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Repost: Japanologie Leitfaden – oder: Das unbekannte Land

with 20 comments

Ich bin bis zum 29.4. auf Geschaeftsreise und nutze die Gelegenheit um ein paar Artikel, die ich besonders gut/interessant finde noch einmal zu posten. Ich denke, dass viele alte Leser sich nicht mehr an alle diese Posts erinnern und viele neue Leser natuerlich auch nicht das ganze Archiv durchlesen. Ich wuerde heute vielleicht einiges anders schreiben, aber ich habe die Posts bis auf ein paar kosmetische Aenderungen unveraendert gelassen. Ich kann dank meines neuen I-Phones problemlos Kommentare lesen / beantworten, keine Sorge.🙂

 

V.2

 

Japanologie – ein Leitfaden

Jedes Semester beginnen in Deutschland mehrere hundert, vielleicht tausend junge Menschen ein Japanologiestudium. Wohl die Wenigsten wissen, worauf sie sich da einlassen. Das Informationsmaterial der Universitäten ist meist beklagenswert allgemein gehalten und häufig einfach viel zu knapp. Ziel dieses kleinen Leitfadens soll es sein, Studienanfängern ein realistisches Bild des Japanologiestudiums zu vermitteln, BEVOR sie mit dem Studium beginnen. Ein paar Erläuterungen zum Leitfaden:

– Der Leitfaden baut vor allem auf meinen eigenen Erfahrungen als ehemaliger Japanologie-Student und nunmehr in Japan arbeitender Japanologe auf. Ich greife aber auch auf Berichte und Tipps von noch Studierenden und anderen Absolventen zurück.

– Der Leitfaden soll neutral sein, wobei ich ein ganz klein wenig die negativen Seiten betone. Ich tue dies nicht, weil ich denke Japanologie sei ein schlechtes Studienfach – ganz im Gegenteil Japanologie ist faszinierend und hat sehr, sehr viele unterschiedliche und spannende Unterthemen und Perspektiven – aber ich möchte eben auch ein realistisches Bild von den Problemen und Schattenseiten des Studiums vermitteln. Es gibt einfach zu viele Menschen, die ein Japanologiestudium beginnen und es dann nach ein – zwei Jahren frustriert abrechen.

– Ich gehe im Leitfaden von einem Bachelorstudium aus.

 

1. Japanologie – was ist das überhaupt? 

Wenn man im ersten Semester einmal seine Kommilitonen betrachtet, wird man recht verschiedenartige Menschen sehen. Dabei werden die Manga- und Animefans wohl am leichtesten zu erkennen sind. Was aber jedem, der Japanologie studieren möchte, klar sein sollte, ist, dass Japanologie sich vielerorts absolut nicht (z.B. HU Berlin) oder – wenn überhaupt – nur am Rande (z.B. Trier) mit Anime und Manga beschäftigt.
Japanologie umfasst ein breites Spektrum von Betrachtungen über Japan, dazu gehören japanische Geschichte, Theater, Literatur, Malerei, Wirtschaft …
Die Definition, was denn nun eigentlich „Japanologie“ ist, ist dabei ziemlich umstritten. Ich denke, in der deutschen Realität kann man sie wohl am besten als Regionalwissenschaft beschreiben: Alle Dinge, die sich in Japan beobachten lassen, gehören auch zur Japanologie.
Wenn ihr also Japanologie studiert, werden eure Vorlesungen zum Beispiel Titel haben wie „Populärkultur in der Edo-Zeit“, „Geschichte des modernen Japan“, „Japans Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg“, “Gender in Japan” oder „Architektur der Meiji-Zeit“.
Ihr seht, es gibt hier wirklich ein breites Spektrum, was die Wahl der Uni sehr wichtig macht. Aber dazu später mehr.
Zum Thema: „Was ist Japanologie?“ und „Wo studiere ich am besten mein Interessengebiet?“ empfehle ich den „Grundriß der Japanologie“ und den Studienführer auf Embjapan.de.

