japanbeobachtungen

Just another WordPress.com site

Japanische Eigenheiten

leave a comment »

Gestern habe ich bei einem lokalen Event der „Tour de Kusatsu“ mitarbeiten duerfen. Es war ziemlich kalt, weil windig und ich musste den ganzen Vormittag draussen stehen. Naja so gegen 11.30 kam immerhin die Sonne heraus.  1700 Fahrer nahmen an dem Rennen teil, was ich doch recht erstaunlich fand.

 

Spaeter durfte ich noch einen Manjû (http://en.wikipedia.org/wiki/Manj%C5%AB) Stand beschützen und man glaubt gar nicht wie viele Menschen trotz klarer „ein Manjû pro Teilnehmer“ Ansage sich mehrere nehmen wollten. Naja 90% waren brav.

Nachmittags gegen 15.15 war der ganze Spuk dann vorbei. Gewonnen (1er Platz, Championklasse) hat ein (vermutlich) Amerikaner mit recht beschränkten Japanischkenntnissen.

Interessant war aber dieZeit danach: Wie es in Japan üblich ist, waren wir zum Übergeben der Teilnahmeurkunden (wie gesagt 1700 Fahrer) ziemlich viele Leute, ich denke mal 20+. Nur war es so, dass nach dem grossen Ansturm, so gegen 15.15 Uhr nur alle paar Minuten jemand kam, um seine Urkunde abzuholen. Man haette das also auch mit 2 Leuten locker bewaeltigen koennen. Nichtsdestotrotz blieben alle brav bis um 16 Uhr, dem offiziellen Ende der Veranstaltung sitzen und drehten Daeumchen. (Ich natuerlich auch.)  Auch den Japanern (neben mir sass ein ranghoher Mensch) war klar, dass das Zeitverschwendung ist, was aber niemand zum Anlass nahm, etwas dagegen zu tun.

Was ich mich frage ist nun: Ist das eine Eigenart oeffentlicher Angestellter (so etwas soll es in D. ja auch geben) oder eher japanischer Arbeitsethos.

Ich habe schon oft erlebt, dass Japaner wesentlich mehr Leute fuer eine Arbeit abstellen, als man in Deutschland fuer die gleiche Arbeit abstellen wuerde. Meist lautet die Begruendung in etwa, dass man auf Nummer sicher gehen wolle, falls ploetzlich doch noch ein Berg Arbeit vom Himmel faellt.

Vielleicht hat das auch mit dem Gruppendenken hier zu tun. Ich habe zwar schon mehrfach von den Kollegen in meiner Abteilung bestaetigt bekommen, dass es OK is, wenn ich um 17.30 Uhr (offizieller Feierabend) nach Hause gehe, nichtsdestotrotz sind fast immer fast alle Kollegen bis 18 Uhr, 18.30 im Buero. (Ich gehe trotzdem, habe schliesslich einen Vertrag!!!) Ich glaube mir laesst man das nur durchgehen, weil ich der Auslaender bin. Von den Lehrern der Mittelschule hier, die auch gern mal bis um 10 (!) auf Arbeit bleiben (auch dort ist offiziell um 5 Feierabend soweit ich weiss) gar nicht zu reden.

Komische Japaner.

Wort des Tages: 外人 gaijin, woertlich: Mensch von draussen; Auslaender.

Advertisements

Written by hanayagi

Februar 3, 2012 um 9:07 am

Veröffentlicht in Japan - Privat, Japan - Seltsam und Interessant

Tagged with

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: