japanbeobachtungen

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Archive for Juli 2017

Japanbeobachtungen 2

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Mein dritter Artikel dieses Jahr! Damit sind es genau drei Mal so viele wie letztes Jahr! 200% Produktionszuwachs! Banzai!

Hier wie versprochen mehr Photos.

 

Kategorie: Religion

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Ich weiss, ist nichts besonderes mehr, aber immer schoen, eine Hochzeitsprozession in Japan zu sehen. Gefaellt mir auf jeden Fall besser als das doofe Gehupe in Deutschland.

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Ein paar Beispiele von Ema (Holztaefelchen, auf die Leute Ihre Wuensche schreiben). Die Besonderheit der Ema hier ist, dass ich sie am Yasui-Konpiragu aufgenommen habe. Der Yasui-Konpiragu ist ein sogenannter „Enkiri-dera“. Enkiri-deras sind Tempel in denen man dafuer beten kann, ungewunschte Verbindungen (v.a.) zu anderen Menschen loszuwerden. (En = Verbindung, kiri = schneiden) Das kann der eigene Ehepartner sein, eine schwere Krankheit, oder ein verhasster Arbeitskollege. Als eines der wenigen Ventile in denen man direkt negative Gedanken / Gefuehle von Menschen in Japan sehen kann, hat sich der Konpiragu zu einem meiner Lieblingstempel in Kyoto gemausert.

Und die beiden Ema oben:

„Ich wuensche mir, dass mein Mann keine Verbindung mehr mit diesem Weib hat und dass sie bei einem Unfall stirbt!“

(Japanisch ist hier nicht ganz klar, es koennte auch sein, dass sie moechte, dass ihr Mann stirbt, aber aus dem Zusammenhang tippe ich auf die Geliebte des Mannes.)

„Wir wuenschen uns, dass unsere Tochter ganz von Amway los kommt und nach Hause zurueckkehrt. Und wir wuenschen uns, dass sie ein gutes Schicksal hat und gluecklich wird.“

(Amway ist das groesste Schneeballbusiness-System der Welt. Interessant uebrigens zu wissen, dass diese ganze Schneeballgeschichte aus Utah von den Mormonen kommt.)

 

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Ich weiss nicht mehr, wo in Deutschland ich das gesehen habe, aber „Ema“, allerdings auf Papier, gibt es also auch in Deutschland. Frag‘ mich, ob die auch einen Namen haben …

 

Kategorie: Random

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„Le Grand robotique comite“. Heh. Find‘ ich genial, denn es hat sowas von Astroboy bzw. 80er Jahre Technikbegeisterung.

Aufgenommen auf einer Messe in Tokyo. In Japanisch steht da noch „Zentrum zur Verbreitung von Robotern (NPO)“ und „Unser Zeitalter“.

 

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„Auf dieser Welt gibt es viele verschiedene Menschen, mit ihren jeweils eigenen Gedanken und Gefuehlen. Das gilt auch fuer die Einstellung der Menschen in Bezug auf Zigaretten. Aus diesem Grund und damit Raucher und Nichtraucher gemeinsam existieren koennen, tun wir unser Bestes um abgetrennte Raucherzonen zu schaffen und kampfen dafur, dass die Menschen die Regeln bezueglich Rauchens einhalten. Raucher, Nichtraucher. Menschen, die Rauchen moegen und solche, die es nicht moegen. WIr traeumen von einer Welt in der alle einander respektieren.

Es sind zwar immer nur kleine Schritte, aber die Menschheit bewegt sich Schritt fuer Schritt in die Zukunft.“

Als ich diese Werbung zum ersten Mal gesehen habe, war ich ganz perplex. Zur Erklaerung „JT“ steht fuer Japan Tobacco, worueber ich hier eigentlich schon einen eigenen Artikel schreiben koennte … Kurz gesagt ist JT der groesste Tabakkonzern / Lobbyist fuer Zigaretten in Japan.

Wenn man diesen Text liest, koennte man fast Mitleid mit den armen Zigarettenkonzernen bekommen. Fast.

 

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Stop Hate Speech!

Ist ein grosses Thema in den letzten Jahren. Speziell von rechtsradikalen Japanern gegenueber Chinesen / Koreanern.

Ich fand einfach nur interessant, dass dieser „neue“ Ausdruck dann auf „Englisch“ gepraegt werden musste.

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Japanische Hunderpension. Aufgenommen fuer meine Eltern. ♥

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Maerz 2015 (?). Das Wetter war zu schlecht um ein g’scheites Kirschbluetenfest im nahegelegenen Park zu veranstalten. Also veranstalteten wir unser Fest eben in der Firmenkantine, mit Youtube Video in Dauerschleife. Heh.

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Immer schoen die Toilette sauberhalten!

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Ploetzlich Deutsch in Yokohama!

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„Wollt Ihr den totalen Krieg!?“ Ahem.

„Fuer die totale physische Vernichtung!“ Ahem.

„Fuer die totale physische Verteilung von Waren!“

(Tabibito hat glaube ich auch irgenwann schon einmal darueber geschrieben, aber was soll’s.)

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„Koerperwelten“ Ausstellung in Amsterdam. Jepp, Kinder machen nicht unbedingt glueckluch. Hehe.

Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass das zweite Kind wesentlich weniger Aufwand verursacht, einfach weil alle Beteiligten schon wissen, was sie zu tun haben.

 

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Aufgenommen auf einem Bahnhof in Paris. Anime ist Mainstream, keine Frage.