 

2. Japanologie – was muss ich können? 

Ein Japanologe sollte sich bereits vor dem Studium gute bis sehr gute Englischkenntnisse aneignen – eine vier im Englisch-Grundkurs ist da einfach zu wenig. Warum? Weil fast die komplette Fachliteratur, die ihr im Laufe eures Studiums lesen werdet, in Englisch abgefasst ist. Außerdem: Wenn ihr einen Auslandsaufenthalt absolviert (und das werdet ihr), werden eure Kurse sehr wahrscheinlich vor allem in Englisch stattfinden.
Ansonsten ist nicht wirklich viel Vorwissen von Nöten (naja die deutsche Sprache solltet ihr schon beherrschen und ein klein wenig Allgemeinbildung kann auch nicht schaden). Nützliche Vorkenntnisse sind:

– Eine grobe Vorstellung davon, was „wissenschaftliches Arbeiten“ bedeutet.
– Eine ungefähre Idee von japanischer, koreanischer und chinesischer Geschichte.
– Japanisch-Vorkenntnisse (z.B. Beherrschung der „Kana“-Silbenschriften)

Dies sind alles Dinge, die euch auch während des Studiums vermittelt werden, aber es kann nicht schaden, auch vorher schon etwas zu wissen, in jedem Fall habt ihr dann weniger Stress im Studium.

 

3. Japanologie – warum eigentlich? 

Fragt euch vor dem Studium einmal in Ruhe selbst: Warum möchte ich Japanologie studieren? Wenn eure Antwort nicht lautet: „Weil ich später einmal in Japan oder zumindest in einem Job mit Japanbezug arbeiten möchte.“, solltet ihr euch fragen, ob ihr nicht einen Fehler begeht. Japanologie ist kein Fach wie Wirtschafts-, oder Sozialwissenschaften mit dem man mehr oder weniger überall anfangen und seine im Studium erworbenen Fähigkeiten anwenden kann.
Japanologie ist sehr spezifisch, da das Thema Japan in Deutschland nun einmal ein Randthema ist. Es gibt deshalb auch nur wenige Jobs bei denen ihr eure Fähigkeiten wirklich einsetzen könnt. (Man kann natürlich auch nur zum Spass studieren, aber ich gehe mal davon aus, dass die Meisten ihr erworbenes Wissen auch gerne anwenden würden.)

Aber mehr noch. Wenn ihr die obige Antwort gegeben habt, solltet ihr euch auf Folgendes einstellen: Wer mit Japanologie Geld verdienen möchte, muss GUT sein, RICHTIG GUT. Es gibt nun einmal nur wenige Karrieremöglichkeiten für Japanologen und wenn ihr wollt, dass man gerade euch einstellt, solltet ihr auch etwas zu bieten haben. Daraus folgt dann fleissiges und ausdauerndes Lernen, sowohl der japanologischen Inhalte, als auch der japanischen Sprache, die Bereitschaft zu einem mindestens halbjährigen, besser ganzjährigen Auslandsaufenthalt und überhaupt die Bereitschaft sich ganz auf die Japanologie einzulassen.
Fragt euch also: Will ich das wirklich? Will ich wirklich ein Japanexperte werden?

 

4. Japanologie – vor dem Studium 

Die Bedeutung der Studienplatzwahl kann ich nicht genug betonen. Jedes japanologische Institut hat ein spezifisches Profil, das euch liegen kann, oder eben nicht. Überlegt euch genau, welches Fachgebiet und welches Institut euch liegt. Wer sich zum Beispiel für Japans Wirtschaft interessiert, wird an der Humboldt Universität wohl nicht glücklich werden, da deren Schwerpunkt auf Geschichte und Literatur liegt.
Euer Fachgebiet ist wirklich sehr wichtig. Nicht nur für eure Vorlesungen sondern auch für die Betreuung eurer Haus- und Bachelorarbeiten. Wenn ihr an eurer Fakultät nur Experten für Manieren der Edo-Zeit habt, aber gerne zum Thema „Japans Armee, die keine Armee ist“ forschen wollt, habt ihr ein Problem.
Deshalb wählt eure Uni mit Bedacht aus. Alle Universitäten haben zu ihrem Profil Vorstellungen, die ihr euch unbedingt ansehen solltet. Schaut euch ausserdem auch unbedingt das Personal dort an: Welche Forschungsschwerpunkte haben die Dozenten und Professoren (steht meist in deren Kurzvorstellung) und gibt es auf absehbare Zeit auch genug von Ihnen? Japanologien haben meist eine sehr dünne Personaldecke und hängen oft an nur einer Professur. Wenn euer Professor dann während eures Studiums emeritiert oder anderweitig abwesend ist, kann es schon vorkommen, dass ihr ein oder mehrere Semester keinen Unterricht besuchen könnt oder im schlimmsten Fall sogar die Uni wechseln müsst.
Neben den Webauftritten der Unis möchte ich euch hier noch einmal den „Grundriß der Japanologie“ sowie das Embjapan.de Forum ans Herz legen.

 

5. Japanologie – Studium 

Das Japanologiestudium ist ziemlich zeitaufwändig und wenn ihr sie ernsthaft betreiben wollt (siehe Punkt 3), solltet ihr euch darauf einstellen pro Woche mindestens 40 Stunden für sie zu verwenden.

