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Deutsche sind komisch

with one comment

Nach mittlerweile drei Monaten in Deutschland beginnen sich die Dinge hier ein bisschen einzuspielen. Sogar unsere Sachen aus Japan sind letzten Freitag angekommen *Jubel*. Und ein Auto habe ich Dienstag auch noch gekauft.

 

Aber kommen wir zum Artikelthema. Deutsche sind komisch.

Aber das stimmt natürlich nicht ganz. Deutsche wirken nur auf mich komisch. Denke ich.

Was mich gerade beschäftigt ist dieses „alles muss diskutiert werden“.

Ganz schlimm ist alles, was mit Erziehung zu tun hat. Leute, wenn das Kind glücklich ist und mit sich und seiner Umwelt im Reinen … dann ist das alles, was ich zum Thema Erziehung wissen muss.

Oder die ganze Sexualsache. Heute wieder zwei Artikel bei der Zeit:

„Warum können wir unseren Kindern gegenüber nicht einfach Scheide, Vulva etc. sagen?“ (Wirklich? Gibt es heute noch Leute, die zu verklemmt sind, um mit ihren Kindern offen zu reden? „Vulva“, there …),

„Müssen Männer sich über sexuelle Gewalt unterhalten?“ (Ich verweigere mich seit ich denken kann „locker-room-talk“ mit anderen Männern, weil es respektlos gegenüber Frauen und auch gegenüber Männern ist. Ich habe nie eine Frau in irgendeiner Weise belästigt. Den Schuh zieh‘ ich mir einfach nicht an und habe auch keine Lust darüber zu diskutieren.)

Aber von den Details mal abgesehen: In Japan war das immer alles viel entspannter. Hier hyperventilieren die Leute oft über Kleinigkeiten. Ich finde das anstrengend und denke mir oft im Stillen „bla, bla, bla, lass mich in Ruhe mit deinem neurotischen Scheiss“.

Andererseits ist die Abwesenheit von „unnötigen“ Diskursen in Japan vielleicht auch ein Grund für das Demokratiedefizit in Japan.

 

Aber wie auch immer: Deutsche, entspannt euch mal ….

 

Written by hanayagi

Oktober 19, 2017 um 7:28 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. Ich verfolge diesen Block schon seit vielen Jahren sporadisch immer mal wieder und lese dann alles nach was bis dahin gepostet wurde.
    Ich finde es nun ein merkwürdiges Gefühl, zu lesen, dass du nun in Dresden gelandet bist.
    Schonmal sorry für einige Idioten hier. Die meisten sind nicht so.
    Wegen Möglichkeiten hier Kontakt zu finden, kann ich ein paar Sachen empfehlen:

    – ReckenEcke
    Ein Brettspeilladen in der Neustadt. Ich bin persönlich der Meinung, dass Brettspiele eine gute Möglichkeit sind schnell Leute kennen zu lernen. Durch ihr Spielverhalten kann man dann auch gleich sehen wie so der eine oder andere Tickt.
    – Singstarsause Club Traumtänzer
    Ja … ist ein Studentenclub … Kann man meinen sich überflüssig zu fühlen wenn man keiner ist. Bin und war selber auch keiner und wurde gut aufgenommen.
    Beim Singstarabend treffen sich aber bis zu 40 Leute und trellern was die Songliste hergibt. Einziger Wermutstropfen, ich habe nur ein japanisches Lied parat.
    – DeDeCo
    große Anime und Manga Con in der Messe Dresden. Ist das einzige, was mir spontan einfällt, bei dem man ein klitze klitze kleines bisschen Japanluft schnuppern kann. Jedenfalls die Japanluft wie sich Deutsche sie so vorstellen. Es ist aber manchmal wunderbar fremdschämig wie sich der eine oder andere so verkleidet oder wenn original japanische Alltagsprodukte wie Gold behandelt werden „Oh schau, ECHTE Onigiris. Woaaa“. Ich bin da jedes Jahr im Off-Gaming-Bereich für Rollenspiel und den Escape Room zuständig.
    – BRN
    Die Bunte Republik Neustadt. Würde ich vielleicht nicht im ersten Jahr ansteuern. Ein wirklich riesiges Stadtteilfest, bei dem die Neustadt zu einem riesigen kulturelle Kessel wird. Sehr international und hat ein wenig was vom Burning Man Festival. „Wir sind alle Eins, Liebe und bitte keine Nazis hier“. Alle möglichen Musikrichtungen (daher auch recht laut), Kunst und sehr … sehr viele Menschen (deshalb nicht unbedingt in der anfänglichen Kulturschockzeit).

    Vielleicht ist da ja was dabei was euch zusagt. Sind zumindest Veranstaltungen und Orte bei denen viele internationale Gäste Kontakte knüpfen konnten (jedenfalls was ich beobachten konnte).
    Ich weiß, alles eher für jüngere Menschen, aber … sind wir nicht alle im Kopf jung geblieben?

    Norman Scherke

    Januar 19, 2020 at 9:25 am


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