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Und noch ein Jahr in Japan

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So langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu. Zum ersten Mal kam ich nach Japan im August oder September 2005. (Ja, so lange ist das schon her.) Damals noch jung und naiv. Und seitdem ist die Zeit wie im Flug vergangen und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich im Moment Japan besser verstehe / mich hier mehr zuhause fuehle als in Deutschland.

Andererseits habe ich in letzter Zeit aber auch mehr das Gefuehl ich wuerde gerne mal eine Auszeit nehmen von Japan, so 2, 3, 5 Jahre in Deutschland? Und dann entscheiden, wo ich lieber wohnen moechte. Gluecklicherweise scheine ich dafuer eine gute Chance zu haben, da meine Firma ernsthaft darueber nachdenkt, mich nach Deutschland zu schicken, um dort ein Buero aufzumachen. Da waere ich dann sogar der Boss! (Naja, nur der Boss von mir selbst fuer den Anfang, aber immerhin.)

Ich bin jedenfalls vorsichtig optimistisch fuer das naechste Jahr und, wenn alles gut geht, bin ich dann ab ungefaehr August in Deutschland.

Ich sehe schon den umgekehrten Kulturschock vor mir. Keine Sorgfalt, keine Ruecksichtsnahme, deutsche Besserwisserei … und dann die ganzen Auslaender! (Und damit meine ich die Kaukasier :))

Was ich nicht vermissen werde, sind die ewigen alten Maenner in Japan, die hier Wirtschaft und Politik zu 100% dominieren. Ah, nie wieder Abe’s verlogene Grinsefresse. … ueber die Jahre bin ich immer neidischer auf die deutsche Politik geworden. Diskurs! Politische Entscheidungen und Veraenderungen! Demokratie! Und wenn man mal von dem unschoenen Aufschwung der deutschen Rechtsextremen (hallo AFD / Pegida Nazis!) absieht, im allgemeinen rationelle Politik. Ich hab’s schonmal erwaehnt, aber die Deutschen wissen einfach nicht, wie gut sie es haben ….

 

Und sonst? Ich war vor ein paar Wochen auf Geschaeftsreise in Europa: Israel, London, Paris, Deutschland. Und ja, ich war in Paris ein paar Tage nach den Anschlaegen. Bin ja kein feiger japanischer Salaryman ;)

Oh, und Nutella in Israel! Yay!

写真.JPG

 

 

Written by hanayagi

Dezember 18, 2015 at 7:33 vormittags

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OT: Die Anschlaege in Paris

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Hallo liebe Blogleser,

ich befinde mich gerade geschaeftlich in London und werde heute nachmittag weiterreisen nach Paris. Eiegentlich hatte ich vor, einen Artikel ueber Reisen in Japan und Europa zu schreiben, aber aus aktuellem Anlass habe ich das verschoben.

Paris also. Fuer mich bedeuten die Anschlaege mehr Sicherheitskontrollen und die Frage, wieviel mein Flieger sich wohl verspaeten wird. Angst habe ich nicht, aber ich werde trotzdem vom Flughafen direkt in mein Hotel fahren. Am Montag geht es dann mit Geschaeftspartnern an die Atlantikkueste und Dienstag nachmittag nach Deutschland.

Worueber ich aber eigentlich schreiben moechte, ist die politische Dimension der Anschlaege. Ich kann jetzt schon sehen wohin die Ereignisse fuehren werden. Das rechte Spektrum von UMP / CDU bis Front National / AFD / NPD reibt sich jetzt schon klammheimlich die Haende. Die “gemaessigt” rechten Kraefte werden nun nach “Sicherheit” und “Kontrolle” rufen, die extrem rechten Kraefte werden jetzt stolz wie Oscar schreien “Wir haben’s euch ja schon immer gesagt: die Muslime sind alle Unmenschen!” Und das wird jetzt ueber Jahre so bleiben. Wann immer es eine Diskussion gibt, ueber die Behandlung von nicht-Deutschen und “nicht Franzosen” werden die Rechten die “Paris-Keule” auspacken. Ganz egal, wie viele “nicht-Deutsche/Franzosen” von den “echt-Deutschen/Franzosen” in den letzten Jahren ermordet wurden.

Und so helfen sich die rechtsextremen Kraefte im mittleren Osten (allen voran die Verbrecher von ISIS) und in Europa gegenseitig und versuchen, die Uhr der Welt zurueckzudrehen in ein trauriges Zeitalter von schwarz und weiss, “wir” gegen “die” und vor allem eines: Unfreiheit.

