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Dinge, die ich an Japan mag – revisited

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Vor etwas mehr als fünf Jahren schrieb ich einen Artikel über die guten Seiten Japans, jetzt ist ein guter Zeitpunkt gekommen da noch einmal drüber nachzudenken, denn a) bin ich im umgekehrten Kulturschock und b) ist mir langweilig :).

Originaltext ist normal formatiert, Kommentare sind rot und kursiv geschrieben. Mal schauen, wie sehr ich meinem vergangenen ich noch zustimme.

Achja, die Reihenfolge ist rein zufällig und kein Ranking.

1. Die Art wie Arzneimittel in Japan verteilt werden: Es gibt beim Arzt immer nur genau soviel Arzneimittel wie man auch wirklich braucht. Ich bekomme also keine Packung Penicillin sondern nur 12 Pillen für vier Tage. Das deutsche System finde ich mittlerweile extrem verschwenderisch.

Korrekt!

2. Japanisch: Japanisch ist schon klasse. Papagei-Woerter (oder auch Onomatopoeia) wie „nebunebu“ (^^), „nebaneba“, „girigiri“, „fuwafuwa“, „sowasowa“ etc. gehen wunderbar leicht von der Zunge. Mit Kanji laesst sich spielen.  Haiku sind eine faszinierende Kunstform. Ganz allgemein finde ich gesprochenes Japanisch einfach praktisch… kann auch nicht genau sagen, warum.

Meh. Ist zwar nicht falsch, aber die ästhetische Freude ist nicht mehr so da.

3. Frühling: Frühling in Japan ist toll. Temperaturen um die 20 – 25 Grad, viel Sonne, Blumen und Pflanzen blühen überall (Kirschblüte anyone?) und ich fühle mich einfach pudelwohl. (Und dann kommt der Sommer ><)

Frühling in Japan ist vor allem kurz. Erst ist es lange kalt und dann ist plötzlich Sommer.

Für die kurze Zeit, die man tatsächlich als Frühling bezeichnen kann ist es natürlich schön. 40% Zustimmung.

4. Ästhetik: Teezeremonie (und zugehörige Utensilien), Kimono/Yukata, Tempel und Schreine, japanische Gärten, Burgen … Es gibt einfach viele schöne Dinge zu sehen in Japan.

Korrekt. Japan ist auch absolut empfehlenswert für Touristen.

5. Natur: Riesengroße Bäume und  handtellergroße Insekten. Aufgrund des warmen Klimas ist die freie Natur für jemanden aus Deutschland, speziell aus Norddeutschland ziemlich beeindruckend.

Naja, wieder in Deutschland habe ich nun auch schon ein paar große Bäume gesehen. In Deutschland gibt es auch keine gefährlichen Bären, Giftschlangen oder fiese riesige giftige Hundertfüßler und Hornissen. 

6. Essen: Hier könnte ich auch gut einen (oder mehrere!) Artikel nur zu diesem Thema schreiben. Nur mal eine kleine Liste von all den leckeren Dingen hier:  Sushi/Sashimi, Yaki – niku/tori/zakana, Okonomiyaki, Taiyaki, Mochi, Oyakodon, Su no mono, Kushiage …

100% Zustimmung. Sorry deutsche Köche und Köchinnen, aber der japanischen Küche könnt ihr nicht das Wasser reichen.

7. Religion: Japaner gehen angenehm entspannt damit um. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Korrekt. Wenn ich dieses scheinheilige und selbstgefällige Christen(und co.)-Gesocks in Deutschland nur sehe, bin ich gleich auf 180. Zum Glück lebe ich jetzt im tiefsten Osten, we es weniger davon gibt.

