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Wohnen in Japan

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Mal wieder ein paar spontane Gedanken. Heute Morgen habe ich einen Artikel bei Zeit Online gelesen (von Felix Lill, der generell recht gute Artikel ueber Japan schreibt).

In dem Artikel geht es um die Architektur in Japan und die mit dem staendigen Abriss und Aufbau einhergehenden Vorteile und Nachteile.

Als Vorteil listet Herr Lill die Innovationen auf, japanische Super-Toiletten zum Beispiel.

Als Nachteil listet er die schlechte Waermedaemmung japanischer Haeuser.

Sowohl zum Vorteil, als auch zum Nachteil habe ich denselben Kommentar: “Ja, aber …”

Wie ueberall sonst auf der Welt gibt es auch in Japan arm und reich. Und damit auch grosse Unterschiede, wie gewohnt wird. Meine alte Studentenbude damals in Kusatsu war definitiv schweinekalt und ein Drecksloch. Unsere jetzige Wohnung dagegen ist – vergleichsweise angenehm warm und benoetigt auch im Winter kaum Heizung. Dafuer kostet sie aber auch ein bisschen mehr …

Generell unterscheidet man in Japan zwischen “Apa-to” (Appartment) und “Manshon” (Mansion)-Wohnungen. Bei Mansion gibt es auch noch den “Bunjo”(Eigentumswohnung)-typ. Apa-to ist Leichtbauweise und die Isolierung normalerweise ein Witz. Mansion basiert auf “reinforced concrete” Architektur (keine Ahnung wie der deutsche Fachbegriff lautet). In Mansions sollte man normalerweise nicht frieren.

Wie immer also: Auch in Japan ist nicht alles schwarz und weiss :)

Das Haus meiner Schwiegereltern ist allerdings schweinekalt….

Written by hanayagi

Januar 19, 2015 at 8:16 vormittags

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Nebelkerzen

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Hier in Japan wird immer wieder gern ueber zwei Ereignisse der juengeren japanischen Geschichte diskutiert.

1) Die euphemistisch “Trostfrauen” genannten Sexsklavinnen des japanischen Militaers im zweiten Weltkrieg.

2) Das Nanking-Massaker.

Wobei “diskutiert” schon fast ein wenig uebertrieben ist, denn in Japan hat die revisionistische Rechte das Heft fest in der Hand und behauptet immer und immer wieder, dass die Graeueltaten der Japaner im zweiten Weltkrieg gar nicht so schlimm waren oder gar garstige Luegen des boesen Auslands (Korea, China) waeren. Und ueberhaupt, Japan hatte damals ueberhaupt keine andere Wahl als Krieg zu fuehren und wegen der Atombombenabwuerfe ist man ja sowieso Opfer und nicht Taeter.

Wie gesagt, das obige ist keine Minderheitenmeinung in Japan und auch die derzeitige politische Fuehrung des Landes liebaeugelt mit so einigen der oben genannten Ansichten.

Ich denke mir bei diesen Scheindiskussionen immer nur:

Kriegstote Japan*: Soldaten 2.1 Mio. Zivilisten 500.000

Kriegstote China*: Soldaten 3-4 Mio.  Zivilisten 12-16 Mio.

Diese Zahlen sind meiner Meinung nach das EINZIGE Argument zu dem Thema, wer sich hier bei wem entschuldigen muss. Und selbst wenn jedes einzelne japanische Kriegsverbrechen eine ganz gemeine Luege des boeswilligen Auslands waere … truege Japan immer noch Schuld am Tod von Millionen Zivilisten.

Und dafuer gibt es keine Ausrede und keine Entschuldigung.

* Zahlen der englischen Wikipedia. Ich bin mir bewusst, dass die Opferzahlen je nach Quelle schwanken. Am Ergebnis, naemlich dass auf chinesischer Seite viel mehr Menschen und vor allem viel mehr Zivilisten gestorben sind, aendert das nichts.

Written by hanayagi

Januar 15, 2015 at 6:41 vormittags

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Sie haben Miao!

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Heute ausnahmsweise mal was ueber China. Bei Zeit Online gab es heute einen sehr anschaulichen Artikel ueber die Unterdrueckung der Meinungsfreiheit in China. Ich kann ihn wirklich nur empfehlen und habe ihn heute morgen in der Bahn verschlungen.