Der Zeitaufwand gestaltet sich dabei wie folgt:
(etwa die ersten vier Semester)
Lehrveranstaltungen: 15 – 25 Stunden pro Woche
Selbststudium (Sprache): 15 – 25 Stunden die Woche
Selbststudium (Japanologie): 10 – 15 Stunden die Woche

(etwa ab dem vierten Semester)
Lehrveranstaltungen: 15 – 25 Stunden pro Woche (vermutlich eher abnehmend)
Selbststudium (Sprache): 10 – 15 Stunden die Woche
Selbststudium (Japanologie): 15 – 20 Stunden die Woche

Das ist natürlich nur eine Annäherung, die je nach Charakter, Vorbildung, persönlichem Ergeiz, Lebensumständen etc.pp. stark schwanken kann. Euch sollte aber klar sein, dass ihr vor allem am Anfang sehr viel Japanisch lernen müsst. Speziell die Kanji (= Schriftzeichen), von denen ihr idealerweise innerhalb von drei Jahren knapp 2000 Stück aktiv beherrschen solltet, benötigen sehr viel Zeit und Energie.

Des Weiteren wird von euch erwartet, dass ihr einen längeren Auslandsaufenthalt in Japan absolviert. Ich möchte euch das auch sehr empfehlen. Als Japanologe kann man es sich in Zeiten der Globalisierung einfach nicht leisten, Japanologie nur von Deutschland aus zu betreiben. Die meisten Universitäten bieten dazu auch ausreichend Austauschplätze in Japan an und dank einer Reihe von Stipendien (vor allem Jasso) ist es auch finanziell durchaus machbar. Bei der Studienplatzwahl solltet ihr darauf achten auf eine „gute“ Uni in Japan zu kommen, im Undergraduate-Bereich wird man euch zwar selten direkt an die Tôdai, Kyôdai, Waseda oder Keio schicken, aber auch das soll vorkommen. Andere gute Unis sind zum Beispiel die Ritsumeikan, Hôsei, Chûô, Sophia und noch etliche mehr. Ranglisten finden sich im Internet. Das ist insofern wichtig, dass in Japan bei der Auswahl von Bewerbern auf einen Job auch darauf geachtet wird, an welcher japanischen Uni man sein Auslandsjahr gemacht hat.
Während des Auslandsjahres solltet ihr versuchen, so viel Japanisch wie nur irgend möglich zu sprechen. Wenn ihr gut genug seid, besucht unbedingt auch Vorlesungen in japanischer Sprache. Generell werdet ihr in Japan weniger Stress haben als in Deutschland. Deshalb nutzt die Zeit um eventuelle Lücken in eurer japanologischen Ausbildung zu füllen. Insbesondere Schriftzeichen-lernen bietet sich hier an.

Was sind eure Ziele bei der ganzen Lernerei?
– Sprachlich auf jeden Fall mindestens JLPT2 (1000 Kanji 5000 Vokabeln, gute Beherrschung der Alltagssprache), besser JLPT1 (2000 Kanji, 10000 Vokabeln, sehr gute Beherrschung von Alltags-, und Schriftsprache).
– Japanologisch. Das lässt sich nicht ganz so einfach klassifizieren, aber ihr solltet während eures Studium mindestens 40 – 60 japanologische Werke gelesen (und verstanden) haben, sowie über ein umfangreiches Allgemeinwissen zum Thema Japan verfügen (Geschichte, Kultur, Wirtschaft, Politik, Literatur usw.). Zu den obengenannten Themen sollten euch z.B. auf jeden Fall „Sekigahara“, „Chikamatsu Monzaemon“, „Zaibatsu“, „Habatsu“ und „Matsuo Bashô“ ein Begriff sein. Ausserdem solltet ihr in ein oder zwei Themen (zum Beispiel die Themen eurer Haus-, und Bachelorarbeiten) wirklich fit sein.

 

5.1. Japanologie – Studium: Allgemeine Tipps 

– Versucht so schnell wie möglich möglichst viele Japaner kennenzulernen. Das geht zum Beispiel über ein Sprachtandem oder über die Betreuung von Auslandsstudenten.
– Lernt regelmäßig. Speziell die Schriftzeichen verlangen sehr viel Ausdauer. Am besten ist, ihr lernt jeden Tag.
– Sucht euch leichte japanische Texte (Jugendliteratur) um flüssig lesen zu lernen.
– Versucht ab und zu einmal einen Artikel in einer japanischen Zeitung bzw. eine Nachrichtensendung im japanischen Fernsehen zu verstehen.

