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Hadeko

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Ich entschuldige mich fuer die niedrige Anzahl von Artikeln in den letzten Tagen. Bin einfach ein bissel faul im Moment.

Heute geht es um Hadeko. Hadeko? „Hade“ bedeutet „grell“ oder „auffaellig“, „ko“ ist einfach nur das Kind bzw. das Maedchen. Es geht also um grelle/auffaellige Maedchen.

Und so sehen sie aus:

   2008_01050044.jpg

Quellen (soweit ich weiss)

http://blog.crooz.jp/246ugk/ShowArticle?no=15           http://takulu.blog79.fc2.com/blog-entry-253.html

Und hier noch eine Youtube Videomontage, von einer deutschen Bloggerin wie es scheint:

Der Punkt, soweit ich das verstehe, ist als „komisch/seltsam“ angesehen zu werden. Bewusst wird nicht versucht hübsch, niedlich oder gar sexy zu sein. Vielleicht kann man sogar sagen, dass das Ziel das genaue Gegenteil bedeutet und hier nach den legendaeren „Ganguro“ des letzten Jahrtausends eine neue Gegenkultur auftaucht.

Ob das nun wirklich eine echte Subkultur ist, oder nur von Westlern zu einer solchen aufgebauscht, kann ich im Moment noch nicht beurteilen. Die Kommerzialisierung und Gentrifizierung Harajukus schreitet jedenfalls unaufhaltsam voran. In jedem Fall spuckt das  japanische Google 1.400.000 Treffer für „Hadeko (派手子)“ aus. Das japanische Youtube gibt aber nicht viel her. Bei meinem letzten Besuch in Harajuku vor ein paar Tagen sind mir ein paar Mädels wie die rechts oben aufgefallen und genau ein Mädchen, das den Stil auf dem linken Bild pflegte. Das pinke Outfit habe ich persönlich als „ist halt Harajuku“ abgetan. Aber vielleicht steckt ja mehr dahinter. Mein Interesse ist geweckt.

Falls es hier tatsächlich eine neue Subkultur geben sollte, die außerdem tatsächlich Nonkonformität mit dem gesellschaftlichen Schönheitsideal als erstrebenswert ansieht, wäre das auf jeden Fall interessant. Man könnte dann vielleicht sogar eine mehr oder weniger bewusste Rebellion gegen das vor allem gegenüber Frauen sehr einengende Schönheitsideal hineininterpretieren. Notwendig wäre es m.M.n. jedenfalls. Die Mädels werden vielleicht nicht so weit denken, aber eine Rebellion gegen das „kawaii„-Diktat ist viel mehr als nur Mode, es ist auch ein gesellschaftliches Statement. „kawaii“ ist nämlich auch eine Methode Frauen als untergeordnet zu kategorisieren. Denn wer „kawaii“ ist, ist eben nicht professionell, klug, selbstbewusst usw. Ob „Hadeko“ nun den besten Weg gefunden haben, Frauen mehr Respekt in Japan zu beschaffen? Vermutlich nicht. Ich bin schon froh, wenn es irgendwo einmal nicht „kawaii“ zugeht.

 

Wort des Tages: 目立ちたがる – medachitagaru – auffallen wollen (oft negativ)

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Written by hanayagi

Mai 13, 2012 at 8:44 am