Bei all dem Wehklagen ueber Halb-Demokratie und ultrarechte Umtriebe (der Regierung!) in Japan sollte man sich immer vor Augen halten, dass es in einigen von Japans Nachbarlaendern noch schlimmer ist …

Und in Deutschland ringen alle die Haende ueber Pegida und co. Ah, suesse Unschuld :)

Written by hanayagi

Januar 14, 2015 at 6:34 vormittags

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Ho,ho,ho! Es weihnachtet sehr!

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写真 (1)

Von wegen in Japan feiert man Weihnachten nicht! Das Photo habe ich bei mir um die Ecke aufgenommen!

Zugegeben, das ist die Ausnahme :) Aber immerhin gibt es bei uns in der Naehe gleich zwei Haeuser mit massenweise Weihnachtsschmuck.

Ich darf uebrigens bis einschliesslich 26.12. arbeiten … Und das beste ist, dass ich NIX zu tun habe, weil unsere Geschaeftspartner sich zum Teil tatsaechlich oder aber wenigstens innerlich sich schon in die Weihnachtsferien verabscheidet haben.

Naja, wenigstens geht es Ende des Jahres ins warme Okinawa :)

In diesem Sinne wuensche ich allen Bloglesern frohe Weihnachten!

Written by hanayagi

Dezember 23, 2014 at 6:09 vormittags

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Klartext

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Vor ein paar Tagen hat “dein_blogbeobachter” einen interessanten Kommentar verfasst. Ich habe ein paar Tage ueberlegt (nein, nicht jede Minute :)), ob ich den Kommentar ignoriere, oder eine Antwort schreibe.

Da in dem Kommentar aber ein paar ganz wesentliche Aspekte des Lebens in Japan angesprochen werden, habe ich mich entschieden, der Antwort einen eigenen Post zu widmen. (Das ist auch ganz praktisch, dann da kann ich aus dem Naehkaestchen plaudern, was wenig arbeitsintensiv ist :))

Hier also der Kommentar in Auszuegen:

Ich gehe auf die 33 zu und habe ein spätes Studium zum Ingenieurwesen angefangen und hoffe es im Sommer 2015 erfolgreich zu beenden.

Ingenieur ist gut und fast die einzige Moeglichkeit in Japan einen anstaendigen Job mit anstaendiger Bezahlung zu bekommen.

Japan kursierte mir schon seit sehr geraumer Zeit als potenzielles Ziel für einen Job aber nachdem ich viele deiner Mitteilungen hier gelesen habe traten Zweifel auf, ob das ganze doch nicht zu gewagt ist.

Habe ich so viel Negatives ueber Japan geschrieben? Ich hatte eigentlich nicht vor, so wie der gute Samurai Biker oder gar Debito-dono ‘rueberzukommen …

Wie würdest du meine Situation einschätzen für Japan und würde es sich lohnen, da ich eine Reise mal planen möchte um mir das Land näher zu betrachten!?

Naja, da ich nur weiss, dass du bald einen Ingenieursabschluss haben willst, kann ich deine Situation wohl kaum beurteilen :) Was ich aber sagen kann, ist, dass eine Reise nach Japan sich immer lohnt. Und so billig wie jetzt war es lange nicht. Aber auf einer Reise lernst du nicht unbedingt die Dinge ueber das Land, die du wissen musst, um hier zu leben. Anders gesagt: Als Tourist sieht man normalerweise nur die schoenen Seiten Japans. Und selbst wenn man sich Muehe gibt, auch die nicht so schoenen Seiten zu sehen (Und warum sollte man auch, wenn man schon im Urlaub ist?) muss man doch zwangslaeufig an der Oberflaeche bleiben. Die negativen Seiten Japans (Politik, Gesellschaft, Alltag, Medien … you name it.) erlebt man eher nicht als Tourist …

Letzten Endes musst jeder selbst des Leben hier erleben, um zu wissen, ob es ihm hier gefaellt. Aber wenn du eine gute Stelle findest, was als Ingenieur durchaus moeglich ist, dann: Warum nicht? :)  Wenn du als Expat ueber eine deutsche Firma kommst, hast du ein richtig angenehmes Leben hier … nur dass du dann Gefahr laeufst, in der Expat Bubble gefangen zu bleiben. Zur Expat Bubble kannst du in den einschlaegigen Blogs/Foren sicher Berichte finden.

Welches Land sagt dir mehr zu mit deinen heutigen Erfahrungswert, D oder J?