 

6. Japanologie – Karriere 

Für eine Karriere später werden euch eure japanologischen Schwerpunkte vermutlich oft nicht so sehr helfen, aber es kann nicht schaden, auch bei den Forschungsschwerpunkten darauf zu schauen, ob man später etwas damit anfangen kann. Wenn man zum Beispiel als Bachelorarbeit zum Thema “Organisationsstrukturen von Toyota in Deutschland und Japan im Vergleich” forscht, ist das sicher eine gute Zusatzqualifikation bei Toyota und anderen international operierenden japanischen Firmen.
Übrigens: Die festen Stellen als Japanologen in der Forschung in Deutschland sind derart rar, dass ich euch nahelegen möchte, diese Idee für’s erste zu vergessen. Wenn überhaupt, dann werdet ihr eher in Japan oder Amerika eine anständige Position finden
Typische, “klassische” Japanologenberufe in Deutschland sind: Museumsführer / Kurator, Touristenführer, Übersetzer / Dolmetscher, Auslandskorrespondent in einer internationalen Firma.
Typische Berufe in Japan sind: Sprachlehrer (Englisch, manchmal Deutsch), Touristenführer, Übersetzer / Dolmetscher, Auslandskorrespondent (Zuständiger für internationale Angelegenheiten).

Darüber hinaus gibt es noch eine Unzahl Jobs mit weniger starkem Japanbezug, die man als Japanologe annehmen kann. Zum Beispiel kann man in großen Firmen als “Exot” aufgenommen werden, der dann als Korrektiv zu den “Mainstream”-Mitarbeitern wirkt.
Je nach Job kann euch auch ein klug gewähltes Neben-, bzw. Zweitfach sehr nützlich sein. Zum Beispiel Pädagogik / Germanistik / Anglistik-Amerikanistik für Lehrer, Journalismus für Auslandskorrespondenten, Archäologie für Kuratoren.
Die Wahl des Nebenfaches ist auch für eine eventuelle akademische Karriere sehr von Vorteil, da ihr so euer Profil schärfen könnt. Euer Neben- oder Methodenfach könnten zum Beispiel die Politikwissenschaften sein, die euch das nötige Handwerkszeug geben um zum Beispiel als Diplomat in Japan zu arbeiten, oder ihr werdet eben Japanologe mit Schwerpunkt internationale Politik. …. oder … oder …. oder …
Bei den meisten Jobs in Japan wird man von euch verlangen, dass ihr neben Japanisch auch Englisch beherrscht. Mit Deutsch kann man in Japan nur wenig anfangen.
Wichtige Qualifikationen für einen Job als Japanologe in Japan sind:

– Abgeschlossenes Studium
– JLPT1
– TOEFL (geht auch ohne, kann aber auch sehr helfen)
– Evtl. Arbeitserfahrung und sonstige Referenzen
– Evtl. ein passendes Zweitstudium (“Methodenfach”)

 

7. Japanologie – Schlussbemerkung 

Denkt dran: Japanologie ist kein Fach wie jedes andere. Ihr müsst Japanologie zu einem gewissen Grad leben und nicht einfach nur lernen, wenn ihr damit Karriere machen wollt. Sehr viele Japanologie-Studenten brechen das Studium ab, weil es ihnen zu anspruchsvoll ist (wir reden hier von 50 – 90% aller Studienanfänger, je nach Institut). Und auch ein sehr grosser Teil der Japanologie-Absolventen hat nach dem Studium nichts mehr mit Japanologie zu tun. Nur die Allerwenigsten schließen das Studium ab und arbeiten danach im japanologischen Bereich bzw. in Japan.
Ausserdem solltet ihr euch klar sein, dass Arbeiten in Japan kein Spaß ist. Das Wort „Arbeiterrechte“ gibt es hier nicht. Überstunden, geringe Urlaubszeiten, moderate Bezahlung, harsche hierarchische Strukturen, Vorurteile und Diskriminierung von Ausländern … machen das Arbeiten und Leben in Japan zum Teil sehr anstrengend.

 

Wort des Tages: 日本学 – nihongaku – Japanologie (woertlich das “Japan-lernen”), Japaner hoeren hier sehr oft “Nihongogaku” (“Japanisch-lernen), vemutlich, weil sie es wohl schwer vorstellbar finden, dass ein Auslaender sich ernsthaft mit ihrem Land befasst und nicht schon mit ihrer Sprache voellig ueberfordert ist.

 

———————————————————————————————

Edit. In V.2 habe ich folgende Korrekturen vorgenommen:

– Präzisierung zur Notwendigkeit und Wichtigkeit von Englischkenntnissen
– Weniger “heruntermachen” von Animefans und mehr Betonung von japanologischen Inhalten
– Staerkere Betonung der Wichtigkeit des Auslandsaufenthalts
– Wichtigkeit des Methodenfachs staerker betont
– Karrieremoeglichkeiten mit schwachem bzw. ohne direkten Japanbezug eingefügt
– “Fakultät” mit “Institut” ersetzt
– Lernaufwand nach oben korrigiert
– Präsisierung der Intention des Leitfadens
– ein paar Rechtschreibfehler entfernt

Written by hanayagi

April 22, 2012 um 1:53 am

Veröffentlicht in Uncategorized

20 Antworten

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  1. Perfektes Timing mit dem Repost! Ich sitze nämlich mal wieder am PC und bin faul anstatt fleißig zu lernen.
    Dass man Japanologie „leben“ sollte ist ein Wach-rüttler! Danke! 今から勉強しま~す。

    Kiwisplit

    April 22, 2012 at 8:48 am

  2. がんばってね :)

    hanayagi

    April 22, 2012 at 11:32 am

  3. Hat zwar nur bedingt etwas mit dem Thema zu tun, aber ich frage mich gerade, ob es in Japan eigentlich das Selbe, nur umgedreht, gibt, also eine Art 「西国学」?

    HamuSumo

    April 22, 2012 at 1:52 pm

    • Na, nur in alten Zeiten… als „rankgaku“ 蘭学…

      Dieter F.A. von Jettmar

      April 22, 2012 at 3:47 pm

  4. Nicht so einfach Japanologie zu studieren…
    Erstens, sprachliche Kenntnisse: Umgangssprache lernen! Ich erinnere mich noch, (vor vielen Jahren) Japanologen auf der Uni München getroffen zu haben; die konnten sich kaum auf Japanisch verständigen, aber waren sehr bewandert in japanischer Literatur. Das hilft in der Gegenwart nicht.
    Weiters eine gute Kenntnis der Kanji: ohne Kenntnis von mindestens (damals) Tôyô-kanji — (heutzutage) Jôyô-Kanji — ist man aufgeschmissen.
    Zweitens (in Fortsetzung des Punktes No. 1): gesprochene Sprache üben, üben, üben. Mit Japanern. Freundschaft mit Japanern im eigenen Lande knüpfen. Mit ihnen japanisch sprechen. Darauf bestehen, daß sie Ihnen auch die kleinsten Fehler korrigieren.
    Drittens (in Folge der ersten zwei Punkte): Kein Studium in Japan erwägen, solange Sie nicht einigermaßen japanische Konversation beherrschen. Es wäre nur verlorene Zeit. In meiner Zeit war das Stipendium der japanischen Regierung auf zwei Jahre bemessen. Als ich in Japan ankam, konnte ich schon gut japanisch sprechen, schreiben. Nur die Praxis fehlte mir noch. Wegen meiner Sprach- (und Fach-) kenntnisse konnte ich gleich in mein Fach Ethnologie auf der Tôkyô University problemlos einsteigen. Andere Kollegen, die auch ein Stipendium bekamen, aber geringere Japanischkenntnisse hatten, mußten erst ein Jahr in Japanischkursen auf der Osaka Unversity teilnehmen… verlorene Zeit. Viertens: wie im Artikel dargestellt… Hoffnungen auf eine Anstellung in einer Uni mit japanischer Abteilung sind nicht realistisch… außer Sie fangen schon frühzeitig an zu publizieren, noch und noch zu publizieren, an allen möglichen japanologischen Tagungen als Referent teilzunehmen. Ich hatte das nicht gemacht und bin dann, in Rücksicht bedauerlicherweise, aus dem Betrieb ausgestiegen. Einige meiner Kollegen hatten es geschafft und zu beachtlichen Positionen im Universitätsbetrieb gebracht.

    Dieter F.A. von Jettmar

    April 22, 2012 at 3:01 pm

  5. このテキストは私が日本学を勉強したい意思に確認だ!(Schwieriger Satz…)
    イギリス人だから、英語を話せるし、日本、その上に中国など韓国などにも興味深いし、日本語もちょっと話せるし、それに三ヶ月間以内にAbiturを得る!私はこれを読んだ後に確かに東南アジア学を勉強するよ!大学が何度苦しくても、夢を絶対に叶える。
    書いてくれてありがとうございま~す、Abiturの後には一生懸命日本語を勉強しよう!
    お世話になりました!
    Ich hoffe, dass das lesbar ist.

    Horus

    April 22, 2012 at 5:14 pm

  6. Hallo, ich habe deinen Leitfaden schon vor längerer Zeit einmal gelesen und ich würde gerne deine Meinung zu etwas einholen.

