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Englischunterricht

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So, seit ein paar Tagen arbeite ich als Englischlehrer an vier verschiedenen japanischen Grundschulen.

Das ist ziemlich interessant. Von Seiten der Lehrer gibt es ein recht breites Sprektrum von Reaktionen auf meine Praesenz. Einige Lehrer kommen direkt auf mich zu und wollen mit mir Englisch sprechen / Unterricht vorbereiten. Andere haben fast schon Angst vor mir und mehr noch vor Englisch und bitten mich darum, den Unterricht alleine zu schmeissen (denen erklaere ich dann erst einmal die Bedeutung von „Assistant Language Teacher“ ^^).

Der Unterricht selbst ist, wie zu erwarten, natuerlich auf sehr niedrigem Niveau, ein Bespiel:

A: Hello. My name is … What’s your name?

B: My name is ….

A: Nice to meet you.

B: Nice to meet you, too.

Das variiert man dann ein bissel und baut einen kleinen Sprechgesang daraus und schon sind 30 Minuten eines Unterrichts um -.-

Die Kinder (die Lehrer aber auch) sind bisher sehr begeistert von mir, was sicher sehr stark damit zusammenhaengt, dass ich Japanisch spreche und damit, dass sie bei mir das Recht haben, einen Auslaender anzufassen / mit ihm zu spielen. In einer Klasse bin ich regelrecht zum Helden geworden, da ich in der Mittagspause mit den Kindern Voelkerball gespielt habe (keine Sorge ich habe sehr aufgepasst, nicht mit voller Kraft zu werfen😉 ). Die Kinder des gegnerischen Teams haben dann natuerlich sehr oft auf mich gezielt, waehrend mein Team „sensei wo mamore“ – „beschuetzt den Lehrer“ kreischte, sich um mich herum aufstellte und aufgrund des eingeschraenkten Bewegungsradius einer nach dem anderen abgeworfen wurde. Miese Taktik, aber ich sagte natuerlich nichts😉

Ich arbeite an vier verschiedenen Schulen und betreue ungefaehr 600 Schueler, so dass ich mir nicht die Muehe mache, die Namen zu merken (ist eh unmoeglich). Die Lehrer muessen da genuegen. Ich wohne nun aber ganz in der Naehe dieser Schulen. Das ist einerseits gut, weil ich so bequem mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann, andererseits ist das nicht so gut, weil ich nun ueberall in der Stadt erkannt werde – und natuerlich nie weiss, wer mich da gerade erkennt -.-

Gestern war es dann auch schon soweit: Ich war mit meiner Verlobten in einem sogenannten „Family restaurant“, das sind in Japan billige Ketten-Restaurants, mit Namen wie „Skylark“ oder „BigBoy“. Dort unterhielten wir uns ueber alles Moegliche, auch ueber sehr private Themen. Den Nachbartisch konnten wir nicht sehen, da ein Sichschutz angebracht war. Waehrend unserer Unterhaltung fiel mir allerdings auf, wie ungewoehnlich ruhig es am Nebentisch war ….

Tja, was jetzt kommt, wisst ihr sicher schon. Als wir aufstanden, sassen da zwei meiner Schueler + Mama ….

*arg*

Naja, im Nachhinein haben wir, glaube ich, nichts gesagt, was man nicht haette sagen sollen, wobei wir „gefaehrliche“ Themen, wie Sex oder „laestern ueber anwesende Personen“ eh immer auf Deutsch behandeln😉 Nur, dass ich eine Freundin habe, ist den Kindern jetzt bekannt und die Nachricht wird sich sicher wie ein Lauffeuer verbreiten – das wollte ich eigentlich verhindern.

Ab sofort gilt: Immer in der Umgebung nach Kindern Ausschau halten!

Wort des Tages: ばれる - bareru – auffliegen, die Wahrheit kommt heraus

Written by hanayagi

Februar 3, 2012 um 10:58 am

Veröffentlicht in Japan - Humor, Japan - Privat

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