Und so sehr mir die Opfer von Paris und ihre Angehoerigen leidtun, ich habe vor allem Sorgen um die Entwicklung des gesellschaftlichen Klimas und der Freiheit  in Europa von jetzt an.

Und wenn ihr in den naechsten Tagen und Wochen das Medienbombardment zu Paris seht, fragt euch einfach mal, ob es wirklich notwendig ist, den hundertsten traenenruehrigen und informationsfreien Beitrag zu bringen, oder ob die Medien sich ob ihrer Profitgier hier zu Propagandaorganen der Rechten machen und die Angst und die Ressentiments von Omchen Mueller zynisch ausnutzen.

Mir tun jetzt schon die hunderttausenden syrischen Fluechtlinge in Europa leid, die jetzt alle ueber einen Kamm geschoren werden – und auch das ist ganz im Sinne von ISIS.

Mein Beileid den Opfern von Paris und den freien Gesellschaften in Europa.

Written by hanayagi

November 15, 2015 at 7:58 vormittags

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Diskriminierung im Alltag

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Zugegeben, das Thema hat einen Bart, aber trotzdem moechte ich noch einmal kurz Diskriminierung im Alltag in Japan diskutieren. Vielleicht liest ja der ein oder andere Japanresident noch mit, trotz meiner doch sehr seltenen Artikel :)

Diskriminierung also …

in meinem mittlerweile 10ten Jahr in Japan habe ich es mir hier sehr gemuetlich eingerichtet. Ich habe meinen festen Job mit meist freundlichen japanischen Kollegen, Frau/Familie und Nachbarn, die ich nicht kenne (= wesentlich besser als schreckliche Nachbarn).

Aus diesen Umstaenden folgt, dass ich nur sehr selten das Gefuehl habe, diskriminiert zu werden. Was aber doch ab und zu vorkommt:

  • “der Blick”: Dieser Gesichtsausdruck, vor allem, aber nicht nur, von Kindern, wenn sie mich zum ersten Mal erblicken. Im Blick schwingt dann meist Erstaunen, Schock und Angst mit. Nun, ich bin auch gross und maennlich, ich kann mir also gut vorstellen, dass das den Effekt noch verstaerkt. “der Blick” ist die Form der Diskriminierung, die ich am haeufigsten erlebe. Man koennte nun einwenden, ich solle nicht so zimperlich sein und “der Blick” ist sowieso nur Einbildung etc. Aber mir tut “der Blick” weh und macht mich wuetend. “der Blick” ist fuer mich Ausdruck der komplett falschen Einstellung gegenueber Auslaendern in Japan. Das Kinder ihn besonders oft benutzen zeigt nur die Fehler ihrer Erzieher und dass Kinder nicht so gut im sich verstellen sind.
  • “Englischen”. “Englischen” ist zwar seltener als “der Blcik”, kommt aber viel haeufiger auch bei Erwachsenen vor. Es spielt dann zum Beispiel keine Rolle, dass ich mit Frau und Kind deutlich hoerbar auf Japanisch kommuniziere. Der Gedanke ist in etwa: Der ist Auslaender, ergo versteht er kein Japanisch (falsch) und redet nur English (falsch). Es gibt auch noch eine andere Variante von “Englischen”, wenn mein Gegenueber zwar mit mir Japanisch spricht, aber alle paar Sekunden irgendein englisches Wort einstreut. Nach dem Motto “der bloede Auslaender kann ja bestimmt keine komplizierten Woerter mit zwei oder mehr Kanji”. “Englischen” passiert meist mit eher aelteren Japanern. Meine Schwiegermutter hatte das auch jahrelang und es ist nur ganz langsam besser geworden. Mein Schwiegervater, der geschaeftlich oft in den USA ist, hat mich interessanterweise nie ge”Englischt”.

Und das war’s dann eigentlich auch schon. “Der Blick” und “Englischen” sind mit Abstand die haeufigsten diskriminierenden Ereignisse fuer mich. Man kann natuerlich argumentieren, dass die Diskriminierung auf Arbeit, im Gesetz usw. viel wichtiger ist, und das ist wahrscheinlich sogar richtig, aber hier geht es ja um den Alltag.

Und wie oben schon beschrieben, habe ich mir hier mein Leben ganz angenehm eingerichtet, so dass obige Aergernisse nicht allzu oft vorkommen. Aber vorkommen tun sie eben doch.

Ganz nebenbei, eine Sache, die mich generell stoert in Japan, die ich aber nicht direkt als Diskriminierung ansehe, ist dass Aerzte generell nur sehr niedrige Dosen fuer Medizin verordnen. Ich bin mittlerweile dazu uebergegangen, die meisten Verordnungen von Aerzten mit dem Faktor 1.5 / 2 zu multiplizieren. Ich merke das am meisten bei Schmerz- / Erkaeltungsmedikamenten. Wenn ich da die verordnete Menge nehme, spuere ich oft ueberhaupt keine Verbesserung. Verdopple ich die Menge geht es mir oft VIEL besser. (Bei ernsthaften Medikamenten klaere ich eine solche “Ueberdosierung” aber generell ab.) Interessant auch, dass, wenn man im Internet Medikamentendosierungen nachschlaegt, dass dann die empfohlenen Dosierungen auf westlichen Internetseiten und japanischen Internetseiten oft verschieden sind. Konkretes Beispiel: Ich muss jeden Tag ein bestimmtes Medikament nehmen um einer chronischen Krankheit und Schmerzen vorzubeugen. Mein Arzt hatte mir eine Dosierung von 10 mg / Tag verschrieben. Diese Dosierung hatte zwar eine bestimmte Wirkung, aber ich hatte immer noch Schmerzen. Also habe ich mal geschaut, was die empfohlene Dosierung in englischsprachigen Medien ist, und siehe da, da stand 40 mg. Bei meinem naechsten Arztbesuch habe ich dann mit meinem Arzt darueber gesprochen und nehme jetzt 20 mg pro Tag und bin beschwerdefrei.

Und was steckt dahinter? Ich glaube zweierlei: Erstens habe ich das Gefuehl japanische Aerzte verordnen so wenig “harte” Medizin wie moeglich (was wahrscheinlich gut ist) und zweitens japanische Aerzte verordnen fuer 60 kg Durchschnittsjapaner. Fuer mich mit ueber 100 kg Koerpergewicht ist das schlicht die falsche Bemessungsgrundlage.

Also, liebe Japanresidenten, was sind eure Erfahrungen mit Diskriminierung hier?

Written by hanayagi

November 3, 2015 at 3:01 vormittags

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Seufz #24536

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Gestern in der Japan times gelesen:

Das japanische Bildungsministerium hat in einem Zusatzmaterial zur Sexualkunde tatsaechliche Forschungsergebnisse ignoriert und geschrieben – vielmehr: gelogen -, dass weibliche Fertilitaet ab dem Alter von 22 Jahren zu sinken beginnt.

Tatsaechlich sind es eher so um die 35 Jahre. Man kann nur vermuten, dass die guten Beamten es gerne haetten, dass mehr junge Frauen Kinder bekommen – um so die Vergreisung der japanischen Bevoelkerung aufzuhalten oder zu verlangsamen und deshalb in ihrer Broschuere luegen.

Die – ich kann es nicht anders sagen – Bloedheit dieses Gedankens ist schon atemberaubend. Als ob die Entscheidung, ein KInd zu bekommen vollkommen unabhaengig von sozialem Umfeld, finanzieller Sicherheit etc. getroffen wird.

Aber fast noch schlimmer: Wenn das Bildungs(!!!)ministerium absichtlich wissenschaftliche Fakten ignoriert und eigene, angenehme “Fakten” herbeiluegt, was sagt das dann ueber die japanische Demokratie?

Da ist es wieder, das unheilige Paar Unfaehigkeit und Ideologie … ich geh’ dann mal kotzen.

P.S. Auch der Rest des Artikels ist haarstraeubend. Aber immerhin habe ich gelernt, dass man kein religioeser Fundamentalist sein muss, um reaktionaere Ansichten zur Sexualkunde zu haben.

Written by hanayagi

Oktober 20, 2015 at 2:21 vormittags

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Ueber Immigration

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Ja, selbst hier in Japan hoert man von den Fluechtlingen in Deutschland. Und, man hoere und staune, es gibt sogar ein paar Japaner, die Fragen, warum man hier keine Fluchtlinge aufnimmt. Ich habe im Fernsehen sogar so etwas wie eine Diskussion dazu gesehen! Es geschehen noch Zeichen und Wunder … (Natuerlich gab es keine Zahlen zu den tatsaechlich aufgenommenen Fluechtlingen in Japan. So eine zweistellige Zahl waere aber auch peinlich gewesen …)

Aber genug davon, ich wollte ja eigentlich ueber etwas Anderes schreiben.

Wenn man Deutschland und Japan vergleicht, dann haben beide nach dem Krieg eine aehnliche Entwicklung hinter sich gelegt. Extrem hohes Wirtschaftswachstum in den 60er / 70er Jahren, das dann in den 80er Jahren schwaechelte und Anfang der Neunziger in Japan zum “Platzen der Blase” fuehrte. In Deutschland hatte man derweil mit der Wiedervereinigung und Massenarbeitslosigkeit zu kaempfen.

Interessant ist aber, was in den letzten etwa 20 Jahren passierte: Deutschland legte gegenueber Japan Jahr fuer Jahr zu und zwar sowohl beim Pro-Kopf-Einkommen als auch beim gesamt-BIP. Anders gesagt, Deutschland hat in den letzten 20 Jahren eine wesentlich bessere wirtschaftliche Entwicklung gezeigt als Japan.

Und was sind die Gruende dafuer? Meiner Meinung nach, und hier schliesst sich der Kreis, ist Immigration ein extrem wichtiger Faktor. Immigration bedeutet vor allem Immigration von jungen Menschen, Und Immigranten wollen sich normalerweise ein neues Leben aufbauen – so wie uebrigens in den 60er/70ern die Deutschen und Japaner auch; und vor allem sind Migranten eines: Neue Konsumenten und Produzenten.*

Im Falle Japans kommt ausserdem noch die fortschreitende Vergreisung der Bevoelkerung hinzu. Die ist der Hauptgrund, warum Japan immer mehr Schulden macht, kaum mehr Innovationen hervorbringt und fuer die seit ueber 20 Jahren anhaltende wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Malaise. Und auch in Deutschland hat das Durchschnittsalter deutlich zugelegt – aber eben nicht so stark wie in Japan.

Und ich bin fest davon ueberzeugt, dass in 10 – 20 Jahren der positive Einfluss der heutigen Migranten Deutschlands Vergreisung und Verknoecherung entgegen wirken wird und Deutschland auch in Zukunft wirtschaftlich stark bleibt.

Fuer die naechsten paar Jahre aber wird man die braune Naziflut und ihre unsaeglichen “Argumente” ertragen muessen. Schade, dass die Nazibande eine ernsthafte Diskussion ueber die tatsaechlichen Probleme einer Massenimmigration erschwert / verhindert. Eine solche Diskussion wuerde viele tatsaechliche Probleme verringern oder loesen helfen …

*Zum Zwecke der fluessigen Argumentation, sei die Diskussion ueber Sinn und Unsinn der ewigen Wachstumsdoktrin hier ausgespart.

Written by hanayagi

Oktober 16, 2015 at 8:19 vormittags

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Neuer Job (naja, nicht mehr ganz so)

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Jap, ich habe mal wieder einen neuen Job. Wobei ganz so neu ist er auch nicht, da ich seit mittlerweile ueber einem Jahr bei meiner neuen Firma arbeite.

Bei meiner alten Firma musste ich leider auhoeren. Wie sagt man so schoen? “Differenzen mit der Geschaeftsleitung”. Genauer gesagt war mein Chef ein elender Nazi und hat damit auch auf Arbeit nicht hinter dem Berg gehalten.

Und nein, das Wort Nazi ist nicht uebertrieben. Er gehort zu der Gruppe Japanern, die meinen, Japan sei ganz, ganz toll, haette nie etwas boeses gemacht und der zweite Weltkrieg waere sowieso nur Propaganda des Westens. Und die Chinesen und Koreaner sind alles nur undankbare Halbmenschen. Naja, ihr versteht schon ….

Dazu kam noch das ewige Drama im Buero wenn Cheffe mal wieder einen Wutanfall bekam, weil einer der Angestellten tatsaechlich oder eingebildet einen Fehler gemacht hatte.

Toll war auch der “Geschaeftspartner” der mich am Telefon persoenlich beschimpfte und rassistisch beleidigte und als ich mir einmal erlaubte, einfach aufzulegen, die beleidigte Leberwurst spielte. “War doch alles gar nicht so schlimm!” … wenn man als Yakuza in Japan’s Unterwelt lebt, vielleicht ….

Ihr seht, ich hatte eine Menge Frust. Und eines schoenen Tages habe ich mir dann gesagt: Bis hierher und nicht weiter.

Ich hab’s nicht einen Moment bereut. Denn erstens habe ich innerhalb einen Monats einen neuen Job gefunden und dann war der Job / die Firma und die Bezahlung auch noch besser. Nie mehr unbezahlte Ueberstunden …

Und der neue Job? Ich arbeite jetzt fuer einen japanischen Sensorenhersteller mit einem sehr relaxten Vorgesetzten. Gut, es gibt hier den ueblichen Japan-Mist, was vor allem die freundlich ausgedrueckt mangelhafte Uebersetzung der japanischen Materialien, die himmelschreiende Diskriminierung unserer weiblichen Belegschaft und das nicht vorhandene Marketing betrifft. Leute, wenn euch keiner kennt, koennt ihr auch nix verkaufen. So einfach ist das.

