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Sex in Japan, Teil 8: Anekdoten

with 13 comments

In diesem letzten Teil meiner kleinen Serie zum Thema Sex möchte ich ein paar Anekdoten zum besten geben. Und es waren erst diese Berichte von Japanerinnen, die mich dazu gebracht haben, mich weiter einzulesen und schlussendlich diese Serie zu schreiben.

 

Sexuelle Belästigung (im Zug)

 

Ich habe bisher sechs Japanerinnen und eine Ausländerin im Alter von 20 bis 40 Jahren befragt, ob sie schon einmal sexuell belästigt (vulgo: begrapscht) wurden, während sie im Zug waren. Alle (!) bejahten dies. Da wundert mich die Einführung der Frauenwaggons nun wirklich nicht mehr.

 

Sexuelle Befriedigung, ein paar Zitate (alle aus dem Japanischen übersetzt):

 

– „Sex ist nicht so wichtig“

– „Ich liege dann immer nur da und hoffe er ist bald fertig.“

– zwei Frauen in einer Gruppe von vier: „Ich spiele den Orgasmus meist nur vor.“

– „Ich hatte letztes Jahr zwei Mal Sex mit meinem Freund.“ (die Gute war 30)

– „Nah, Sex hat mir nie besonders Spass gemacht.“

 

Gesonderte Anekdote:

 

Eine Frau hat zum ersten Mal Sex überhaupt und natürlich auch mit ihrem Freund. Beim Eindringen schmerzt es, was sie ihm auch mitteilt. Seine Antwort: „Ohne Kondom tut es nicht so weh!“ Sie: „OK.“ (Wait, what???)

Er hatte vor ihr wohl schon mit einigen Frauen geschlafen, weshalb sie ihn eigentlich bitten wollte, sich auf sexuell übertragbare Krankheiten zu untersuchen. Am Ende hat sie ihn nicht gefragt, weil zu feige.  Und verhütet haben sie dann mit „rausziehen“. Die Beiden sind Akademiker und jetzt verheiratet …

 

Teh end!

 

Wort des Tages: 下ネタ – shimoneta – Anzüglihkeiten, Reden über Sex

Written by hanayagi

April 15, 2012 um 11:24 pm

13 Antworten

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  1. Boah immer diese „rauszieh“-Taktik!!
    Das bereitet mir so üble Kopfschmerzen… Wie kann man in solch einem hochtechnisierten Land so dämlich sein, was Sex angeht??
    Könnte ich mich den ganzen Tag drüber aufregen…

    anjifrosch

    April 16, 2012 at 4:10 am

  2. Das muss ein ganz schönes Tabu-Thema sein, wenn die Leute so wenig drüber wissen.
    Haben die gar kein Problem damit, dir die ganzen Geschichten zu erzählen? Reden Japaner auch untereinander in Freundinnengruppen etc. über solche Themen?
    Und, ich denke viele dieser Kurzanekdoten kann man genau so auch nach Deutschland übertragen. Nur die sexuelle Belästigung im Zug bereitet mir wirklich kopfschmerzen. ~~Da ist Mann wieder froh, ein Mann zu sein.

    Horus

    April 16, 2012 at 11:49 am

    • Ich hab mal versucht, mit ein paar Japanerinnen über die Pille zu reden. Es folgte nur verlegenes Gekicher und ein „lass uns das Thema wechseln“. Mit guten Freundinnen zu zweit geht das schon eher, aber in Gruppen, wie es hier durchaus mal normal ist (sogar wenn Jungs/Männer dabei sind, unter Studenten zumindest ist das kein Problem) nach meiner Erfahrung unmöglich.

      Julia

      April 20, 2012 at 5:37 pm

  3. In Japan wurde ich nie belästigt (begrabscht) aber dafür in Europa!😡
    Zu der Rauszieh-Taktik: ganz ehrlich, wenn man horny ist, dann scheiß auf die Logik! Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, kann aber eine (von vielen) Erklärungen sein!

