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Kamakura

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So da bin ich wieder. Zwei Wochen dolmetschen und zwei groessere Schnitzer dabei. Naja ganz passable Bilanz. Zur Belohnung sind meine bessere Haelfte und ich nach Kamakura gefahren.

Kamakura? Kulturbeflissene Japaninteressierte werden hier interessiert aufhorchen. Kamakura ist quasi das Nara (Kyoto) in der Naehe von Tokyo. Es gibt hier Dutzende Tempel, einen „grossen Buddha“ und viele, viele Zeugnisse aus dem japanischen „Mittelalter“. Kamakura ist Namensgeber der Kamakura-Periode, die von 1192 bis 1333 andauerte. Mein Held Minamoto Yoritomo (ein Taira) leitete als Shogun diese Epoche ein. Seine Nachkommen oder Verwandten (weiss nicht genau) waren die Hôjô (方丈, Zeichen an Tempeln lesen sich aber meist von rechts nach links), die ueberall in Kamakura ihre Spuren hinterlassen haben und knapp 150 Jahre lang die Geschichte Japans bestimmten. Ihr Clanwappen sind drei Dreiecke, wie sie der geneigte Westler auch schon aus der Zelda Reihe kennt (die „Triforce“). Siehe z.B. hier, im Enkakuji:

Im gleichen Enkakuji, einem der bekanntesten Tempel (Kita-) Kamakuras, liegt uebrigens auch Ozu Yasujirô (小津 安二郎) begraben, der Liebhabern des japanischen Kinos ein Begriff sein sollte.

Ausser den Tempeln und dem grossen Buddha selbst ist aber auch die Stadt Kamakura einen Besuch wert, hier reiht sich ein Geschaeft an den anderen, verkauft werden vor allem Souvenirs meist klassischen Stils, z.B. „Tenugui“ (手ぬぐい, traditionelle japanische Handtuecher), Yukata, Teeschalen usw. Es gab vor ein oder zwei Jahren auch ein TV Drama, das in Kamakura spielt, mit dem Titel „Oishii Gohan“ (おいしいご飯, leckerer Reis). Wie der Titel schon nahelegt, geht es dabei um einen Reishaendler, die als Spezialisten auch in Japan schon eher selten zu finden sind. (Siehe auch mein Eintrag zum Thema Reis.)

Darueber hinaus hat Kamakura noch einen recht beruehmten „Nampa“-Strand (ナンパ、aufreissen) zu bieten, an dem sich dann meist in sehr knappe Bikinis gekleidete Japanerinnen der Anmache durch „coole“ Jungs feilbieten. In der Naehe gibt es noch das ebenfalls sehenswerte Enoshima, dem ich aber bei Gelegenheit einen eigenen Eintrag widmen werde.

Zum Schluss einen weiteren Schnappschuss aus Kamakura:

Ein kleiner Schrein mit Jizô-Statuen (地蔵), dem Schutzbuddha der Schwangeren, der heute in Japan aber vor allem als Schutzgottheit fuer kleine Kinder gesehen wird, bzw. den Seelen der bei Fehlgeburten bzw. Abtreibungen gestorbenen Foeten Geleit und Schutz gibt. Angesichts der Abtreibungsraten in Japan durchaus eine wichtige Funktion.

Wort des Tages: 臨在 – rinzai – Eine der drei grossen Zen Schulen in Japan, viele ihrer Tempel stehen in Kamakura.

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Written by hanayagi

Februar 3, 2012 um 10:26 am

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