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Und nochmal Gender …

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… fuer’s erste der letzte Artikel zum Thema 🙂

In der Japan Times habe ich letzte Woche einen interessanten Artikel entdeckt: Ein junger Mann hat die Fukuoka Women’s University verklagt, weil er keinen Studienplatz bekommen hatte. Er wurde ausdruecklich aufgrund seines Geschlechts abgelehnt. Der junge Mann argumentiert nun vor Gericht, dass er in seiner direkten Umgebung sein Fach nur an ebendieser Uni studieren kann.

Und sein Anwalt dazu:

A lawyer representing him is arguing that women-only colleges are no longer relevant and discriminate against men.“In the past, women’s universities had the role of giving preferential treatment to women who had fewer opportunities for education, but that role is no longer necessary,” he said.

Interessant. Ich war mir nicht bewusst, dass Frauenunis mal dazu da waren, Frauen eine bessere Chance auf Bildung zu geben. Vielleicht war das wirklich mal so, damals Meiji/Taisho/Showa. Weiss da jemand etwas drueber?

Worueber ich allerdings schmunzeln musste, ist, dass Frauenunis „Maenner diskriminieren“ wuerden. Als Hintergrund dazu: Frauenunis sind fuer gewoehnlich nur dem Namen nach Unis und bringen Frauen bei „gute Hausfrauen und Muetter“ zu werden. Und dann gibt es noch die „Frauenberufe“ wie z.B. irgendwas mit Erziehung oder Ernaehrung. Was fehlt? So ziemlich alles, womit man mal Karriere machen und Geld verdienen kann.

Aus diesem Grund lehne ich Frauenuniversitaeten ab: Sie sind eben keine Universitaeten (im Humboldtschen Sinne), sondern maximal mittlere Bildungsanstalten mit sehr eingeschraenktem Bildungshorizont, die helfen den Gender-Status Quo in Japan zu zementieren.

Und deshalb sind sie ein Instrument zur Unterdrueckung der Frauen in Japan, und eben NICHT der Maenner. Insofern ist die Argumentation des Anwalts schon sehr verqueer.

Andererseits: Aus Sicht des jungen Mannes ist es wohl schon ein Problem, wenn er nicht in der Naehe studieren kann. Aber er ist damit ja auch nicht gerade alleine auf der Welt ….

Anmerkung am Rande: Laut JP Wikipedia gibt es noch 74 Frauenunis in Japan. Tendenz abnehmend.

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Written by hanayagi

Dezember 3, 2014 at 5:42 am

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Japan und Gender (mal wieder …)

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Anlaesslich der nun beschlossenen Frauenquote in Deutschland hier mal ein paar schoene Statistiken:

Frauenanteil im Deutschen Bundestag (seit 2013): 36,5%  (230/631)

Frauenanteil im Japanischen Unterhaus (seit 2012): 8,1% (39/480)

Japan nimmt damit Platz 134 / 156 auf der IPO „Women in Parliament„-Liste ein. In guter Nachbarschaft von Benin, Bhutan und dem Congo…. (Deutschland: Platz 21 … yay)

Als altlinker Frauenversteher interessiere ich mich natuerlich auch fuer den Frauenanteil pro Partei.

Deutschland:

CDU 24.8%

FDP 25.8% (bis 2013)

SPD 42.2%

Gruene 55.6%

Linke 56.3%

Man sieht ein deutliches rechts-links Gefaelle. Ist irgendjemand ueberrascht?

Aber keine Angst, im Vergleich zu Japan ist sogar die CDU fortschrittlich:

LDP 8.5%

DPJ  5.6%  (2009: 14.9%)

Sonstige 10.3%

Was soll man da sagen? Die „linke“ DPJ hatte im Parlament von 2009 immerhin einen … „fortschrittlichen“ Wert von fast 15%.

Ein Trauerspiel.

Written by hanayagi

November 27, 2014 at 5:33 am

Veröffentlicht in Alles mit Kultur

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Frühlingsspaziergang

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Es ist mal wieder Zeit für einen Fotoartikel. Dieses Mal gibt es ein paar gemischte Motive und dann eine lange Strecke von Ansichten aus unserer direkten Nachbarschaft.

Werbung für elektrische Wörterbücher. Das linke Plakat wirbt damit besonders gut für „Oberschüler mit guten Englischkenntnissen“ zu sein. Was mir ein wenig aufstößt ist, dass das ganze Menü in Japanisch ist …. (kann man sicher umstellen). Das zweite Plakat fand ich einfach nur sehr typisch: Junges Mädchen in Schuluniform vor Kirschblüten. Lang lebe das Klischee.

Und damit wir auch ja nicht vergessen das Frühling ist (was dieses Jahr zugegebenermaßen leicht passieren kann): Nochmal Kirschblüten und eine Gratulation zur Einschulung, die traditionell im März/April stattfindet.

Bemerkenswert auch, dass alle abgebildeten Personen weiblich sind.

Und wo wir schon bei meinem Lieblingsthema Gender sind: Rosa für Mädchen und blau für Jungs! (Das Mädchen war übrigens sehr zutraulich und niedlich.)

Na, worum geht es hier? Ja, genau: Achselhaarentfernung für Männer! „Echte Männer sprechen nicht darüber, auch wenn sie es bemerken.“  Ahem. Rechts unten steht übrigens, dass man sich auch die Haare unterhalb des Knies entfernen lassen kann, was in gewissem Sinne durchaus nachvollziehbar ist, da viele Japaner dort sehr haarig sind.

„In dieser Firma machen wir keine (Vermittlungs-)Geschäfte mit anti-sozialen (Einfluss)gruppen.“ – Was damit gemeint ist: Wir weigern uns den Yakuza Räume/Briefkastenfirmen zur Verfügung zu stellen.