    Kiwisplit

    April 16, 2012 at 1:00 pm

    • In Japan wurde ich nie belästigt (begrabscht) aber dafür in Europa!😡

      Dito. Ich sag nur Italien.

      Julia

      April 20, 2012 at 5:37 pm

  4. @Anji Weil dieses schoene hochtechnisierte Land eben auch sehr, sehr konservativ ist🙂

    @Horus
    1) Ja
    2) Nein😀 (bin halt der Deutsche, dem die Frauen vertrauen, hehe – und ausserdem kann man ja auch Freundinnen nach ihren Anekdoten befragen)
    3) Ja, natuerlich
    4) Ja, lange lebe der Zipfel!

    @Kiwi Ich glaube nicht, dass das das Problem ist, sondern einfach Unwissen (speziell der Frauen) bzw. mangelndes Interesse (vor allem der Maenner)

    hanayagi

    April 16, 2012 at 1:20 pm

  5. Neulich im Bekanntenkreis:
    „Mein Gott, ich bin schon wieder schwanger. Dabei wollten wir bei 3 Kindern eigentlich aufhören. Ich bin total geschockt!“ – „Wie habt Ihr denn verhütet“ ? „Ver… ? Öhm, na, wie immer, Koitus interruptus eben, wie immer“.
    Kein Witz. Mit diesem Hintergrund ist die niedrige Geburtenrate wirklich sehr, sehr frustrierend: Wenn dann schon mal ein Pärchen ein Kind bekommt, ist es auch noch oft ungeplant.
    Andererseits – bei all dem Gerede über Unlust am Sex sollte man nicht vergessen, zu erwähnen, dass durchaus auch viele Japaner Spass daran haben. shimoneta sind schliesslich auch nicht umsonst fester Bestandteil… in diversen Kreisen…

    tabibitox

    April 16, 2012 at 4:41 pm

  6. Verstehe ich nicht. Verstehe ich einfach nicht. Dieses Unwissen und dennoch ist die Geburtenrate so niedrig. Andererseits kann man sich so natürlich denken, wie die hohe Abtreibungsrate zustande kommt. Aber dennoch, das Interesse an Sex ist ja auch bei den Japanern gegeben und im Gegensatz zu Deutschland liegt auch der Erotikkram ziemlich offen rum. In Akihabara sind mein Kumpel und ich in den Comic Toranoana, sag ich zu ihm „Lass uns nach oben fahren und dann Stockwerk für Stockwerk abklappern.“, steigen in den Aufzug, fahren ins sechste Stockwerk (auf Japanisch: 7F), die Tür geht auf und wir stehen in der Ero-Doujinshi-Abteilung – und keine Sau scheint’s zu interessieren, ob du da bist. Man geht da durch wie im Supermarkt. Ist’s irgendjemand peinlich? Schien mir nicht so.
    Ein Stockwerk runter. Zack. Ero-Manga-Abteilung! Das gleiche Spiel. Wieder eines runter. Schulmädchen und -jungs kaufen Merchandising, in einer Ecke ist ein Vorhang. Ich geh durch. „Oh, die Eroge-Ecke.“
    Wie würde coolio sagen? Heiliger Batman! In Deutschland traue ich mich nicht mal länger als zwei Sekunden einen Sexshop anzusehen ohne Angst zu bekommen, dass mich jemand für ein perverses Ferkel hält.
    Und dann sagen Japanerinnen „Ich hab’s mit dem Sex nicht so…“. Also irgendwie… ne?

    HamuSumo

    April 16, 2012 at 7:17 pm

  7. Zum Thema CI unbedingt lesenswert: http://abcnews.go.com/Health/Economy/story?id=7688558&page=1
    Und andere, aktuellere Forschungsergebnisse, Google-sensei weiß mehr.
    Grob verkürzt ergibt sich 22% „Fehlerrate“ beim Rausziehen vs. 18% beim Männerkondom. Egal wie genau die Zahlen sind—CI heißt nicht automatisch Russisches Roulette (bzgl. Schwangerschaft).

