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Neujahr

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Neujahr ist neben O-Bon in Japan eines der beiden wichtigsten Feste des Jahres. Aus diesem Anlass moechte ich heute mal ein wenig ueber die Braeuche des japanischen Neujahrsfestes berichten und habe auch eine ganze Reihe Fotos dazu.

Dann fangen wir mal an. Es beginnt alles mit traditionellem Neujahrsschmuck, der in seiner Funktion und auch in der Form ein wenig an den Weihnachtsschmuck in Deutschland erinnert. Wir haben uns natuerlich auch einen solchen Schmuck im oertlichen Supermarkt besorgt und an unsere Tuer gehaengt.

Ist klar, dass die Dinger Glueck bringen sollen.

In der Nachbarschaft fanden sich dann noch ein paar andere huebsche Motive.

 

Wie man auf den Bildern sehen kann, sind Reisstroh, Bambus und japanische Kiefer als Materialien beliebt. Auf dem letzten Bild steht „Kingashinnen“: „Ein glueckliches neues Jahr!“

Das eigentliche Fest findet zwar am 1.1. des neuen Jahres statt, aber der Brauch des „Glockenlaeutens am Silvesterabend“ (除夜の鐘, joya no kane), wird bereits in der Nacht des 31.12. zelebriert. Dabei werden die Glocken in buddhistischen Tempeln geschlagen, wobei jeder Schlag fuer das Aufgeben einer Begierde (im buddhistischen Sinne) steht. Insgesamt gibt es 108 Suenden und damit auch genau 108 Schlaege. Da es eine Ehre ist, die Tempelglocke zu schlagen, braucht man bei bekannteren Tempeln eine Einladung oder sollte grosszuegige Spenden machen.

Wir waren dieses Jahr im Jindaiji (深大寺) bei uns um die Ecke. Und nun die Fotos.

 

Die Herren in den grauen Hemden (裃, kamishimo, traditionelle Samuraigewaender) sind wohl Grossspender oder haben sich sonstwie um den Tempel verdient gemacht und duerfen bei der Zeremonie mitmachen. Die Glatzkoepfe sind Priester.

Das eigentliche Ereignis ist aber nicht Joya no Kane, sondern „Hatsumoude“ (初詣), der erste Tempelbesuch im neuen Jahr. Diesem Besuch wird ziemlich viel Bedeutung zugemessen und viele Japaner versuchen bis spaetestens zum 3.1. einen Tempel zu besuchen.

Wir waren dann am naechsten Morgen wieder in unserem Tempel ….

Es gab einen riesigen Menschenauflauf und eine mehrere hundert Meter lange Schlange bis zum Hauptaltar des Tempels. Natuerlich gab es auch die obligatorischen Fressbuden und wir haben uns das Folgende gekauft.

Das ist eine „Sumomo“ (すもも, eine Art Pflaume wie es scheint) in Zuckersirup getunkt. Da ich noch nie eine gegessen habe, wollte ich es mal probieren, aber das Ding war wirklich sehr, sehr sauer.

Freundin hat sich uebrigens mal richtig schoen herausgeputzt und einen Kimono getragen (waehrend die allermeisten Japaner in normaler Alltagskleidung zum Tempel gingen, siehe auch Foto oben), die Fotos will ich euch nicht vorenthalten:

Neben ihr steht ein „Kadomatsu“ (門松), quasi eine Luxusvariante des Neujahrsschmucks.

Und hier noch einmal der Schutzumhang fuer denselben Kimono (die Dinger sind teuer und lassen sich nur schwer reinigen).

Wort des Tages: お正月 – oshougatsu – Neujahr

Written by hanayagi

Februar 3, 2012 um 10:40 am

Veröffentlicht in Alles mit Kultur, Japan - Privat

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