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Sex in Japan, Teil 5: Japanische Daten

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In den vorhergehenden Artikeln dieser Serie habe ich ausschließlich westliche Quellen zitiert und man könnte mich mit gutem Recht dafür kritisieren. Deshalb gibt es heute auch ein paar japanische Quellen.😉

 

Zuerst einmal habe wir hier eine japanische Zusammenfassung von Daten aus dem Durex Global Sex Survey Report von 2005 (vorherige Artikel nutzen den neueren Report von 2006 bzw. 2008!), die ich aufgrund der Zusammenstellung interessant fand.

 

Zur Erklärung: In der oberen Grafik bezeichnet der purpurfarbene Kreis die „Asiengruppe“ (Indonesien, Indien, Malaysia, Vietnam, Taiwan, Singapur) , der pinkfarbene Kreis die „osteuropäische Gruppe“ (Kroatien, Tschechien, Bulgarien, Serbien) und der gelbe Kreis die „südeuropäische Gruppe“ (Griechenland, Frankreich, Italien, Portugal). Die X-Achse gibt dabei die Anzahl des Geschlechtsverkehrs pro Jahr und die Y-Achse gibt den Grad der sexuellen Zufriedenheit (%) an.

 

Japan spielt, wie nach den vorherigen Artikeln nicht anders zu erwarten, in seiner eigenen Liga und ist ganz links unten zu finden. Was die Zufriedenheit angeht, so sind nur Chinesen unzufriedender und was die Häufigkeit angeht, so würde ich sagen, breiten wir lieber den Mantel des Schweigens darüber aus.

 

Der untere Teil der Grafik gibt die Daten noch einmal in Zahlen wieder. Der globale Durchschnitt beträgt 103 mal Geschlechtsverkehr im Jahr und 44% Zufriedenheit (Japan: 45 mal und 24%)

 

Und nun habe ich noch eine Studie, die von einem National Center for Global Health and Medicine  für das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt durchgeführt wurde.

Vergleich des Sexualverhaltens in „wichtigen Laendern“ in %  (links Maenner, rechts Frauen)

Die pinkfarbenen Balken geben die Prozentzahl von Menschen mit mehr als 5 Sexpartnern im letzten Jahr an. Hier finde ich das einzige interessante (aber nicht unerwartete) Ergebnis ist, dass mehr Männer als Frauen angeben, mehr als 5 Partner gehabt zu haben.

 

Die purpurfarbenen Balken geben die Prozentzahl von Menschen mit mindestens zwei Mal Sex pro Woche an. Wie nicht anders zu erwarten, hat Japan (jeweils ganz rechts) mit 9.8% bzw. 9.0% den mit Abstand niedrigsten Wert.

 

Die gelben Balken geben die Prozentzahl von Menschen an, die im letzten Jahr mindestens ein Mal die Dienste einer/s Prostituierten genutzt haben. Hier ist die Datenlage zwar etwas dünn (keine Daten für Frauen und nur siebenvon neun Ländern bei den Männern) aber trotzdem fällt auf, dass Japan (13.6%) und Spanien (11%) sehr viel höhere Werte haben, als die anderen Länder. Mit anderen Worten: Jedes Jahr nutzen etwa einer von sieben Japanern und einer von neun Spaniern Prostitution.

 

Die blauen Balken geben die Prozentzahl von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Erfahrungen an. Hier fällt der hohe Wert Hollands mit 13.4%  und der niedrige Wert Japans mit 1.5% auf. Wer es noch nicht wusste: Japan ist ein SEHR konservatives Land, was gleichgeschlechtliche Liebe angeht. Lasst euch da mal nicht von Hardo Gay und „Tarento“-Konsorten täuschen.

 

Noch einmal zusammengefasst: Sehr wenig Sex, sehr wenig gleichgeschlechtliche Liebe und sehr viel Prostitution in Japan. Das sind eben die Auswirkungen, wenn man ein rigides Sexualregime hat.

 

Wort des Tages: 性行動 – seikoudou – sexuelle Aktivitäten; Sexualverhalten

Written by hanayagi

April 11, 2012 um 1:02 am

2 Antworten

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  1. Neben der genannten hohen Prostitutionsrate finden wir auch beachtliche Umsätze in den AV-Produktionen, sowohl im hetero-, aber auch, und sehr speziell, im homosexuellen Bereich. Und hier wiederum sind gerade Frauen eine „treue“ Klientel der Gay-AV-Produktionen, die etwas aufwändiger (Storyline, Ausstattung, …) hergestellt werden.

    Zu den Statistiken:
    Ich denke, die oben genannten Statistiken sind repräsentativ für das „offizielle“ Denken der Japaner. Von der Mehrheit nicht geschätzte Werte und Wertvorstellungen schlagen sich dann auch in (anonym) durchgeführten Umfragen nieder. Die „inoffizielle“ und „gefühlte“ Statistik wird hier etwas anders ausfallen.
    Hardo Gay war ja als Comedy-Format gedacht und nicht als ein geouteter, abgedrehter Gay-Star, der seine witzigen Auftritte hat. Der japanischen Homoszene hat dies nicht unbedingt geholfen… Mir haben seine Filme gefallen.

    Quendolin

    April 11, 2012 at 5:37 am

    • Yo, schoen gesagt. Zu Hardo Gay hat mir ein japanischer Homosexueller mal gesagt, dass er weder gut noch schlecht fuer die Szene ist.
      Und was die Adult-Entertainment Umsaetze angeht, so verweise ich mal auf den Artikel von morgen😉

      hanayagi

      April 12, 2012 at 12:42 pm


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