Klartext, eh? Ich denke – und hoffe – dass jeder, der ein paar Jahre in einem Land lebt, sich normalisiert, d.h. dass die Dinge einfach normal werden und es keinen Vergleich zwischen “hier” und “da” mehr gibt. Oder klarer ausgedrueckt: Mein Leben findet in Japan statt. Familie, Arbeit, Freunde … alles hier. Da stellt sich im allgemeinen die Frage: “Waere es in Deutschland besser?” eigentlich nicht.

That being said …. Es gibt gute Gruende fuer mich Japan zu verlassen. Dazu zaehlen die – meiner Ansicht nach – offensichtlich negativen Seiten Japans, wie das disfunktionale politische System und der Rechtsruck seit 2012 , die ewige Benachteiligung der Frauen, die fehlende Diskurskultur und Obrigkeitshoerigkeit/Hierarchieglaeubigkeit, die hohen Lebenshaltungskosten, das Bildungssystem, der im Vergleich zu Deutschland laecherliche Jahresurlaub ….

Aber letzten Endes sind die oben genannten Dinge nicht unbedingt entscheidend fuer tatsaechliche Lebensentscheidungen. Fuer mich persoenlich ist wichtig, dass mein Sohn eine Chance bekommt, zweisprachig aufzuwachsen, was in D. einfacher ist. Dann, dass er eine gute Bildung bekommt, was in D. billiger ist.  Und dann noch, dass wir als Familie ein gutes Auskommen haben (Gleichstand D. – J.).  Alle diese Faktoren (und mehr) sind wichtig. Meine Firma ueberlegt uebrigens, mich in ca. 2 Jahren nach Deutschland zu versetzen, was fuer mich persoenlich eine sehr gute Option ist. Dann 10 Jahre in Japan sind auch erstmal genug ;)

Das war eine sehr ausfuehrliche Antwort, auch wenn sie Dir vielleicht nicht soviel nuetzt :)

Written by hanayagi

Dezember 19, 2014 at 1:51 vormittags

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Alternativlosigkeiten!

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Ja, in Japan ist bald wieder Wahl! Dank Herrn Abe, der “ueber seine Wirtschaftspolitik abstimmen lassen” will, aber letztendlich doch nur seine ultra-nationalistische Agenda fortsetzen moechte. Aberich wollte ja eigentlich ueber etwas anderes schreiben … hier seht ihr ein Wahlplakat mit Abes Grinsefresse darauf.

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Und was steht auf dem Plakat?

“Um die Konjunktur wieder anzukurbeln ist mein Weg alternativlos.”

Der “Weg” heisst “Abenomics” … und wenn man bedenkt, dass Japans Wirtschaft dieses Quartal um 1.6% geschrumpft ist, muss man sagen … ein VOLLER ERFOLG …

Aber mal im Ernst: Frau Merkel fand doch auch so einiges alternativlos. War da auch die Atomenergie darunter? Wenn ja, dann gibt es vielleicht doch noch Hoffnung fuer Japan.

Written by hanayagi

Dezember 9, 2014 at 8:05 vormittags

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Wie hiess er noch …. aehm .. ich hab’s gleich … ach ja, Hashimoto!

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Jap, zum Glueck ist er ein bisschen in Vergessenheit geraten, der gute Toru Hashimoto, seines Zeichens Buergermeister von Osaka und einer meiner Lieblingsfeinde in der japanischen Politik. War wohl seiner Popularitaet doch etwas abtraeglich, dass er jahrelang seine Frau (4 Kinder) betrogen hat.

Letzte Woche habe ich wieder einen schoenen Artikel ueber den Herrn Buergermeister gelesen:

Er hatte dafuer gesorgt, dass die Stadt der boesen, boesen Lehrergewerkschaft verboten hat, Schulen als Versammlungsorte fuer ihre Fortbildungen zu benutzen. Das ging 40 Jahre lang problemlos. Aber 2012/13 hat Herr Hashimoto es verboten. Also ging es vor Gericht.

Das Ergebnis: Der Beschluss der Stadtverwaltung ist illegal. Dazu aus dem Gerichtsurteil

“It’s clear that the mayor recognized the right to assembly on the part of the teachers was being violated, and we’re forced to say that was his intent,” the ruling said.

Schallender kann eine Ohrfeige wohl nicht sein.

Der langsame Niedergang der Gewerkschaften wird sich wohl leider nicht aufhalten lassen. Aber schoen, wenn die Kapital-Radikalen wie Hashimoto ab und zu mal ihre Grenzen gezeigt bekommen.

Written by hanayagi

Dezember 4, 2014 at 7:08 vormittags

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