    Ich stehe momentan vor einer schweren Wahl. Und zwar geht es um mein Nebenfach. Ich möchte gerne in Trier Japanologie studieren und da steht mir folgendes zur Auswahl:
    Medien Kommunikation und Gesellschaft (alias Medienwissenschaft in seltsamer Form), Deutsch als Fremdsprache oder English Linguistics. Ich bin allen drein nicht abgeneigt. Jedoch könnte ich mir vorstellen, dass man bei DaF im Goetheinstitut in Japan oder auch an Universitäten (Ich glaube Keio) diverse Praktika durchführen kann.
    Medienwissenschaft ist natürlich auch ein Nebenfach, auf das man aufbauen könnte.

    Ich würde gerne deine Meinung einholen, welches du für am besten oder sinnvollsten erachtest.
    Ich hoffe, es ist okay, dass ich frage.

    Tsui

    April 23, 2012 at 6:16 pm

    • Anfrage auf Studienrichtung…
      Japanologie als Hauptfach… „forget it“… außer wenn da der Wille und die Bestrebung da ist, in den akademischen Bereich einzutreten, und ich meine: „Eintreten… big time!“. Falls so, wäre als Nebenfach Linguistik zu empfehlen. Japanologie als Nebenfach, O.K. Und in diesem Fall zählt das Hauptfach, ob nun Medienwissenschaft oder Wirtschaftswissenschaft oder was auch immer. Kenntnisse des Japanischen und der japanischen Kultur kann unterstützen, aber nicht mehr. Japan ist ja nicht mehr DIE vorbildliche Wirtschaft, sondern — sei’s geklagt — China.

      Dieter F.A. von Jettmar

      April 23, 2012 at 7:12 pm

      • Normalerweise würde ich nicht einfach so „random“ um Rat fragen. Jedoch dachte ich, dass es nicht schaden kann, sich Meinungen einzuholen in diesem Blog.

        Ich habe mich schon länger mit China auseinander gesetzt und je länger ich mich mit diesem Land beschäftige, desto weniger kann ich es leiden. Deshalb könnte ich niemals irgendwas mit China studieren.

        Also als Hauptfach nicht zu empfehlen? Puh, schwer vorstellbar, da ich schon seit über 7 Jahren Japanologie studieren möchte und ich mir da noch nie Gedanken gemacht habe, das als Nebenfach zu studieren.

        Danke für den Rat, ich werde drüber nachdenken.

        Tsui

        April 23, 2012 at 7:56 pm

      • Ich hoffe ich habe Sie nicht verstört. Zu Ihrer Information, auch ich habe im Hauptfach Japanologie studiert und meinen Doktor in diesem Fach gemacht, aber mein Arbeitsleben hat mich dann in andere Richtungen geführt. Die brutale Wirklichkeit ist, daß es für Japanologen nicht viel Platz gibt. Falls Sie wirklich Japanologe werden wollen, müssen Sie schon jetzt anfangen zu publizieren, auch wenn Sie die trivialsten Themen behandeln, um sich einen Namen zu machen. Sie müssen unter allen anderen Kommilitonen in dem Fach hervorstechen (aber das gilt ja für jedes Fach). Ich weiß nicht, an welcher Uni Sie studieren, aber (in Deutschland) denke ich da an Bonn, wo zwei meiner Kollegen Professoren waren (beide jetzt emeritiert), der Kreiner und der Panzer, und ein gutes Programm aufgebaut haben. Wie dieses jetzt aussieht, weiß ich zwar nicht, nehme aber an, daß es noch mit Elan weitergeführt wird. Dort könnten Sie vielleicht gute Anregungen bekommen.
        Ja, mit Sinologie hab ich mich auch nie anfreunden können. Ein paar meiner besten Freunde sind Chinesen, aber das besagt nichts. Natürlich ist China jetzt „in“. Aber in zehn Jahren mag es wieder anders sein.
        Viel Glück, und lassen Sie sich nicht von Ihren Vorhaben ablenken…