Gesehen in einem Immobilienbüro in Tokyo. Wenn man in Japan die Augen offen hält, vergisst man nicht so schnell, das man im Land der Yakuza lebt.

Kaugummiwerbung. Ich finde einfach, dass das Zeug auf ihrem Kopf nach Penis aussieht.

Prohibition! Und alles andere in Japanisch. *lol* Es geht darum, dass man keine gefährlichen Gegenstände mit in den Zug nehmen soll.

So, unser kleiner Spaziergang heute. Wir waren gestern den ganzen Tag unterwegs und am Abend noch auf einer kleinen Abschiedsfeier von  meiner ehemaligen Arbeitsstelle, weshalb wir unsere Fahrräder davor parkten. Und dann regnete es gestern natürlich den ganzen Tag und auch die Nacht hindurch. Also sind wir gestern mit dem Bus nach Hause und heute nach Tsutsujigaoka gefahren und haben unsere Fahrräder abgeholt. Auf dem Weg dahin haben wir die Chance genutzt und ein paar Fotos gemacht.

Häschen vor dem Haus.

„Bitte nehmen Sie Ihre Hundekacke mit.“ – Allgegenwärtig in Japan, so auch bei unseren Nachbarn. Ich habe noch nie einen Japaner gesehen, der seinen Hund einfach so sein Geschäft verrichten lassen hat. Für mich ein ganz, ganz wichtiger Grund in Japan keinen Hund zu haben.

Unsere kleine Straße. Und ja, wir leben tatsächlich in Tokyo. 🙂

Idyllisch, hm?

    

Japanischer geht es nicht.

Alle Japaner sind Hobby-Entomologen, so auch meine Frau. Hier erklärte sie mir, dass diese Spuren von einem Krabbelvieh stammen, das gerne Moos frisst.

Jetzt wisst ihr auch, woher Herr Murakami seine Inspirationen nimmt.

Frühling? Naja, so langsam wird es wärmer.

Pflaumenzweige für einen Euro.

Und das ist eine dieser wunderbaren Direktverkaufsstellen, wo man Gemüse aus der Umgebung kaufen kann. Ob das in Tokyo besonders gesund ist, kann ich nicht sagen, aber im Sommer kann man hier vorzügliche Gurken und Tomaten kaufen. Die Besitzer sind übrigens stinkreiche Pensionäre, die den Kram aus Spaß betreiben. Sie haben mir ihr Haus übrigens mal von innen gezeigt und waren sichtlich Stolz auf ihr deutsches Dach und Zaun.

Und da steckt man das Geld für’s Gemüse rein. Toll finde ich auch, dass niemand überprüft, ob man auch wirklich bezahlt. Die Basis ist Vertrauen. Das ist ausserdem praktisch, da man im Zweifelsfall einfach einen oder zwei Tage später wiederkommen kann, wenn man etwas braucht, aber gerade kein Geld dabei hat. 🙂

Pflaumenblüte Ende März. Normal ist Ende Februar.

   

Das „Pato-Car“ (von „Patrol-Car“) unseres Dorfpolizisten. (Noch einmal: Wir leben wirklich in Tokyo.) Rechts die Polizeistation von innen. Unser guter Büttel ist meist irgendwo anders. 🙂

Ich mag diesen Busch einfach. Wird ständig zurechtgeschnitten, aber jedes Mal aufs Neue streckt er seine Äste gen Himmel. Ganbare!

Einer unserer örtlichen Kombinis. Die haben leckere „Yes“-artige Schokoladenkuchen.

Idylle #2

Das Zettelchen in der Mitte soll Unheil und Dämonen abschrecken. Sieht man hier in der Gegend recht oft, da es hier einen berühmten Tempel gibt.

„Fuki no tou“ oder auch Petasites japonicus ist ein Symbol für den Frühling.

Leere Getränkekisten.

Hier sind wir in der Nähe meiner alten Arbeitsstelle. Sieht schon viel mehr nach Stadt aus, oder?

Und noch ein Kombini. Lawson 100 ist übrigens ein „organischer“ Komibini. Was auch immer das bedeuten mag.

25 Meter vor meiner alten Arbeitsstelle. Prostitution ist in Japan offiziell verboten, wenn sie Geschlechtsverkehr beinhaltet. Alles andere ist aber erlaubt. Und wer will nachprüfen, was wirklich in geschlossenen Zimmern passiert…? Die beiden Mädels sehen für mich übrigens nach importierten Philippinerinnen aus.

25 Meter neben dem Etablissement aus dem letzten Foto.

Hier habe ich mehr als zwei Jahre nebenher gejobbt und Englisch unterrichtet. Es ist eine „Juku“ (in etwa: „Nachhilfeschule“) und die Kinder sind meist zwischen 10 und 15 Jahre alt. Für ältere Kinder gibt es ein anderes Gebäude. Der Studenlohn (1200 Yen bzw. etwa 12 Euro) ist mit Abstand der niedrigste für den ich je in Japan gearbeitet habe, aber dafür ist es ziemlich nah zu meiner Wohnung (keine lange Anfahrt) und die Arbeit war fast immer interessant und abwechslungsreich. Ausserdem mag ich Kinder einfach. 🙂

Und hier ist mein vor kurzem neu gekauftes Fahhrrad, das wir heute retten gehen mussten, da in Tokyo unberechtigt abgestellte Fahrräder meist innerhalb von ein bis zwei Tagen abgeschleppt werden. 🙂

Falls euch die kleine Fotostrecke gefallen hat, huldigt dem Fahrrad!

Wort des Tages: 自転車 – jitensha (selbst-drehen-rad = Fahrrad)

P.S.

かぜゆるみ

タバコいっぷく

おじいさん

🙂

Written by hanayagi

März 24, 2012 at 10:10 am