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Written by hanayagi

Juli 30, 2017 at 1:31 am

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Japanbeobachtungen (naja zu 90%)

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Ich gebe ja zu, dass dieser Blog hier so ziemlich tot ist. Das hindert mich aber nicht daran, nach ein paar Jahren mal wieder mein Handy auszumisten und die Welt (also die 5 Leser, die hier noch reinschauen) an meinem Geschwurbel teilhaben zu lassen.

 

Kategorie: Engrish

Ich weiss, man sollte da nicht zu kritisch sein, aber naja, manchmal wuerde ein Blick ins Woerterbuch schon helfen …

„I’m unpleasant. I hate it being left.“ (kicher)

 

Kategorie: Schoenheit im Alltag

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Zum letzten Bild: „Schwalbennest. Es kann vorkommen, dass von den Schwalben etwas herunterfaellt (Kot). Bitte haben sie Geduld, bis die Kueken fluegge sind.“

 

Kategorie: Der kapitalistische Wahnsinn

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Einer der zentralen Grundsaetze des Kapitalismus ist es „Mehrwert“ in der Wahrnehmung des Kunden zu schaffen, indem man bestimmte Eigenschaften zu einem Produkt hinzudichtet, obwohl sie mit dem Produkt nichts oder nur sehr am Rande zu tun haben. Leicht zu verstehende Beispiele sind z.B. Zigaretten / Autos gepaart mit „Maennlichkeit“ / Abenteuer.

Hier sieht man ein paar der in Japan allgegenwaertigen Gesichtsmasken. Die sind normalerweise weiss und haben als Kaufargumente „noch bessere Tropfenabwehr“ und so. Aber um noch mehr Gesichtsmasken zu verkaufen, hat sich ein (oder mehrere) Hersteller gedacht, es waere doch toll, das Produkt zu Gendern, so dass „Mann“ eine „coole“ schwarze Maske und „Frau“ eine „niedliche“ pinke Maske bekommt. Voila, Mehrwert.

 

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Hier gibt es ein Beispiel der unheiligen Allianz zwischen Kapitalismus und Nationalismus. Das Produkt ist stinknormaler „Sencha“ (ein schwacharomatischer gruener (?) Tee).

„Japaner haben den bestentwickelten Geschmackssinn in der Welt.“

Ich weiss, ich weiss, alles nicht so schlimm und es gibt noch viel schlimmere Beispiele von Nationalismus in Japan blablabla, aber ich fuer meinen Teil sehe hier eine starke „slippery slope“ Argumentation.

„Mainstream“ Werbungen wie diese normalisieren Nationalismus. Und dann ist es nur noch eine Frage der Radikalisierung bis man glaubt, Japaner seien „einzigartig“ und „das goettliche Volk“.

Und der Kreis zum Kapitalismus schliesst sich, wenn man sieht wem diese „urjapanische“ Teeproduktion gehoert: Dem globalen Konzern Coca Cola.

 

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„Lasst uns arbeiten und lachen.“

Aehnlich wie die Teewerbung oben wirkt die Werbung an sich erst einmal harmlos. Ich sehe aber auch hier wieder eine Normalisierung der v.a. in Japan vorherrschenden „Arbeit ueber alles“ Ideologie. Dabei wird der Sinn der Arbeit in sein Gegenteil verkehrt. Wir arbeiten nicht, um zu leben, sondern wir leben um zu arbeiten.

Die Werbung wurde uebrigens von einer Personalvermittlung geschaltet. Wenn man weiss, wie ausbeuterisch das japanische Arbeitswesen vor allem fuer nicht fest angestellte Arbeitnehmer ist, hat diese Werbung schon einen sehr faden Beigeschmack. Fuer mich sieht der Mann in dem Bild auch mehr wahnsinnig als gluecklich aus, aber das ist dann nur meine Wahrnehmung.

Ich selbst bin natuerlich auch nur ein Rad im Getriebe mit festem Job und Familie …

„All work and no play makes Jack a dull boy.“

 

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Ja, heissa! Waesche buegeln ist schon ein Heidenspass!  Meiner Tochter kaufe ich so etwas aber nicht ….

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Aufgenommen in Frankreich. Mal davon abgesehen, dass es Werbung ist, geht es hier nicht wirklich um Kapitalismus. Ich fand es einfach nur schoen / interessant, dass rechts unten die franzoesische Uebersetzung von „American Winter“ steht.

(Gut, auch hier stellt sich mir die Frage, was dieses Huehnchensandwich mit dem Winter in Amerika zu tun haben soll und auch wo in Amerika dieser Winter sein soll. Aber man kann’s auch uebertreiben, hm?)

Mal am Rande: Ich spiele mich hier als grosser Kapitalismuskritiker auf, bin selbst aber im B to B Vertrieb taetig. Gibt wohl nicht so viele Jobs, die kapitalistischer sind als mein eigener. Andererseits bin ich ueberzeugt, das man das System nicht mit Fundamentalopposition veraendert, sondern von innen (siehe „die Gruenen“ zu ihren besten Zeiten).

 

Mehr Photos in den naechsten Tagen.

Written by hanayagi

Juli 27, 2017 at 12:11 pm

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Es ist soweit

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Nach 10 Jahren und 3 Monaten in Japan geht es zurueck nach Deutschland!

Und dann auch noch nach Dresden (of all places!).

Mehr demnaechst!

Written by hanayagi

Juli 15, 2017 at 5:19 am

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