8. Onsen: Heisses Wasser in ansprechender Umgebung und danach lecker Essen – was kann man daran nicht mögen?

Absolut! Wird auf jeden Fall ein Punkt auf unserer nächsten Japanreise sein. In fernfer, ferner Zukunft …

9. Japanerinnen: Ist wohl persönlicher Geschmack oder ich lebe schon zu lange hier. Jedenfalls finde ich Japanerinnen im Allgemeinen attraktiver als Westlerinnen. (Nehmt’s mir bitte nicht übel liebe deutsche Mädels!) Vielleicht ist es die glatte Haut? Vielleicht sind Japanerinnen generell weniger egoistisch als Westlerinnen? Nah, kann man so nicht sagen. Jedenfalls mag ich Japanerinnen. 🙂

Mhm ja. Japanerinnen sind schon klasse 🙂 

Wobei, das mit dem egoistisch würde ich so nicht mehr sagen, nachdem ich nun weiß, dass die meisten Japanerinnen nur das Eine wollen – Geld. 70% Zustimmung.

10. Ordnung: Nicht immer, aber doch meist. Japaner sorgen einfach dafür, dass alles an seinem Platz ist. Der japanische Ordnungsfimmel ist zwar auch oft lästig und bevormundend, aber er sorgt eben auch dafür, dass die Straßen sauber sind und Verabredungen eingehalten werden.

100% Zustimmung.

Meine Güte, ist es dreckig in Deutschland. Müll und Graffiti überall, Überreste von zerplatzten Bierflaschen und Kaugummis auf dem Boden. Bäh. Daran ist der Michel selbst Schuld, Mülleimer gibt es überall. Ist einfach eine Einstellungsfrage.

Andererseits könnte man auch argumentieren, dass die Sauberkeit in proportionaler Verbindung zur Freiheit und Unfreiheit einer Gesellschaft steht…

11. Service: Japanische Behörden, Transportunternehmen (Yamaneko, Post etc.), einfach überall wo man Kunde ist – die Bedienung ist (naja, fast) immer spitze. Speziell die Behörden: Schnelle, freundliche, kompetente und größtenteils kostenlose Bedienung … da können sich deutsche Behörden 1,2,3 … ganz viele Scheiben abschneiden. (Nur die Einwanderungsbehörde in Shinagawa sticht negativ heraus.)

100% Zustimmung. Servicewüste Deutschland. Autsch.

12. Züge: Hahahaha! Arme Deutsche! Über das was die DB euch anbietet, können Japaner nur müde lächeln. Japanische Züge sind IMMER pünktlich, es sei denn ein Erdbeben, Taifun oder Godzilla persönlich stellt sich ihnen in den Weg. Und selbst im seltenen Verspätungsfall bekommt man noch einen Zettel mit einer Entschuldigung in die Hand gedrückt. Dazu kommt noch die Sauberkeit und Ruhe in den Zügen. Einzige Wermutstropfen: Der ganze Spaß ist nicht billig und in Tokyo fahren jeden Tag 10 Quadrizillionen Menschen mit der Bahn -> willkommen im Leben einer Sardine.

Ja, Bahnfahren in Japan ist toll. Hier in Dresden ist es aber auch nicht so schlimm. Ich finde es nur anstrengend und seltsam, dass ich beim Pendeln (15 Minuten ohne Umstieg pro Richtung) etwa acht Mal die Woche kontrolliert werde. Wohlgemerkt, das ist nur auf meine Pendelstrecke so. Auf allen anderen Strecken werde ich so gut wie nie kontrolliert. Ich habe mal einen Kontrolleur darauf angesprochen, was das soll, aber er meine nur, dass er doch sonst keinen Job hätte. Sorry, aber: Hä? Vielleicht liegt es einfach daran, dass die nächste Station der Flughafen ist und  die DB angelt nach verwirrten Touristen?

13. Kombini: Auch Convenience Stores genannt, sind sie genau das: convenient. Dinge, die man im Kombini erledigen kann: Einkaufen (Snacks, Süßkrams, Grundnahrungsmittel, Waschmittel, Hygieneartikel …), Post abschicken, Überweisungen tätigen/Rechnungen bezahlen, Geld abheben, kopieren/drucken, Zeitungen/Manga lesen, zur Toilette gehen (wichtig!), Müll entsorgen (aber in Maßen!). Und dabei sind Kombini meist rund um die Uhr geöffnet und trotzdem nicht wesentlich teurer als der Supermarkt.