Naja, ich habe mich also daran gemacht, zumindest ein bisschen was in der Firma zu verbessern. Z.B.

  • Den englischen Text unserer Katalog(e) korrigiert und sie neu ausgedruckt
  • Unsere Homepage komplett neu designt und “relaunched” (natuerlich nicht alleine)
  • Das Team fuer den Aufbau unseren Onlineshops (Japan und Global) geleitet und bin immer noch Verantwortlicher.
  • Diverse Praesentationen / (potentielle) Kundenlisten erstellt
  • Neue Kunden gefunden und betreut (falls alle meine aktuellen Projekte gluecklich enden, duerfte unser Umsatz in Europa um 30 – 40% steigen)
  • Google Werbung geschaltet

Ja, ich bin ziemlich zufrieden mit meiner Leistung :)

Natuerlich gibt es auch Probleme, z.B. will Cheffe nicht das Geld rausruecken fuer eine laengerfristige Google Werbekampagne, obwohl ich denke, dass das eine sehr gute Investition fuer uns waere.

Aber wenn alles perfekt waere, waere es nicht Arbeit!

Und mein Fazit aus vier japanischen Arbeitsverhaeltnissen?

  • Japaner sind Amateure, speziell, wenn es ums Ausland geht (Ueberraschung!)
  • Japaner wollen zwar im Ausland Geld verdienen, wissen aber nicht wie das geht / bzw. wollen dafuer kein oder zu wenig Geld ausgeben
  • Japaner sind sooooo konservativ

-> Nur persoenliche Erfahrung. Dass es auch anders geht, zeigt ja z.B. Muji oder Toyota.

Written by hanayagi

August 11, 2015 at 4:41 vormittags

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Japan und Deutschland

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Ich muss mir in Japan haeufig den Vorwurf machen lassen, dass ich schlecht ueber Japan und gut ueber Deutschland rede.

Andererseits habe ich letztens mit einer Freundin in Berlin gesprochen und dabei etwas erwaehnt, dass in Deutschland besser ist als in Japan, worauf sie mich zurechtwies ich solle Japan nicht immer ueber den Klee loben.

Mir scheint es fast so als sollte ich keine Vergleiche anstellen. Oder nur solche, die das Land des Gespraechpartners loben? Das wuerde dann bedeuten, dass ich Japanern gegenueber Japan loben muesste. Das will ich aber nicht, da mir der tumbe und oft faktenfreie Nationalismus der Japaner nicht zusagt. Ich wuerde sogar sagen, dass ich mit meinen bescheidenen Moeglichkeiten versuche, Japan zu verbessern.

Vielleicht liegt die ganze Geschichte aber auch nur an mir und ich sollte meine Worte einfach geschickter waehlen?

Hmm.

 

In diesem Sinne hier mal wieder eine kleine Liste Deutschland vs. Japan. EInfach nur weil es Spass macht :)

 

Deutschland > Japan

Demokratiebewusstsein & Diskussionskultur

Freie Presse

Funktionierendes Politik & Wahlsystem (Die Leute in Deutschland haben keine Ahnung, wie gut sie es haben.)

Toleranz gegenueber Andersdenkenden / Andersseienden (Auslaender, Schwule etc.)

Mehr Platz / weniger Gedraenge

Sommer

Lecker Brot und Kartoffeln

Architektur & Waermedaemmung

Stadtplanung (Aussehen der Innenstadt)

Umweltbewusstsein

Gleichberechtigung der Geschlechter (besser als Japan, nicht “gut”)

Entspanntheit (andererseits: Zu viel Entspanntheit fuehrt gerne zu Nachlaessigkeit)

International gesehen niedriges Nationalismus-niveau

Aufbereitung des 2. Weltkriegs

 

Japan > Deutschland

Internetausbau

Sorgfalt

Ruecksichtnahme & Hilfsbereitschaft

(Insgesamt) Besseres Essen

Badekultur

Funktionierende Infrastruktur (Stadt; puenktliche Zuege, Rolltreppen werden ordentlich gewartet etc.)

Essen gehen ist billig.

Besserer Modesinn (OK, Tokyo ist nicht gleich Japan :))

Convenience stores

Winter

 

Wie war das mit der dummen Japanerin, die 10 Jahre in D. gelebt hat und dann meinte Japan waere ja soviel besser als Deutschland / Europa und darueber auch nocht zwei Buecher geschrieben hat? Geh’ doch “nach Hause” du dumme Pute.

Written by hanayagi

Juli 31, 2015 at 3:00 vormittags

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