung, auf der ich war, erst Ende der Meiji-Zeit (etwa 1900), der Vater meiner Freundin mit dem ich dort war, meinte aber die Wurzeln des Awaodori wuerden bis zum Ende der Edo-Zeit reichen (etwa 1850). Laut Wikipedia (Englisch) begann der Awaodori-Brauch bereits um 1600 (also noch ein wenig vor Beginn der Edo-Zeit am Ende der Sengoku-Zeit).

Aber wie dem auch sei. Heute ist das Awaodori-Festival jedenfalls eines der beliebtesten Volksfeste Japans und steht ganz weit oben auf meiner „must-see“ Liste. Ich habe uebrigens ziemlich mies getanzt ^^

Aber das Motto des Awaodori lautet auch:

踊る阿呆に      見る阿呆    同じ阿呆なら        踊らな損、損Odoru aho ni  Miru aho  Onaji aho nara    Odorana son, son

Die Taenzer sind Idioten

Die Zuschauer sind Idioten

Wenn wir alle die gleichen Idioten sind

Dann lasst uns tanzen!

Dann noch das:

Das ist ein sogenanntes Haniwa (埴輪). Haniwa sind Lehmfiguren, die alle moeglichen Dinge darstellen koennen, haeufig sind Toepfe, Menschen und Tiere. Haniwa gehoeren zu den wichtigsten archaeologischen Zeugnissen japanischer Geschichte. Man ordnet Haniwa im Allgemeinen der spaeten Yayoi bzw. der Kofun-Zeit zu (in westlichen Begriffen etwa 300 – 600 nach Chr.), damals wurden sie oft Graebern beigelegt (Kofun bedeutet auch Huegelgrab / Grabstaette).

Dieses Haniwa ist nicht ganz so alt, stand im Garten einer Kunsthandwerkerfamilie und war selbstgebrannt (denke ich jedenfalls).

Das da unten sind:

Lecker „Rakkyou“ (らっきょう)! Rakkyou sind so etwas aehnliches wie „Silberzwiebeln“ in Deutschland: Sauer eingelegte Verwandte der gemeinen Zwiebel. Die japanische Variante hat oft einen staerkeren, aromatischeren Geschmack als die Deutsche (finde ich jedenfalls). Sehr leckeres Zeug.

Japaner machen die auch gerne mal zu Hause selbst. Dieses majestaetische Glas gehoert leider nicht mir, sondern der Kunsthandwerkerfamilie bei der auch das Haniwa stand.

Und zum Schluss:

„Rouken no kaikata“ (老犬の飼い方) – wie man einen alten Hund haelt.

Der Hund meiner zukuenftigen Schwiegereltern ist mit seinen 14 Jahren schon mehr als ein bisschen tattrig, was vor allem bei seinen Versuchen zu bellen ziemlich witzig ist. Weniger witzig ist, dass seine Hinterbeine sehr schwach sind und er nicht mehr im Stehen urinieren / defaekieren kann.

Den Titel des Buches finde ich aber irgendwie witzig. Vielleicht erschliesst sich der „Witz“ des Wortes „Rouken“ aber auch nur, wenn man Japanisch kann.

Wort des Tages:  写真 - shashin – Foto; die Kanji bedeuten „widerspiegeln, reflektieren“ und „Wahrheit“

Written by hanayagi

Februar 3, 2012 um 10:49 am

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