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Tokyoter Wochenenden: Kleine Aergernisse

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Dieses Wochenende habe ich das „Nationale und transnationale Diskurse. Japan und Asien – Deutschland und Europa“-Symposium besucht, welches im Goethe Institut Tokyo stattfand. Es ging darum, was Nationalitaet bedeutet, welche Formen Nationalismus hat, woher er kommt, wie er behandelt wird usw.

Die Vortraege waren durchweg interessant, speziell die Vortraege von Frau Onuki (u.a. zum Thema Jugendliche und Nationalismus in Japan) und Herrn Hielscher (Vergleich zwischen Nationalismus / Patriotismus Debatten in D. und J.) fand ich thematisch sehr spannend.

Dann kam es aber, wie es kommen musste: Wider besseren Wissens blieb ich auch zur offenen Diskussionsrunde sitzen und durfte mir im Folgenden die unsaeglichen Beleidigungen des Intellekts der Vortragenden von schwadronierenden Idioten anhoeren.

Es gab sie alle:

Den eifernden (strunzdummen) Ideologen.

Den „ich habe eine kurze Frage“ 10 Minuten-Kurzreferat Halter.

Eine Mischung aus beiden, die es nicht einmal fuer noetig hielt, etwas auch nur vage mit dem Thema in Zusammenhang stehendes zu sagen.

Ich kann es nicht ausstehen, wenn solche Suppenkasper das intelektuell stimulierende Erlebnis eines guten Vortrags oder gar Symposiums mit ihren Duemmlichkeiten zerstoeren.

Und es gibt sie IMMER, wirklich IMMER. Kein Thema ist ihnen zu bloed, um sich selbst zu inszenieren.

 

Aergernis #2: Ich sitze im Zug nach Shinjuku, lese Manga (auf Japanisch natuerlich!) und hoere Musik per Ipod. Na, wozu denkt ihr, erbloedet sich der alte Mann neben mir? Genau, er spricht mich an (hallo, wenn ich Stoepsel im Ohr habe, signalisiere ich: „NICHT ANSPRECHEN!!!“) und fragt mich, ob ich das, was ich gerade lese, auch wirklich lesen koenne.

Nein! Ich tu nur so! Ich schau mir nur die Bilder an! … Selbstverstaendlich kann ich den Manga, den ich lese auch lesen! (Tautologie beabsichtigt.)

Da ich zu dem Zeitpunkt auf dem Weg von meiner Freundin nach Kusatsu war und damit eine Woche ohne Freundin vor mir lag, war ich entsprechend nicht besonders gut gelaunt. Trotzdem habe ich dem alten Mann – mit einer fuer meine Verhaeltnisse engelsgleichen Countenance – hoeflich gesagt: Ja, kann ich.

Mein Tonfall sprach natuerlich eine andere Sprache.

Ich weiss, ich habe mich hier schon einmal ueber Japaner ausgeheult, die einen chronisch unterschaetzen. Naja, dieses Mal habe ich mich schon weniger aufgeregt. (Auch wenn das gerade nicht so rueberkommt.)

Wort des Tages: ばかばかしい - bakabakashii – einfaeltig, bloedsinning, laecherlich

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Written by hanayagi

Februar 3, 2012 um 9:37 am

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