        Dieter F.A. von Jettmar

        April 24, 2012 at 12:33 am

    • Prinzipiell stimme ich der Meinung von Dieter zu. Japanologie ist halt nicht annaehernd so sicher wie z.B. eine Ingenieurswissenschaft. Wie auch schon gesagt, musst du Japanologie letzten Endes leben. Entweder dadurch, dass du in Japan lebst und arbeitest (und hier ist eben auch nicht alles Sonnenschein), oder dass du in Deutschland einen der raren Jobs mit Japanbezug ergatterst. In beiden Faellen musst du wirklich gut sein.
      Ich wuerde dir uebrigens am ehesten DAF als Nebenfach empfehlen, denn das kann dir zumindest ueber die ersten 2 – 3 Jahre in Japan durchaus helfen und ausserdem ist DAF etwas, worauf du auch in Deutschland zur Not zurueckgreifen kannst. English Linguistics ist genau wie Japanologie ein Orchideenfach und daher m.M.n. nicht zu empfehlen, ausser du weisst, dass du in die Forschung gehen moechtest. Bei Medien sehe ich das Problem, dass du dann wahrscheinlich etwas ganz anderes machen wirst am Ende, und ausserdem ist es ein ziemliches „wischiwaschi“ Fach, dass einfach sehr allgemein ist. (Nein, damit sage ich nicht, dass Medienstudiengaenge nutzlos sind – ich wuerde sie nur nicht mit Japanologie verbinden.)

      hanayagi

      April 24, 2012 at 11:59 am

      • Danke euch beiden für die Ratschläge.
        Ich werde sie mir zu Herzen nehmen.
        Momentan studiere ich noch nicht aber ich werde ab Oktober in Trier anfangen. Bonn war meine Zweitwahl, jedoch wird der Bachelor jedes Jahr geändert und niemand konnte mir wirklich gute Auskunft über Fächerwahl und über das Fach generell geben. Und ohne Nebenfach Asienwissenschaften zu studieren, ist mir doch etwas zu heikel.

        Ich hatte Medienwissenschaft auch nur in Betracht gezogen, da ich schon eine schulische Berufsausbildung als Grafik- und Objektdesignerin hinter mir habe und ich da vielleicht noch drauf hätte aufbauen können.

        DaF scheint mir auch als sinnvoll. Inwiefern siehst du das denn als helfenswert in Japan? Unterricht an Schulen/Instituten oder wie war das gemeint?

        Ich werde auf alle Fälle mein Bestes geben! Leider kann ich nicht in die Zukunft sehen, doch vielleicht werden wir ja wieder voneinander hören/lesen🙂

        Tsui

        April 24, 2012 at 7:36 pm

  7. Das demotiviert mich jetzt aber, weil ich dieses Jahr gern nach Bonn wuerde^^‘

    Horus

    April 25, 2012 at 4:04 am

    • Hallo Horus! Ich hatte ja auch zuerst vor in Bonn zu studieren, da ich gerne noch Koreanisch als zweitsprache hätte lernen wollen (wollte zur summer school an der women university in seoul) aber wie schon gesagt, die haben schon wieder für dieses Jahr den Studiengang geändert und niemand blickt mehr durch. (natürlich versuchen die das da zu vertuschen aber da weiß der eine nicht, was der andere macht)
      Ich hatte bisher auch nur gutes über Bonn gehört (nur die Organisation soll seit Abschaffung der Japanologie katastrophal sein)
      Wieso würdest du denn gerne nach Bonn? Wohnst du auch in NRW? (näher bei der Familie sein, wäre auch ein Grund gewesen, dass ich nach Bonn gehe)

      Tsui

      April 25, 2012 at 4:14 pm

  8. Ich wohne in Glarus. Frag mal Google😉
    Ich würde gern nach Bonn, weil ich bis jetzt (fast) nur gutes, über Bonn gehört habe. Ich war mittlerweile schon mal dort und hab die Uni besucht und mit ein paar Profs gesprochen und mich mal in den Unterricht setzten dürfen. Ich finde es sehr sympahtisch und es gefällt mir einfach seeehr gut. Ich werde mich noch bei einigen anderen Unis bewerben, z.b. in Köln und Düsseldorf.
    Es gibt keinen wirklichen Grund, warum es mich nach Deutschland zieht, ich möchte einfach raus aus der Schweiz😉
    Und die paar Organisationsschwächen stören mich deswegen nicht, weil wenn ich ein mal drin bin, diese mich ja nicht mehr groß betreffen. Aber ja, verlässliche Informationen über Bonn zu bekommen ist schwierig. Mir hat man aber schon mehrmals gesagt, dass ab Mitte Mai, spätestens Anfang Juni verlässliche Infos zu erhalten wären. Dazu kommt, dass ich mich ohnehin erst ab Juli bewerben kann (15.6. Frist!) weil ich vorher mein Abi nicht bekomme.

