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Manchmal moechte ich nur noch die Haende ueber dem Kopf zusammenschlagen …

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Gestern in Shibuya (Tokyo) entdeckt:

Ja, es ist endlich so weit! Der Film „Hachi – Yakusoku no Inu“ mit Richard Gere in der Hauptrolle laeuft an! Juhu! Freude! …

What… Teh…. Fuck…

STOP!

Bevor ich weiter auf den Film eindresche, moechte ich doch einen kleinen Ueberblick geben, worum es hier geht. Also: Hachikou (ハチ公) war ein Akita-ken (Hunderasse), der in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts einem Professor der Tokyo Universitaet gehoerte. Der Hund hatte die Angewohnheit, am Bahnhof Shibuya auf sein Herrchen zu warten. Dann starb der besagte Professor aber ploetzlich an einem Schlaganfall, was den Hund aber nicht davon abhielt, weiterhin zur verabredeten Zeit am Bahnhof herumzuhaengen. Das tat er jahrelang, genaehrt von milden Gaben von Passanten. Ein Student des Professors machte die Geschichte im ganzen Land bekannt, Hachikou wurde ein nationales Symbol und man hat ihm eine kleine Statue am Bahnhof Shibuya errichtet. Diese Statue ist noch heute der zentrale Treffpunkt, wenn man in Shibuya ausgehen moechte.

Ich spekuliere mal, der treue Hund hat einen Nerv bei „den Japanern“ getroffen, speziell wenn man die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg bedenkt. Bedingungslose Treue gegenueber dem Herrchen auch ueber den Tod hinaus, das hat schon was.

Auch im Westen ist die Geschichte zumindest einigen Menschen bekannt und tauchte zum Beispiel in „Futurama“ auf. Es gab auch mal einen japanischen Film dazu.

Das zur Geschichte von Hachikou. Was mich extrem stoert, ist, dass Hollywood die Story nun entdeckt hat. Und wie es nun einmal in Hollywood Unsitte is, wurde der Film dem heimischen Publikum angepasst, man kann ja auch nicht vom Durchschnittszuschauer erwarten, dass er mal ueber den eigenen Tellerrand hinausschauen moechte.

Was folgt:

– die Handlung spielt nicht mehr in Japan, sondern irgendwo in Amerika (oder GB?)

– Richard Gere spielt die Hauptrolle als Professor (warum gibt der sich fuer so einen SCHEISS her?)

Wenn ich schon dieses Plakat sehe, koennte ich mich von Herzen uebergeben.

Am 8.8. geht’s los und ich werde mir den Film ganz sicher nicht ansehen. Aber vielleicht kaufe ich eine DVD fuer meine Mutter, die liebt naemlich alle Filme, die mit Hunden zu tun haben …

So, ich gehe dann mal Kopf-gegen-Wand-schlagen.

Wort des Tages:  信じられない - shinjirarenai – „ich fass‘ es nicht“ (von „shinjiru“ = glauben)

P.S. Wir haben uns in Shibuya uebrigens den neuen Harry Potter (jap. „Haripo-“ hihi) Schinken angeschaut.

Written by hanayagi

Februar 3, 2012 um 1:42 pm

Veröffentlicht in Alles mit Kultur, Japan - Humor

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