100% Zustimmung. Und hier noch ein paar extra Ausrufezeichen: !!!!!

14. Rücksichtsnahme: Man muss wohl hier leben um zu verstehen, was ich meine. Japaner sind einfach rücksichtsvoll. Da wird eben lieber erst einmal darüber nachgedacht, ob eine Aktion oder Bemerkung jemanden verletzen oder stören könnte und nicht wie in Deutschland einfach Augen zu und mit der Brechstange durch. (Diese Rücksichtsnahme hat natürlich auch ihre Schattenseiten, aber darum geht es hier ja gerade nicht.)

100% Zustimmung.

15. Settonaikai: Die Gegend zwischen Shikoku und Honshu ist einfach wunderschön. Viele, viele kleine Inseln, azurblaues Meer, Fischerboote (und lecker frischer Fisch!), Inseldörfer, Mandarinenhaine, klitzekleine und malerische Tempel und vieles mehr. Absolut empfehlenswert.

!!!! Hinfahren, sich wie deutsche Dichter in Italien fühlen. !!!!

16. Karaoke: Mein liebster geselliger Zeitvertreib darf hier natürlich nicht fehlen. Karaoke mit ein paar Freunden macht mir einfach Spaß.Viele Ausländer zieren sich leider und weigern sich zu singen. Langweiler! Schade auch, dass es an deutschen Liedern nur „99 Luftballons“, „Moskau“ und „Dschingis Khan“ gibt (ja, damit ist die Liste komplett!).

Meh. Als Student macht’s Spaß, keine Frage. Aber die Sausage-Festa mit den ganzen alten Fürzen von Arbeit, die 90% der Karaokebesuche in den letzten Jahren ausgemacht haben? Meh.

17. Enka: Und wo wir schon bei Karaoke sind, Enka ist toll! Enka ist … so etwas wie Volksmusik, nur viel besser 🙂 In Enka geht es um (verlorene) Liebe, Herzschmerz, Tränen und den kalten, kalten Winter. Und Enka ist einfach wunderbar kitschig-emotional. Wenn dann so eine aufgedonnerte japanische Oma mit gekonnt geschauspielten Tränen zum hundertsten Mal von ihrer unerfüllten Liebe trällert, glüht die Enka-Liebe in mir einfach!

Enka ist immer noch besser als J-Pop, Schlager und Volksmusik, keine Frage. Und wenn auch nur aus ästhetischer Sicht. Aber am Ende ist es der gleiche industriell gefertigte Kultur-schmonz. Meh.

18. Anime: Nicht zu vergessen. Da Anime auch ein Ventil sind mit dem Japaner Stress abbauen, sind sie relativ frei in der Wahl ihrer Themen und konterkarieren viele der strikten Normen und Vorstellungen in der japanischen Gesellschaft. Manche Manga sind regelrechte Kunstwerke.

Mit den Jahren bin ich generell anspruchsvoller geworden, was Anime angeht, aber es gibt immer noch die gelegentlichen Meisterwerke, die meine Zeit wert sind. Zustimmung also.

19. Meine Frau 🙂

♥ 100% korrekt!

 

Bonuspunkt!

20. Verpackungen. (aka Perfektion!)

Man kaufe beliebige Produkte in Japan und in Deutschland, z.B. Frischhaltefolie und Mayonese in Plastikflaschen und vergleiche beide. Japanische Verpackungen sind so viel ausgereifter als in Deutschland, dass es schon peinlich ist. Aber Hauptsache billig, ne.

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Written by hanayagi

August 31, 2017 um 12:38 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. Sehr schöne Liste!
    Kann nicht immer voll zustimmen, aber fast!

    Anika

    August 31, 2017 at 1:21 pm


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