    遅刻魔

    April 16, 2012 at 11:48 pm

  8. @Tabibitox Ja, sehe ich genauso. Speziell das mit dem Shimoneta. Ich habe so das Gefuehl, dass der gute Coolio auch oft in solchen Kreisen verkehrt.😉

    @HamuSumo Was die Abtreibungsrate angeht, so scheint zumindest die offizielle Rate mittlerweile auf ein mit anderen Industrienationen vergleichbares Level abgefallen zu sein. (Sorry, zu faul jetzt die Quelle zu suchen)
    Und was Sex Merchandise angeht: 1) In Japan wird OEEFENTLICH nicht ueber Sex gesprochen, das bedeutet aber nicht, dass es keine Subkulturen gibt, in denen mehr oder weniger alles erlaubt ist. Speziell Akihabara, Shibuya und Roppongi sind eben NICHT repraesentativ.
    Ausserdem solltest du den Konsum von Produkten der Sexindustrie auch nicht gleich gleichsetzen mit sexueller Aktivitaet oder auch nur sexueller Offenheit. Hier kommt es eben auf die Inhalte an. Vergleiche zum Beispiel mal die Inhalte von deutschen und japanischen Durchschnittspornos (Hint: Vergewaltigungsphantasien, Fetische, „Realismus“). Und auch bei Sexshops kommt es auf die Details an. Ich habe in deutschen Sexshops regelmaessig Paare shoppen gesehen. In japanischen Sexshops scheint mir das doch eher selten zu sein.

    @Chikokuma Interessanter Artikel. Ich persoenlich bin der Meinung, dass Kondome keine besonders sichere Verhuetungsmethode sind. (siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_birth_control_methods)

    hanayagi

    April 17, 2012 at 12:56 am

    • Shimo….was? Quark! Ich bin in ganz normalen Kreisen unterwegs
      und in denen straeuben sich mir schon die Haare. Da will ich gar nicht
      wissen, was in diesen Shimodingsbums-Kreisen so los ist.
      Apropos: Wieso kennt ihr das und ich nicht? Hm? Hmmmmm?

      Und zum Sexspielzeug: Yep, die J-Maedels haben vielleicht keinen „echten“
      Sex (wer will ihnen das uebelnehmen bei den Pussies von Typen hier….)
      aber dafuer jede Menge „elektrisches Equipment“ zuhause. Ist ja auch kein
      Wunder, das Zeugs gibt’s sogar bei Donki um die Ecke und auch dort ganz offen,
      a’la: „So, mal sehen, Salz, Eier, Brot, Fistingvibrator, Liebeskugeln,
      Schafskostuem. Yep, hab alles! Ab zur Kasse!“

      Oder schaut doch mal in ein Lovehotel, am besten ein bisschen ausserhalb.
      Da findet ihr „elektrische Helferlein“, die es selbst im Beate Uhse-Katalog
      nur als Sonderanfertigung gibt! Und nochmal: LOVE HOTEL! Klingelts?
      Wenn’s hier so wenig Sex gibt, warum gibt es dann praktisch in jedem Dorf
      mehrere LH’S? Regelt nicht die Nachfrage das Angebot? Also nix fuer ungut
      und nicht jeder Umfrage glauben…….

      coolio

      April 17, 2012 at 8:23 am

  9. Habe leider nichts sinniges zu ergänzen aber schmeisse mich weg über sämtliche Kommentare.

    Sex in Japan gibts schon zur Genüge, aber die Befriedigung auf beiden Seiten ist ja der Knackpunkt… oder eben auch nicht wie man feststellt. Mich wundert jedenfalls gar nix mehr.

    Saitama Lilie

    April 17, 2012 at 7:48 pm

  10. Ach Gott, ich bin auch nur noch am Kopfschütteln und freu mich auf den Kittieh Artikel, den ich jetzt lese o_o

    Horus

    April 19, 2012 at 5:12 pm


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