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Japanklischees: Sex

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Es gibt eine ganze Reihe von Klischees ueber Japan, die von den deutschen Massenmedien immer wieder breitgetreten werden und oft genug sehr weit an der Realitaet vorbeigehen. Heute will ich mal mit den Klischees zum Thema Sex aufraeumen.

1) Unterhosenautomaten. Auch wenn viele deutsche Maenner das scheinbar sehr wuenschenswert faenden: Automaten mit getragenen Unterhosen gehoeren in Japan NICHT zum Strassenbild. Ich bin mittlerweile schon ganz gut in Japan herumgekommen und habe auch schon einige Rotlichtviertel besucht – und ich habe KEINEN EINZIGEN Unterhosenautomaten gesehen.

Ich sage nicht, dass es ueberhaupt keine gibt (im Gegenteil es gibt sogar richtige Laeden), aber man muss sie auf jeden Fall suchen.Dieses unsinnige und laecherliche Klischee wurde uebrigens – wie sollte es auch anders sein – von den privaten Fernsehsendern in die Welt gesetzt. Nach dem Motto „die verrueckten Japaner“.

„Verrueckt“ ist aber auch hier nur ein verschwindend geringer Teil der Menschen. Wie faendet ihr es, wenn viele Japaner denken wuerden in Deutschland stuenden alle Menschen auf „Natursekt-Spiele“? Richtig, ihr faendet euch verunglimpft, da nur ein verschwindend geringer Teil der Deutschen auf solche Spielchen steht.

Noch einmal: Die Unterhosenautomaten-geschichte ist ein maßlos uebertriebenes Geruecht.

2) Japaner haben keinen Sex. Es stimmt: Verheiratete Japaner haben deutlich weniger Sex mit ihren Ehepartnern als ihre Konterparts in Europa und Amerika. ABER es gibt immer auch noch eine andere Seite: Japan hat eine der hoechsten Abtreibungsraten der Welt (das hat auch mit mangelnder Sexualerziehung zu tun) und die Unizeit in Japan ist mehr oder weniger nur dazu da, sich „die Hoerner abzustossen“, d.h. es wird ge***** bis der Arzt (naja die Abtreibungsklinik) kommt.

Die Geschichte mit den Lovehotels ist uebrigens ausnahmsweise einmal wahr: Es gibt sie in jeder halbwegs groesseren Stadt und sie werden vor allem von jungen Menschen frequentiert, die sonst kein ungestoertes Plaetzchen haben … und ausserdem – und hier schliesst sich der Kreis – werden sie von verheirateten Menschen benutzt, die eine Affaere haben. Verheiratete Japaner haben naemlich nicht nur wenig Sex in der Ehe, sondern sie gehen auch sehr viel fremd. Seitenspruenge und auch laengere Affaeren sind – vor allem fuer aeltere Japanerinnen – wesentlich „erduldbarer“ als in Europa. Fuer viele – wiederum vor allem aeltere – Japaner gilt der Ehepartner nicht so sehr als Sexualpartner, als vielmehr als Familienmitglied. Die Standardansprache fuer die eigene Frau lautet dann auch „Mutter“ byw. fuer den eigenen Ehemann „Vater“.

Ein typisches „Drama“ wuerde sich so abspielen: Frau entdeckt, dass ihr Mann fremdgeht, hofft aber, dass er irgendwann zu ihr zurueckkehrt und „ertraegt“ daher still ihr Schicksal. Mann geht ueber laengere Zeit mit seiner Geliebten fremd und beschliesst schliesslich seine Frau fuer die Geliebte zu verlassen.

In Deutschland wuerde die Frau sehr viel wahrscheinlicher ihren Mann zur Rede stellen und ihn vermutlich bald verlassen. Dass eine deutsche Frau mit ihrem Mann zusammenbleibt, obwohl dieser eine Langzeitaffaere unterhaelt, ist, glaube ich, ziemlich selten.

Denkt mal drueber nach.

Wort des Tages: 偏見 - henken – Klischee, Vorurteil

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Written by hanayagi

Februar 3, 2012 um 10:36 am

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