    *Erzählt hier eine menge privates Zeug*

    Horus

    April 25, 2012 at 5:41 pm

    • Schwer Sie da zu beraten… Japanologie ist nicht gleich Japanologie. Es kommt drauf an, in welcher Richtung sie ist. Die Wiener Japanologie (Kreiner, Panzer und ich kamen daher) war bekannt für ihre Ausrichtung auf japanische Ethnologie und Ainu Studien. Auf den deutschen Unis wurde damals die Tendenz auf Literatur und Linguistik ausgerichtet — die Studenten konnten nicht einmal japanisch sprechen — , soweit ich mich erinnern kann. Ich selbst in Wien war eher auf japanische Dialekte konzentriert. Was in Bonn jetzt los ist, kann ich nicht beurteilen. Die beiden Emeriti kenne ich sehr gut: der Kreiner hat zur gleichen Zeit wie ich zu studieren angefangen, wir beide Ethnologen; der Panzer kam später von der Geschichte her, den hab ich noch in Japanisch unterrichtet. Auf welche Richtung die gegenwärtigen Professoren Zöllner und Meyer eingespielt sind, weiß ich nicht. Sie müssen sich wirklich sehr gut darüber erkundigen, welches die behandelten Hautthemen der Japanologie in dem betreffenden Institut sind. Linguistik? Ethnologie? Soziologie? Geschichte? Medienwirtschaft? Legen Sie sich nicht auf eine bestimmte Uni fest. Forschen Sie nach. Nichts wäre schlimmer als auf ein Japanologieinstitut zu kommen, welches Ihren Interessen nicht entspricht. Also, anrufen, e-mails schreiben, etc. etc., bevor Sie sich auf einen Studienort entschließen.

      Dieter F.A. von Jettmar

      April 25, 2012 at 6:59 pm

  9. Danke fuer den Anstoss, ich bin allerdings ziemlich sicher, dass Bonn das richtige ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind die Staerken der Professoren der Japanologie in Bonn Wirtschaft und Literatur. Allerdings moechte ich ja von Ostasienwissenschaften profitieren und noch anderes (ueber China) dazustudieren.

    Horus

    April 25, 2012 at 7:55 pm

    • Wow, aus der Schweiz! Also ich fand Bonn jetzt von der Uni und der Atmosphäre her auch sehr toll🙂
      Ich interessiere mich auch eher für Populärkultur, Medien und Literatur, sowie Theater und Dialekte und da wurde mir von Bochum abgeraten (hatte ne Beratung in Bochum). In Bochum haben sie mich nach Trier, Düsseldorf und Bonn verwiesen.
      Habe auch auf EmbJapan viel nachgefragt und mit Leuten aus der Uni in Bonn gesprochen, die fanden das auch alle toll da!
      Und für weiterführende Asienstudien wäre Bonn da auch ne gute Wahl und das Fach ist eh zulassungsfrei, man kann sich also immer einschreiben. (Oder wurde das wieder geändert? Ich habe zuletzt im Januar nachgefragt)
      Bonn hat auch sehr gute Partnerunis *-* Leider kann man sich nicht für eine bestimmte Uni bewerben und man wird random auf ne Uni in Japan verteilt:/ Wäre das Problem mit dem Einfach-Bachelor nicht und die Verwirrung über die Studieninhalte, dann wäre meine Wahl auch auf Bonn gefallen! (Leider sind die Mieten dort so teuer… aber es gibt das NRW-Ticket!)

      Zum Glück habe ich noch bis Juli um mich zu entscheiden. (Koreanisch reizt mich wirklich sehr und in Trier gibt es das nicht) Aber ich denke mal, dass mir das Nebenfach am Ende doch mehr bringt als Japanisch und Koreanisch… Wenns in Trier nicht gut ist, kann man ja immer noch wechseln🙂

      Wenn du dich in Bonn beworben hast im Sommer und du dort angefangen hast, magst du mir dann vielleicht sagen, wie es dir gefällt und wie das Studium dort so ist?🙂 Würde mich freuen und ich drücke dir die Daumen, dass alles glatt läuft bei dir🙂

      Tsui

      April 25, 2012 at 8:15 pm

  10. Danke! Dann brauchte ich deine email oder facebook, dann halte ich dich auf dem Laufenden. Ich muss mich allerdings per NC gegen andere Bewerber durchsetzten, denn die Japanologie ist leider zulassungsbeschraenkt.

    Horus

    April 26, 2012 at 4:28 am

    • https://www.facebook.com/tsui.sama hier ist mein Facebook🙂 Da bin ich am ehesten zu erreichen.
      Ich hab jetzt Herrn Vollmer nochmal geschrieben wegen des neuen Studiengangs zum Wintersemester 2012 in Bonn, mal sehen, was sich sonst noch alles so verändert hat xD

      Tsui

      April 29, 2012 at 1:15 pm


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